Wahre Produktivität kommt von innen

Zeitmanagement ist Schnee von gestern. Wer wirklich produktiv sein will, managt stattdessen seine Energie und teilt sich Aufgaben so ein, wie es der inneren (Energie-)Uhr entspricht. In diesem Artikel erfahren Sie, wie das funktioniert.

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Der lebende Beweis dafür, dass manche Tage sich besser für bestimmte Tätigkeiten eignen als andere, bin ich selbst in Bezug auf Haushaltstätigkeiten. Meistens sind diese eher ein Krampf, einer dieser „Muss halt sein“-Punkte auf der wöchentlichen To-do-Liste, die ich oft widerwillig und manchmal gar nicht abhandle.

Putzwahn

Aber dann, hin und wieder, gibt es einen Tag, an dem mich ein regelrechter Putzwahn packt und ich plötzlich den Drang verspüre, das ganze Haus blitzeblank zu fegen. Auf einmal geht alles fast wie von allein und sogar die seit Monaten nicht geputzten Fenster und die nervige Ecke unter dem Teppich hinter dem Sofa sind plötzlich sauber. Dieses Beispiel verdeutlicht eine Tatsache, die so offensichtlich ist, dass wir sie gerne mal vergessen: Nicht jeder Tag ist gleich.

Mal so, mal so

Kennen Sie das? Diese Tage, an denen man das Gefühl hat, nichts könne einen aufhalten? An denen auch das, was man schon Monate lang vor sich herschiebt, plötzlich kinderleicht von der Hand geht? An denen man scheinbar unendlich viel Energie hat und noch dazu das Bedürfnis, diese „sinnvoll“ zu nutzen? An denen man auf einmal putzen, die Buchhaltung machen, den Dachboden ausmisten oder den Kleiderschrank neu sortieren möchte?

Und dann gibt es Tage, an denen alles einfach nur mühsam ist oder man gerade auf das, was man sich vorgenommen hat, besonders wenig Lust hat. An denen selbst das, was einem normalerweise Spaß macht, nur mit großer Anstrengung zu bewältigen ist. An denen man sich zu allem zwingen muss. Aber hier stellt sich die Frage: Muss man? Vielleicht kann man ja einfach ein Stück weit akzeptieren, dass jeder Tag anders ist und seine Tätigkeiten entsprechend anpassen.

Mit dem Flow statt gegen den Strom

Was wäre, wenn wir einfach ein bisschen öfter das tun, worauf wir grade Bock haben? Vielleicht denken Sie, dass Sie dann nichts mehr „weiterbringen“ würden. Oder dass Sie überhaupt gar nichts mehr tun würden. Vielleicht wäre das auch tatsächlich der Fall – aber bestimmt nur für einen limitierten Zeitraum. Denn in Wahrheit wollen wir ja was tun, uns produktiv fühlen, kleine und große Ziele erreichen. Und das muss gar kein ständiger Kampf sein. 

Es mag zwar paradox klingen und allem widersprechen, was wir je über Produktivität gehört haben, aber: Vielleicht sind wir ja immer genau dann am produktivsten, wenn wir das tun, was wir auch tatsächlich tun wollen. Dann verschwenden wir unsere Energie nämlich nicht damit, uns zu etwas zu zwingen und gegen unsere natürlichen Präferenzen anzukämpfen. Dann sind wir „im Flow“ und die Dinge erledigen sich fast wie von allein. Dann können wir uns auch die Ruhephasen zugestehen, die wir brauchen, um langfristig produktiv zu bleiben. Woher sollen wir denn auch Energie nehmen, wenn wir unsere Reserven nicht regelmäßig aufladen?

Alles hat seine Zeit

Dieses Konzept hat bei mir anfangs für sehr viel Verwirrung gesorgt. Ich mag Listen, Pläne und Struktur. „Ich kann ja nicht einfach so in den Tag hineinleben!“, habe ich mir gedacht. Und dann habe ich es ausprobiert und festgestellt: Ich kann sehr wohl. Und ich erledige mindestens genauso viel, nur ohne den ganzen nutzlosen Stress, Druck und Widerstand, der nur unnötig Energie raubt. 

Denn alles hat seine Zeit. Das Leben verläuft in Zyklen: Tag und Nacht, Jahreszeiten, Mondkreise, der weibliche Zyklus. Die Natur hat ihren Rhythmus und als Produkte der Natur sind wir da keine Ausnahme. Es macht also Sinn, dass jeder Tag anders ist, dass wir zu bestimmten Tageszeiten aktiver sind als zu anderen, dass wir im Sommer anders leben und arbeiten als im Winter. Je mehr wir das akzeptieren und damit im Einklang sein können, desto mehr Leichtigkeit dürfen wir erfahren.

Eine Frage der Balance

Wenn Sie all dem kritisch gegenüberstehen: gut! Machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Probieren Sie es einfach mal aus – so weit wie in Ihrer aktuellen Situation möglich. Vielleicht finden Sie es auch einfach nur absurd und denken so etwas wie: „Ja, aber so funktioniert die Welt nun mal nicht. Manchmal muss man halt auch einfach etwas tun, auch wenn man keine Lust darauf hat!“ Richtig! Manchmal muss man das. Manchmal glaubt man aber auch nur, dass man das muss und kreiert sich damit selbst unnötigen Stress. Was wann der Fall ist, kann und muss jeder für sich selbst abwägen.

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Was hilft, ist sich mal durchzudenken, was wirklich sein muss und was zeitlich gebunden ist. Wenn ich heute diesen Artikel abzugeben habe, werde ich ihn fertigstellen – unabhängig davon, ob mir danach ist oder nicht. Wenn ich mir vorgenommen habe, morgen meine Wohnung zu putzen, aber dann doch lieber in der Sonne spazieren gehen möchte, habe ich die Freiheit, das zu tun. Klarheit über seine Prioritäten und Verpflichtungen zu haben, kann Orientierung und Raum schaffen. Es gibt Ankerpunkte, um die herum man sich frei bewegen kann. 

Für zeitlich nicht gebundene Tätigkeiten kann es Sinn machen, sich einfach das auszusuchen, worauf man gerade am meisten Lust hat. Zum Beispiel: Ich möchte im Laufe der Woche meine Fenster putzen, einkaufen gehen und meine Mutter anrufen. Vielleicht habe ich auf nichts davon Lust, aber es wird trotzdem eine, wenn auch minimale, Präferenz geben. Ich nehme mir also drei Zeitpunkte für diese Tätigkeiten vor und wähle dann spontan immer die Option, die mir am ehesten zusagt. Das funktioniert auch für ins Endlose wachsende To-do-Listen. Beginnen Sie einfach mal mit dem, das Ihnen in diesem Moment am einfachsten erscheint. Dann ist die Liste schon mal ein bisschen kürzer und die Hürde, die anderen Punkte anzugehen, nicht mehr ganz so groß. 

Und noch eine letzte – erstaunlich einfache und dennoch selten angewandte – Technik: Fragen Sie sich einfach zwischendurch mal, was Sie jetzt eigentlich gerne tun würden. Worauf haben Sie heute Lust?

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