Unsere vergessenen Vorfahren

Wer waren eigentlich unsere Vorfahren? Wie haben sie gelebt? Und inwiefern sind wir noch mit ihnen verwandt? Ein Ausflug in die längst vergangene und oft vergessene Zeit der europäischen Urvölker.

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Mein Interesse für europäische Urvölker hat seinen Ursprung in einem längeren Aufenthalt in Mexiko. Dort bin ich auf interessante Art und Weise mit „richtigen“ Mayas in Kontakt gekommen. Bis dahin war ich der Meinung, dass die alten Mayas, Azteken & Co. längst „ausgestorben“ seien; dass bis auf ihre imposanten Bauwerke, ihre kuriose Zeitrechnung und den einen oder anderen Mythos nicht mehr viel von ihnen übrig sei.

Die Mayas leben!

Doch dann war ich auf einmal mitten in einem Maya-Dorf, im 21. Jahrhundert, im Süden von Mexiko. Und siehe da: Es war alles andere als ausgestorben. Die Maya-Kultur lebt auch heute noch in weiten Teilen Mittel- und Südamerikas, beeinflusst auch die „moderne“ Gesellschaft und erinnert an ein Leben im Einklang mit der Natur. Wie ich im Laufe der Zeit erfuhr, gilt dasselbe für eine Vielzahl anderer Urkulturen auf sämtlichen Kontinenten. 

Nach der anfänglichen Faszination drängte sich mir die Frage auf: Wie ist das eigentlich in Europa? Wo liegen unsere Wurzeln? Welche Kulturen liegen unserer Gesellschaft zugrunde? Und was ist heutzutage noch davon übrig?

Wo sind unsere Ahnen?

In einer anfänglichen Recherche fand ich es erstaunlich schwierig, etwas über Europas Urvölker herauszufinden – vor allem in Bezug auf Mitteleuropa, das aufgrund seiner zentralen Lage vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt war und wo durch „Hexen“- und Bücherverbrennungen eine Vielzahl des ursprünglichen Wissens unserer Vorfahren zerstört wurde. Als präsenter empfand ich die „alten“ Kulturen in abgeschiedeneren Teilen Europas, insbesondere in Island und Schottland, wo vor allem die Traditionen der Kelten und Wikinger gut erhalten und dokumentiert sind.

Altes Wissen neu entdeckt

Obwohl bei uns viel altes Wissen verloren ging, lebt es dennoch weiter – in Sagen, Mythen und Symbolen, Bräuchen, Serien (wie z. B. „Vikings“, „Asterix und Obelix“ etc.) und nicht zuletzt in unserer DNA. Denn jedes Urvolk weist neben sprachlichen, kulturellen und geschichtlichen Faktoren auch ein eigenes genetisches Profil auf. Wie die Bezeichnung „indigene Bevölkerung“ vermuten lässt, sind uns die Urkulturen wortwörtlich in die Gene geschrieben. Mittels DNA-Analyse kann man seinen Ursprung auch relativ genau bestimmen lassen und feststellen, wie viel Kelte, Wikinger, Germane, Slawe & Co. in einem steckt.

Europäische Urvölker – ein Überblick

Wie bereits erwähnt, gab es in Europa ein „Mischmasch“ an Urkulturen, die sich über den ganzen Kontinent und darüber hinaus verbreitet und überkreuzt haben. Deshalb hier nur ein kurzer Überblick über einige ausgewählte europäische Urvölker:

Die Kelten:
Die Kelten (auch Gallier oder Galater genannt) stammten ursprünglich aus dem Alpenraum und den angrenzenden Regionen, verbreiteten sich von dort aus aber in ganz Europa. Sie lebten in Siedlungen und Städten, die über ein ausgedehntes Wegenetz miteinander verbunden waren und so den Handel ermöglichten. Die Kelten betrieben Ackerbau und Viehzucht und hatten eine diversifizierte Gesellschaftsstruktur. Es gab also verschiedene Berufe und Schichten in der keltischen Gesellschaft. Besonderheiten dieser Kultur, die auch heute noch erhalten sind, beziehen sich vor allem auf die keltische Mythologie, Symbolik und diverse Feste (wie z. B. Halloween). Auch das Druidentum entspringt der keltischen Kultur. Asterix, Obelix und Miraculix waren also Kelten. 

