Halloween – wenn die Geister ihr Unwesen treiben

Ob Halloweenfan oder nicht, wenn die Tage wieder kürzer werden, morgens Nebelschleier über die Stadt ziehen und überall geschnitzte Kürbisse zu bewundern sind – spätestens dann weiß man: Der Herbst ist da. Und wo Herbst ist, da ist Halloween bekanntlich nicht weit. Aber was feiern wir an diesem besagten Tag eigentlich?

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Ich gebe es zu, ich bin ein wahrer Verkleidungsfan, daher lasse ich mir natürlich nicht die Möglichkeit nehmen, mich zu Halloween in meine gruseligste Schale zu werfen. Während ich mich also freudig durch diverse Online-Plattformen klicke, um mein diesjähriges Halloweenkostüm zu shoppen, frage ich mich insgeheim: „Warum verkleiden wir uns ans Halloween eigentlich?“ Hand aufs Herz: Wissen Sie, woher Bräuche wie Kostümierung, Kürbisschnitzerei und „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ kommen? Falls Sie jetzt Ihren Kopf geschüttelt haben, dann lesen Sie weiter, denn in diesem Artikel widmen wir uns dem geschichtlichen Hintergrund von Halloween.

Halloween oder All Hallows’ Eve

Das heute gebräuchliche „Halloween“ hat seinen Ursprung im englischen „All Hallow“ (Allerheiligen), damit ist der Tag vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve“) am 31. Oktober gemeint.

Von den Kelten nach Europa

Halloween ist ein keltischer Brauch und kommt aus Irland. Um zu verstehen, wie es zu dem Halloween, wie wir es kennen, kam, muss man sich dem sogenannten „Samhain“ widmen.
Ursprünglich feierte man am 31. Oktober das Ende des Jahres. Bei den Kelten war das Jahr in Sommer und Winter unterteilt. Der Samhain beendete den Sommer, welcher von den Kelten als Tag angesehen wurde, und läutete den Winter ein, welcher mit der Nacht gleichgesetzt wurde. Die Menschen glaubten, dass in dieser besagten Nacht die Seelen der Verstorbenen zurückkehren und ihr Unwesen treiben. Um die Verstorbenen zu besänftigen, wurden allerorts Feuer entzündet. Die Kelten verkleideten sich mit Tierfellen und setzten sich Tierköpfe auf, um die Geister zu erschrecken und zu vertreiben.

Von Geistern, Zombies und sonstigen Untoten

Nun widmen wir uns der Eingangsfrage:
Warum verkleidet man sich zu Halloween?

Der Brauch des Verkleidens geht ebenfalls auf die alten Kelten in Irland zurück. So glaubte man, dass am Abend vor Allerheiligen verlorene Seelen, Dämonen und Geister auf die Erde zurückkommen. Sie verkleideten sich, um nicht als Mensch aufzufallen und so von den Geistern in Ruhe gelassen zu werden.

Der Abend vor Allerheiligen

So, wie kam es nun vom keltischen Brauch zu „unserem“ Halloween? Nachdem die Römer die Kelten besiegt hatten und keltische Bräuche von der Kirche „verchristlicht“, worden waren, wurde vom Papst angeordnet, dass fortan am 1. November der Tag der Heiligen (Christentum) gefeiert wird.

Die Sage um Jack Oldfield

Der Brauch, Kürbisse aufzustellen, stammt auch aus Irland. Geschichten zufolge lebte dort ein Bösewicht namens Jack Oldfield. Ihm gelang es durch eine List, den Teufel einzufangen. Er ließ ihn erst frei, nachdem dieser ihm versprochen hatte Jack fortan nicht mehr in die Quere zu kommen. Als Jack starb, kam er aufgrund seiner Taten natürlich nicht in den Himmel, in die Hölle konnte er aber auch nicht, da er den Teufel betrogen hatte. So kam es, dass Jack ruhelos im Dunkeln umherwanderte. Der Teufel aber hatte Mitleid und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit er so durch das Dunkel wandern könne. Kaum vorstellbar, aber der Ursprung der heutigen Schnitzkürbisse war demnach eine beleuchtete Rübe! Da es in den USA Kürbisse in Hülle und Fülle gab, höhlte man statt Rüben einfach Kürbisse aus. Diese nennt man seitdem „Jack O’Lantern“. Na, hätten Sie’s gewusst?

