Natürlich schöne Haare mit den Farben der Natur

Tee und Kaffee statt Wasserstoffperoxid, fruchtiger Farbkick statt chemischer Keule – wir verraten, wie Sie Ihre Haare mit pflanzlichen Mitteln schonend färben können.

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Vom rebellischen Teenie bis zu denen, die die ersten grauen Haare so schnell wie möglich verstecken möchten: Haarfarben gehören zu den gefragtesten Beautyprodukten in der Drogerie. Zumindest könnte man diesen Eindruck schnell gewinnen, wenn man einen Blick auf die vielen Regalmeter wirft, in denen sich von der leichten Tönung bis zur dauerhaften Coloration, von weißblond bis zu rabenschwarz, unzählige Produkte aneinanderreihen.

Ja, ich stand auch schon sehr oft vor diesen Regalen. Und ja, ich habe auch schon Unsummen beim Friseur meines Vertrauens liegengelassen, damit mir die langersehnte Haarfarbe meiner neuesten Träume auf den Kopf gezaubert wird. Hin und wieder muss einfach eine Typveränderung her, finden Sie nicht auch?

Die Haken am Haarefärben

Leider hat die Prozedur des häufigen Haarefärbens aber gleich mehrere Haken. Wer eine Haarpracht haben möchte, die immer strahlt wie frisch vom Friseur, braucht entweder regelmäßige Termine im Salon oder muss regelmäßig zur Farbflasche greifen, um den nachwachsenden Ansatz stets rechtzeitig zu kaschieren. Das geht unter Umständen nicht nur ins Geld, auch die Haare leiden auf Dauer mitunter an der Behandlung mit chemischen Keulen.

Dank dieser Erkenntnis stand ich irgendwann zwar nicht mehr vor dem Drogerieregal mit den Haarfarben, dafür aber vor diesem Dilemma: Was tun, wenn ich meinen Haaren frische Farbe verleihen, dabei aber weder Geldbeutel, Umwelt, Haar und Kopfhaut belasten möchte? Die Antworten lieferte mir Mutter Natur.

Farbspiel der Natur

Mit pflanzlichen Mitteln kann man die Haare nicht nur sanft aufhellen oder nachdunkeln, sondern sogar Rottöne und Violett zaubern. Ein bisschen experimentierfreudig muss man allerdings sein, wenn man sich an pflanzliche Farben wagen möchte. Jedes Haar ist anders und das Endergebnis nie zu 100 Prozent vorhersehbar, genauso wenig wie Farbintensität und Haltbarkeit. Außerdem lassen sich knallige Farben und Veränderungen um 180 Grad nicht erreichen. Wer dunkle Haare hat, kann diese mit Pflanzenfarben nicht blondieren, Highlights zu setzen klappt aber. Außerdem brauchen Sie Geduld. Die Anwendung muss in den allermeisten Fällen über einen längeren Zeitraum wiederholt werden, bevor sich ein gut sichtbarer Effekt einstellt. Dafür gibt es aber auch keine harten Übergänge am Haaransatz, wenn man es mit dem Nachfärben mal ein bisschen entspannter angehen möchte. Neugierig geworden? Dann probieren Sie doch mal eines der folgenden Rezepte aus!

Kaffeesatz: 2 in 1 für schönes Haar

Sie sind ein Kaffeejunkie? Ich auch! Und der Kaffeesatz der morgendlichen Tasse ist eigentlich viel zu schade zum Wegwerfen. Kaffeesatz färbt die Haare nicht nur etwas dunkler, er verleiht ihnen auch Glanz und soll dank des enthaltenen Koffeins sogar den Haarwuchs anregen. Brühen Sie starken Kaffee und mischen Sie den Kaffeesatz mit ihrem Lieblingsconditioner. Anschließend wird die Masse im frisch gewaschenen Haar verteilt. Nach einer Stunde Einwirkzeit werden die Haare gründlich mit Wasser ausgespült. Der Farbeffekt tritt zwar nach der ersten Anwendung noch nicht in Erscheinung, aber die Pflegewirkung dieser DIY-Haarmaske kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

Teatime für die Haare

Auch schwarzer Tee kann die Haare bei regelmäßiger Anwendung eine Nuance dunkler färben. Das gilt jedoch nur für reinen Tee von hoher Qualität. Mit aromatisierten Teebeuteln lässt sich leider kein schönes Ergebnis zustande bringen. Die sollten also weiterhin lieber in der Teetasse landen.
Für die Haarspülung mit Farbeffekt brauchen Sie circa drei Esslöffel losen schwarzen Tee und 300 Milliliter kochendes Wasser. Während der Tee für 30 Minuten zieht, waschen Sie Ihre Haare mit einem milden Shampoo. Anschließend landen die Teerückstände im Sieb und der Aufguss auf dem handtuchtrockenen Haar. Für ein intensives Ergebnis sollten Sie die Schwarztee-Kur einmal pro Woche anwenden.