Die Germanen:
Die Germanen waren ein europäisches Urvolk aus Nordeuropa. Die Unterscheidung zwischen Kelten und Germanen ist nicht immer eindeutig und geht auf die Aufzeichnungen der Griechen und Römer, die mit beiden Völkern Handel betrieben, zurück. Weitgehend gilt die germanische Kultur als kriegerischer und weniger entwickelt als die keltische. Die Germanen lebten in kleineren Siedlungen und gliederten sich in unterschiedliche Stämme, wie beispielsweise die Sachsen, Franken und Burgunder. 

Die Wikinger:
Die Wikinger waren ein kriegerisches Seefahrervolk aus dem Nord- und Ostseeraum. Teilweise verbrachten sie den Großteil ihres Lebens auf Schiffen und wurden nie sesshaft – teilweise kehrten sie nach diversen Raubzügen wieder an Land zurück. Die Kultur der Wikinger ist durch diverse Sagen, aber auch Serien wie „Vikings“ und „Wickie und die starken Männer“ zumindest zum Teil bekannt.

Die Slawen:
Als in heutigen Zeiten einwohnermäßig größte Ethnie Europas sind die Slawen eine zentrale Urkultur auf unserem Kontinent. Die ursprüngliche geografische Herkunft der Slawen ist bisher nicht eindeutig geklärt. Sie lebten in durch Blutsverwandtschaft verbundenen Sippen in kleinen Orten zusammen, die den gleichen Namen trugen, sich ihren Besitz teilten und von einem gewählten Ältesten „regiert“ wurden. Mehrere Orte schlossen sich zu einem Stamm zusammen, mehrere Stämme zu Einzelvölkern.

Die Roma:
Die Roma kommen ursprünglich aus Indien, was hauptsächlich aufgrund ihrer Sprache (Romani) festzustellen ist. Seit ca. 700 Jahren leben sie aber hauptsächlich in Europa und sind auch heute noch als Minderheiten in vielen europäischen Ländern, insbesondere im Osten Europas, zu finden. Als zentral für die Roma-Kultur wird die Großfamilie angesehen, die im Zentrum des gesellschaftlichen Zusammenlebens steht. 

Die Basken:
Eine der faszinierendsten europäischen Urkulturen ist nach wie vor in der französisch-spanischen Grenzregion zu erleben. Die Herkunft der Basken ist bisher nicht geklärt, da das Baskische (Euskara oder Euskera) keinerlei Verwandtschaft zu anderen Sprachen aufweist. Daher wird angenommen, dass die Basken die ursprünglichen Einwohner des heutigen Baskenlandes sind. 

Weitere europäische Urvölker:
Einige weitere bekannte europäische Urvölker sind zudem die Finno-Ugrier (usprünglich aus dem Ural-Gebirge), die Iberer (vermutlich aus Nordafrika stammende Siedler auf der Iberischen Halbinsel), die Etrusker (Einwanderer aus Kleinasien, die sich im Verlauf des 10. und 11. Jahrhunderts vor Christus in Italien niederließen) und die Hellenen (Bewohner des antiken Griechenlands).

Eine Welt für sich

Wie diese kurze Einführung vielleicht verdeutlicht, gibt es hier eine ganze Welt zu erkunden. Spannender (und einfacher) wird es natürlich mit einer vorhergehenden DNA-Analyse, auf Basis derer man sich dann speziell mit den Kulturen auseinandersetzen kann, von denen man abstammt. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Ahnenforschung!

UNSERE BUCHTIPPS:

  • Gugenberger, E.: Kelten, Krieger, Kulte: Österreichs Urvölker von den Rätern bis zu den Slawen. 2004
  • Hamel, E.: Das Werden der Völker in Europa: Forschungen aus Archäologie, Sprachwissenschaft und Genetik. 2007
  • Krause, J.; Trappe, T.: Die Reise unserer Gene. 2019

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