Schwarz auf weiß: Was händisches Schreiben alles kann

Beim Schreiben mit der Hand werden Gehirnareale aktiviert, die beim Tippen oder Sprechen Pause haben. Dadurch können wir auf tief vergrabene Informationen zugreifen, neue Einsichten erlangen sowie unsere Gedächtnisleistung und Kreativität verbessern. Aber woran liegt das? Sehen wir es uns an.

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Das Schreiben mit der Hand besteht von außen betrachtet aus präzisen und zielgerichteten Bewegungen. Dahinter findet aber ein komplexes Zusammenspiel zwischen verschiedenen Bereichen unseres Gehirns statt, das diesen Vorgang überhaupt erst ermöglicht. Man kann sich das händische Schreiben wie ein Orchesterstück vorstellen, in dem diverse Instrumente perfekt getimt ihren Part spielen.

Zettel, Stift, Hand und Hirn: Das passiert beim händischen Schreiben

Zum einen ist da natürlich der Motorcortex – jener Bereich unseres Gehirns, der für die Steuerung willkürlicher Bewegungen zuständig ist. Von dort aus gehend werden Signale in die Nerven und Muskeln in Armen, Händen und Fingern gesendet, die in Folge die Schreibbewegung ausführen. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs bzw. la Grande Finale unserer Schreib-Symphonie.

Bevor überhaupt irgendetwas wahrnehmbar passiert, wird der für die visuelle Wahrnehmung notwendige visuelle Cortex aktiv und stellt sich die Buchstaben vor dem Schreiben bildlich vor. Das ist sozusagen die Generalprobe vor dem großen Auftritt. Zahlreiche weitere Bereiche, die Sprache, Kommunikation, Lesen und Rechtschreibung steuern, runden diese Symphonie unserer Gehirnaktivität ab. Die erste Geige spielen dabei der Schläfen- und Frontallappen.

Lernen und erinnern: Wer schreibt, weiß mehr

Dieser Vorgang geht mit diversen Gehirnprozessen einher, die für die Lern- und Merkfähigkeit ausschlaggebend sind. Es hilft dabei, neue Informationen besser zu verarbeiten und zu speichern. Soll heißen: Händisches Schreiben hält uns geistig fit und öffnet unser Gehirn für Lernprozesse. Vom Schulbeginn bis ins hohe Alter ist manuelles Schreiben eine Tätigkeit, die unsere Merkfähigkeit und Gehirnleistung steigern kann.

Wichtig dabei anzumerken ist, dass das nicht für das Tippen auf einer Tastatur oder einem Bildschirm gilt. Denn dabei wird die aufgeschriebene Information nur oberflächlich verarbeitet, während beim Schreiben mit Stift auf Papier das bereits beschriebene Orchester an Gehirn- und motorischen Prozessen zu spielen beginnt. Das steigert nicht nur unsere Gedächtnisleistung, sondern bringt auch eine Vielzahl zusätzlicher Vorteile, die wir Ihnen im Folgenden näher erklären.

Kreativität: Schreiben als Inspiration

Ähnlich wie bei der Meditation werden beim händischen Schreiben bestimmte Gehirnareale und Nerven aktiviert, die im Zusammenhang mit Ideenfindung, Kreativität und Problemlösung stehen. Die Kombination aus der erhöhten Gehirnaktivität und der fortlaufenden feinmotorischen Bewegung beim händischen Aneinanderreihen von Buchstaben ist ein wahrer Kreativitätsbooster. Bekannte Autoren wie Stephen King, J. K. Rowling oder Franz Kafka schwören bzw. schworen darauf und haben nach eigenen Angaben viele ihrer Werke zuerst handschriftlich verfasst.

Doch auch Künstler aus dem nicht literarischen Bereich schätzen die inspirierende Wirkung von händischem Schreiben. Vincent Van Gogh, Pablo Picasso oder Kurt Cobain sind nur einige Beispiele dafür. Die Künstlerin Julia Cameron hat das Ganze aufs nächste Level gehoben und ein Buch darüber geschrieben. In „The Artist’s way“ erklärt sie anhand von praktischen Beispielen und alltagstauglichen Übungen, wie wir durch Schreiben zu unserer Kreativität (zurück-)finden können. Aber das ist noch nicht alles.

Sonstige Benefits: Schreiben kann noch mehr

Neben Lern- und Erinnerungsvermögen sowie Kreativität fördert das händische Schreiben auch eine Vielzahl weiterer Prozesse: Durch die vielfältige Gehirnaktivität kann es uns zu neuen Einsichten und einem besseren Verständnis in Bezug auf uns selbst und unser Umfeld verhelfen. Daher wird es auch häufig in der Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung eingesetzt.

Außerdem wirkt das manuelle Schreiben entspannend, stressreduzierend und versetzt uns in einen meditativen Zustand. Es spricht also vieles dafür, öfter mal wieder zu Zettel und Stift zu greifen. Um es in den Worten von Anne Frank zu sagen: „Niemand, der nicht schreibt, weiß, wie fein es ist, zu schreiben.“ Sie können es aber jederzeit ausprobieren und für sich selbst herausfinden.

Händisches Schreiben im 21. Jahrhundert

Dass Zettel und Stift mittlerweile oft schwerer zu finden sind als der nächste Bildschirm, ist kein Wunder. Immerhin lassen sich digitale Texte viel schneller und einfacher bearbeiten und versenden. Doch auch für Technik-Liebhaber lässt sich händisches Schreiben in den Alltag integrieren: Die meisten neuen Touchscreen-Geräte sind mittlerweile mit Softwares ausgestattet, die uns mit dem Finger oder einem speziellen Stift direkt auf dem Bildschirm schreiben lassen. Dadurch kann man die Vorteile von alt und neu vereinen: Motorik und erhöhte Gehirnaktivität ganz ohne „Zettelwirtschaft“.

Mehr Handschrift im Alltag – so geht’s

Wann haben Sie das letzte Mal etwas mit der Hand geschrieben? Ist es länger als einen Tag her? Dann können Ihnen diese Ideen dabei helfen, Ihre Gehirnleistung und Kreativität durch mehr händisches Schreiben im Alltag zu boosten:

  • Einkaufszettel händisch schreiben
  • To-do-Listen mit Zettel und Stift erstellen
  • Tagebuch führen  
  • Postkarten und Briefe schreiben
  • Textnachrichten oder E-Mails via Handschrift-App verfassen

Haben Sie sonst noch eine Idee? Dann schreiben Sie sie auf und setzen Sie sie gleich in die Tat um!


Weiterführende Quellen:

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