Sie haben weder Kaffee noch Schwarztee im Haus, sind aber trotzdem noch wach genug, um weiterzulesen und ans Haarefärben zu denken? Dann ist vielleicht eins der nächsten Rezepte das richtige für Sie. Wussten Sie, dass Sie sich nicht nur dann, wenn es ums Outfit geht, in Schale werfen können?

Chic mit Schalen

Um braune Haare zum Strahlen zu bringen, sind Zwiebelschalen das Mittel der Wahl. Für mittellanges Haar benötigen Sie circa 100 Gramm trockene Zwiebelschalen, die Sie mit einem Viertelliter Wasser aufkochen und so lange ziehen lassen, bis die Flüssigkeit den gewünschten Farbton erreicht hat. Anschließend gießen Sie die Schalen ab und mischen Sie die abgekühlte Flüssigkeit mit einem Eidotter. Der sorgt nicht nur für eine etwas cremigere Konsistenz, sondern versorgt das Haar auch noch mit einer Extraportion Pflege. Das Gemisch wird auf die Haare aufgetragen und nach 15 Minuten Einwirkzeit mit klarem Wasser ausgespült.

Eine kräftigere Färbewirkung haben grüne unreife Walnussschalen. Zerkleinern Sie 250 Gramm (zum Beispiel mit einer Kaffeemühle) und übergießen Sie das Pulver mit einem Liter kochendem Wasser. Nach 30 Minuten Köcheln seihen Sie den Sud ab. Die abgekühlte Spülung wird im trockenen Haar verteilt und erst nach einer Stunde Einwirkzeit gründlich ausgespült. Achtung: Der Sud kann starke Verfärbungen auf Textilien verursachen. Ihre Kleidung und Ihr Lieblingshandtuch sollten Sie also gut schützen.

Für helle Köpfchen

Auch für die, die sich etwas hellere Haare wünschen, ist das eine oder andere Kraut gewachsen.
Besonders schonend ist Kamillentee. Übergießen Sie drei Esslöffel Kamillentee mit einem halben Liter kochendem Wasser und lassen Sie den Tee eine halbe Stunde ziehen. Nach dem Abseihen wird der Sud langsam über das frische gewaschene, noch leicht feuchte Haar gegossen.
Stärker ist die aufhellende Wirkung von Zitronensaft. Pur und frisch gepresst wird er im Haar verteilt. Nach einer Stunde spülen Sie die Haare mit lauwarmem Wasser gründlich aus. Um sie durch die Säure nicht zu schädigen, gönnen Sie Ihren Haaren im Anschluss am besten noch eine Extraportion Pflege. Natürliche Schönheitstipps und Großmutters Hausmittel für die Haarpracht finden Sie hier.

Fruchtige Farben

Für rote Akzente sorgt Rote-Beete-Saft. Dieser wird mit etwas Honig vermischt und im frisch gewaschenen Haar verteilt. Da Rote Beete sehr stark färbt, sollten Sie am besten Haushaltshandschuhe tragen und Ihre Kleidung schützen.  
Für ein kräftiges Ergebnis sollte der Rote-Beete-Saft mindestens vier Stunden lang einwirken. Am besten wickeln Sie die Haare für diese Zeit in ein dunkles altes Handtuch. Das schützt nicht nur Haut und Kleidung vor unerwünschten Verfärbungen, sondern intensiviert durch die entstehende Wärme auch das Farbergebnis. Anschließend waschen Sie die Haare mit einem milden Shampoo.

Für einen fruchtigen Farbkick in Violett sorgen 300 Gramm gekochte und zerstampfte Holunderbeeren, die Sie mit einem Eigelb mischen, ein bis zwei Stunden im Haar einwirken lassen und dann gründlich ausspielen. Dieses Rezept eignet sich besonders dann, wenn Sie Ihre Haare bereits in einem Lilaton gefärbt haben und die Farbe auffrischen möchten oder wenn Ihre Ausgangsfarbe hell- bis dunkelblond ist.

Sie wünschen sich intensivere Veränderung auf dem Kopf, wollen aber trotzdem auf möglichst natürliche Mittel zurückgreifen? Dann könnte Henna das Richtige sein. Was es dabei zu beachten gilt, lesen Sie hier.
 

UNSERE BUCHTIPPS:

Und zum Zeitvertreib während des Einwirkens empfehlen wir diese Bücher:

  • Simone Philipp: Haare färben mit Stoffen aus der Natur. 2018
  • Christine Shahin: Natürlich Haare färben: Mit Henna und anderen Pflanzenfarben, ohne Chemie! 2017

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