Happiness is homemade – Aber wo gibt’s das Rezept?

Was bedeutet Glück überhaupt? Kann man es kaufen? Oder müssen wir es uns doch selbst zusammenschmieden? In diesem Artikel begeben wir uns auf die Spuren des Glücks.

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Das deutsche Wort „Glück“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet ursprünglich so etwas wie „gutes Ende“. Im heutigen Sprachgebrauch hat es allerdings unterschiedliche Bedeutungen.

Glück haben oder glücklich sein?

In anderen Sprachen wird eindeutig zwischen Glück im Sinne von scheinbar zufälligen positiven Ereignissen (engl. „to be lucky“, lat. „fortuna“) und Glücklichsein als positivem innerem Zustand (engl. „to be happy“, lat. „felicitas“) unterschieden. Im Deutschen ist dieser Unterschied nicht ganz so klar, zumindest nicht sprachlich. Man hat Glück, wenn man im Lotto gewinnt. Aber ist man dann auch glücklich? Das ist eine der Fragen, die wir uns im Laufe dieses Artikels noch stellen werden. Zuerst schauen wir uns aber genauer an, was mit Glück überhaupt gemeint ist.

Was ist Glück?

Wie im Titel dieses Posts angedeutet, geht es hier nicht um das willkürliche Glück, das uns je nach Laune des Schicksals ereilt oder im Stich lässt. Wir sprechen von „Happiness“, Glück als Gefühl oder gar Lebenseinstellung. Wir sprechen vom Glücklichsein.

Was genau das bedeutet, ist weder im Volksmund noch in der Wissenschaft einheitlich geklärt. Glück wird mal als tiefe Zufriedenheit, dann wieder als anhaltende Freude, ganzheitliches Wohlbefinden oder innere Erfüllung definiert. Es wird zwischen kurz- und langfristigem Glücklichsein unterschieden, die im Idealfall eine Balance bilden.

In jedem Fall aber ist es ein positiver innerer Zustand, nach dem Menschen in allen Kulturkreisen und Regionen zu streben scheinen. Wie dieses Streben aussehen kann und wie erfolgreich es ist, beleuchten wir im Folgenden.

Sahnehäubchen

In der positiven Psychologie gibt es drei Arten des Glücks, die sich in ihrer Intensität und Dauer voneinander unterscheiden. Am kurzlebigsten gilt dabei Glück durch Genuss (= positive Sinneswahrnehmung, beispielsweise beim Essen von einem Stück Schokolade). Einen Schritt weiter geht Glück durch „Flow“. Dieser tranceartige Zustand entsteht, wenn man sich voll und ganz in eine Tätigkeit vertieft und dabei die Zeit scheinbar stillsteht. Laut dem US-amerikanischen Psychologen Dr. Seligman entsteht dieses Gefühl vor allem dann, wenn man seine individuellen Stärken auslebt. Der dritte und ultimative Glücksgenerator ist in der positiven Psychologie ein von Sinn erfülltes Leben.

Alle drei Arten sind diesem Ansatz nach bis zu einem bestimmten Ausmaß notwendig, um dauerhaft glücklich zu sein. Eine Studie zu diesem Thema zeigt außerdem, dass das ganze Glück mehr ist als die Summe seiner Teile. Das Glücksgefühl durch Genuss-Erlebnisse ist bei Menschen höher, die auch in den anderen beiden Bereichen Glück erleben. Kurzfristiges Glück durch Genuss ist also wie das Sahnehäubchen am Eisbecher: Es ist eine nette Ergänzung, kann aber allein nicht viel. Ähnlich verhält es sich auch mit materiellem Reichtum, wie wir im nächsten Absatz erklären.

Glück ist nicht käuflich. Oder vielleicht doch?

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zu diesem Thema zeigen, dass bis zu einem gewissen Grad Geld sehr wohl glücklich macht. Ein angemessenes Einkommen erlaubt ein angenehmes, sorgenfreies Leben. Wer seine Grundbedürfnisse decken kann, ohne sich jeden Tag darüber Gedanken machen zu müssen, ist in der Regel glücklicher als jemand, der in Armut lebt. Allerdings gilt das nur bis zu einer gewissen Grenze. Ab einem jährlichen Haushaltseinkommen von ca. 70.000 Euro oder einem individuellen Jahreseinkommen in Höhe von etwa 37.000 Euro trägt mehr Geld nicht mehr maßgeblich zur Steigerung der Zufriedenheit bei.