Trick or treat

Da wir nun einige Halloweenbräuche unter die Lupe genommen haben, widmen wir uns gemeinsam der Frage, warum Kinder von Haus zu Haus gehen, um nach Süßigkeiten und anderen Leckereien zu bitten.

Vor meiner Recherche für diesen Artikel dachte ich, dass Halloween aus den USA kommt. Doch anders als von mir (und vermutlich von vielen anderen auch) angenommen, hat das Fest seinen Ursprung in Irland. So kommt auch der in den USA besonders beliebte Brauch „Süßes oder Saures“, welcher dort „Trick or Treat“ heißt, nicht aus den Vereinigten Staaten, sondern aus Wales. Bei der walisischen Tradition „Cennad y Meirw“ zogen schon vor über tausend Jahren mittellosere Gemeindemitglieder von Tür zu Tür, um Lebensmittel für ihre verstorbenen Vorfahren zu sammeln. Sie trugen dabei Masken, um die Verstorbenen einerseits zu repräsentieren und andererseits nicht von bösen Geistern erkannt zu werden. Wenn ihnen die Gabe von Lebensmitteln verweigert wurde, beschädigten sie das Haus oder andere Besitztümer der Bewohner. Der Brauch diente nicht nur dazu, die Verstorbenen zu ehren, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde zu stärken. Der „Süßes oder Saures“-Brauch wurde in den USA übrigens erst um 1940 populär.

Von Halloween zum Tag der Toten

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum sich plötzlich viele Menschen zu Halloween skelettähnlich schminken und das Haar mit Blumenkränzen verzieren? Bei meiner Recherche zu diesem Artikel stolperte ich über den mexikanischen Feiertag „Día de Muertos“ oder auch „Día de los Muertos“. Also auf Deutsch: Tag der Toten.

Ist „Día de Muertos“ also einfach die mexikanische Version von Halloween? Nein! Obwohl die beiden Feiertage sich sehr ähneln, unterscheiden sie sich in ihren Traditionen sehr voneinander. Halloween gilt als düstere Nacht des Schreckens, während der Día de los Muertos fröhlich ist und seine Liebe und seinen Respekt für verstorbene Familienmitglieder ausdrückt. In Dörfern und Städten Mexikos stellen Menschen farbenfrohe Kostüme und Make-up zur Schau, veranstalten atemberaubende Festumzüge, tanzen, singen und bringen den Verstorbenen kleine Geschenke. Ein weiterer Unterschied zu Halloween ist die Dauer des Festes: Während Halloween nur am 31.10. gefeiert wird, wird Dia de Muertos von 31.10 bis zum 02.11. zelebriert.

Die Mexikaner treiben’s bunt

Am Tag der Toten wird also, anders als zu Halloween, das Leben (aber auch der Tod) gefeiert. Er hat zwar seinen Ursprung in Mexiko, wird aber heutzutage in ganz Lateinamerika gefeiert. Typisch sind dabei die bunten „Calaveras“ (Schädel) und „Calacas“ (Skelette).
Der Día de Muertos ist also ein fröhliches Event, das über drei Tage hinweg gefeiert wird. An diesem Tag verkleiden sich Menschen als Skelette und bemalen kunstvoll ihre Gesichter. Feiernde tragen Muscheln oder andere laute Gegenstände, die nicht nur zur Stimmung beitragen, sondern auch die Toten wecken, um sie in der Nähe der Feierlichkeiten zu halten.
Wir haben also erfahren, dass Halloween und Día de Muertos sich sehr ähneln, aber doch in ihrer Herkunft und Sinngebung ganz anders sind.
Falls Sie sich, wie ich, schon nach einem passenden Halloweenkostüm umschauen oder vielleicht sogar gerade ihre Halloween-Party planen, wissen Sie nun also, woher der Brauch des Verkleidens und des Kürbisschnitzens kommt.

In diesem Sinne: Happy Halloween!

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