Glück ist also käuflich, aber nur bis zu einem gewissen Grad: Hat man ein gewisses Maß an finanzieller Sicherheit erreicht, steigt mit dem verfügbaren Geld das Glücksgefühl nicht mehr. Dies wurde auch in einem Forschungsprojekt über Lotterie-Gewinner bewiesen: Zwar wurde der Gewinn als überaus positives Ereignis wahrgenommen. Ein Jahr später stuften sich die Gewinner aber nicht als glücklicher ein als die Vergleichsgruppe, die nicht das große Los gezogen hatte.

Fazit: Ein durchschnittlicher Millionär ist nicht glücklicher als ein durchschnittlicher Gut-Verdiener. Beide sind allerdings glücklicher als jemand, der in Armut lebt. Geld macht nur glücklich, solange es notwendig ist, um ein sorgenfreies Leben zu führen. Bill Gates, Windows-Mitgründer und Multi-Milliardär, bringt es auf den Punkt: „Ich kann verstehen, dass man eine Million Dollar haben möchte. Aber ich muss sagen: Wenn man diese Schwelle überschritten hat, ist es immer noch derselbe Hamburger.“

Mehr als Hamburger

Sind der körperliche Hunger und sonstige Grundbedürfnisse gestillt, sind es andere Faktoren, die einen glücklicher machen. Ganz oben auf der Liste stehen Gesundheit, Sozialleben und Lebenssinn. Das unterstreicht auch der „World Happiness Report“, in dem jedes Jahr die Glückslevels in Ländern weltweit gemessen werden. Neben dem Bruttoinlandsprodukt werden darin auch Faktoren wie soziale Unterstützung, gesunde Lebenserwartung, Entscheidungsfreiheit, Großzügigkeit und Abwesenheit von Korruption einberechnet.

Österreich liegt dabei übrigens in der neuesten Ausgabe auf Platz 10 von 156. Unsere deutschen Nachbarn stehen an 17. Stelle. Die ersten – und somit glücklichsten – Plätze nehmen traditionellerweise nordische Länder ein. Grund dafür ist vor allem die von Gleichbehandlung, Vertrauen und Zusammenhalt geprägte Kultur sowie das großzügige Gesundheits- und Sozialsystem. Die gute Nachricht für alle, die nicht unbedingt in den kalten Norden ziehen möchten: Nur etwa zehn Prozent unserer Glücksgefühle werden von äußeren Umständen beeinflusst. 50 Prozent scheinen genetisch bedingt, während die verbleibenden 40 Prozent von unseren täglichen Aktivitäten beeinflusst werden und somit in unserer eigenen Hand liegen.

Gelerntes Glücklichsein

Wir sind also zumindest teilweise unseres Glückes Schmied. Und wie jedes Handwerk können wir auch dieses erlernen, üben und meistern. „Glücklichsein soll kein Ziel, sondern eine Gewohnheit sein“, fasst es der britische Serien-Unternehmer Richard Branson zusammen.

Wie die „Gewohnheit Glücklichsein“ aussehen kann, wird in einem Artikel der Huffington Post erklärt. Dort werden mehrere Studien vorgestellt, die Einblick in die regelmäßigen Tätigkeiten überdurchschnittlich glücklicher Menschen gibt.

Eine zentrale Rolle spielen auch hier wieder soziale Aspekte: Face-to-face-Zeit mit anderen glücklichen Menschen verbringen, aufmerksames Zuhören und tiefgründige Gespräche stehen auf der To-do-Liste der Überglücklichen. Auch ein gesunder Lebensstil scheint ihnen wichtig zu sein. Sie legen Wert auf ausreichend Schlaf und Bewegung und verbringen Zeit in der Natur. Außerdem gehen sie Beschäftigungen nach, die sie als erfüllend und sinnvoll empfinden und sie kultivieren positives Denken. Glückliche Menschen sind dankbar, schätzen die kleinen Freuden des Lebens und konzentrieren sich auf das Schöne und Gute. Auch lebenslanges Lernen und Großzügigkeit stehen hoch im Kurs.

Es gibt also ein paar grundlegende Zutaten, die zu einem glücklichen Leben führen können. Das genaue Rezept darf daraus dann jeder selbst kreieren, ausprobieren und weiterentwickeln. Viel Glück und Freude dabei!

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