In der Ruhe liegt die (Abwehr-)Kraft

Ein starkes Immunsystem braucht nicht nur Vitamine. Auch unser psychischer und emotionaler Zustand beeinflusst unsere Abwehrkräfte – und zwar mehr, als uns vielleicht bewusst ist.

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Unser Immunsystem ist komplex. Dennoch wissen wir alle mehr oder weniger, was es ist oder zumindest, wofür wir es brauchen. Wie der Name schon vermuten lässt, entsteht unser Immunsystem aus dem Zusammenspiel verschiedener Teile – genauer gesagt Organen, Molekülen und Zelltypen. Jeder Mitspieler hat seine eigene, ganz individuelle Aufgabe und trägt dazu bei, uns gesund zu halten. Das Immunsystem ist also ein gut eingespieltes Team, das unter anderem Krankheitserreger aus unserem Körper entfernt, Umweltgifte unschädlich macht und krankhafte Zellveränderungen (z. B. im Falle von Krebs) eindämmt. Nicht umsonst wird es deshalb oft auch als „Armee der Abwehrkräfte“ bezeichnet. Ohne es zu bemerken, stehen wir ständig unter Beschuss und laufen in Gefahr, krank zu werden. Unser Immunsystem dient dabei als unsichtbarer Schild, das unsere Sicherheit und Gesundheit gewährleistet.

Training fürs Immunsystem

Anders als zum Beispiel unser Herz ist unser Immunsystem nicht immer aktiv. Die Abwehr-Armee braucht bestimmte Voraussetzungen, um in den Dienst gerufen zu werden. Zum einen braucht es natürlich einen Angreifer. Deshalb macht es für gesunde Menschen grundsätzlich auch Sinn, sich den natürlich vorkommenden Viren und Bakterien auszusetzen. Das gibt dem Immunsystem die Möglichkeit, zu „trainieren“ und somit stärker zu werden. 

Andererseits will man die Abwehr-Armee natürlich aber auch nicht überfordern und so gut wie möglich unterstützen. Eine ausgewogene, an die individuellen Bedürfnisse angepasste Ernährung mit reichlich Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen versorgt das Immunsystem mit der notwendigen Energie für seine zahlreichen Kämpfe. Was aber mindestens genauso wichtig ist: psychische und emotionale Ausgeglichenheit, Sonnenlicht, ausreichend Bewegung und Erholung sowie gesunder Schlaf. Die wichtigsten Tipps für ein starkes Immunsystem haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst. Im Folgenden wollen wir uns ergänzend dazu vor allem auf die psychischen und emotionalen Aspekte konzentrieren.

Streik bei Angst & Stress

Was unser Immunsystem gar nicht mag: Stress, Angst & Co. Da streikt die sonst allzeit bereite Abwehr-Armee. Das hat vor allem evolutionäre Gründe. Angst und Stress waren ursprünglich dazu da, uns zu schützen. Daher ist die körperliche Reaktion auf diese Emotionen auf Flucht oder Kampf ausgelegt. Die ausgeschütteten Hormone ermöglichen eine schnelle Reaktion – die gesamte Energie wird dorthin geschickt, wo wir sie zum Davonlaufen oder zur Verteidigung brauchen: in Arme und Beine. Verdauung und Immunsystem haben Pause – das hat in einer Situation, in der akute Lebensgefahr besteht, keine Priorität. 

Obwohl dieser Mechanismus an und für sich genial ist – und unseren steinzeitlichen Vorfahren das Überleben gesichert hat –, bringt er in unserer heutigen Lebensweise einige Probleme mit sich.

Gefahr in Verzug

Erstens kann unser Gehirn nicht zwischen vorgestellten und realen Gefahren unterscheiden. Ob wir also einen Horrorfilm ansehen, uns ein Worst-Case-Szenario ausmalen oder tatsächlich im Wald von einem Bären verfolgt werden – das Signal lautet „Gefahr!“, die Vorgänge in unserem Körper sind dieselben und unser Immunsystem ist ausgeschaltet. 

Zweitens müssen die ausgeschütteten Stresshormone durch intensive körperliche Betätigung unmittelbar nach dem Auslöser der Situation abgebaut werden. Immerhin sollen sie die Energie für Flucht oder Kampf bei einer ernsthaften Gefahr liefern. Nachdem die meisten Stresssituationen heutzutage emotionaler oder mentaler Natur sind, fehlt dieser natürliche Abbau großteils und die Stresshormone sammeln sich in unserem Körper an. Das Ergebnis: chronischer Stress und ein langfristig geschwächtes Immunsystem.

Stressabbau: Der Schlüssel zu starken Abwehrkräften

Nachdem unser Immunsystem nur im Entspannungszustand seine lebensnotwendige Arbeit verrichten kann, ist gezielter Stressabbau ein wahres Wundermittel. Ob durch Meditation, Waldbaden oder bewusste Pausen – unseren Körper und Geist regelmäßig zur Ruhe kommen zu lassen, ist die beste Gesundheitsvorsorge.

Wichtig ist es auch, in akuten Stresssituationen ein Ventil zu schaffen. Durch kraftvolles Ausatmen zum Beispiel kann man Stress einfach und schnell abbauen. Auch super: den Stress „abschütteln“. Das klingt vielleicht komisch, funktioniert aber garantiert. Wie oben erklärt, schickt unser Körper bei Stress seine Energie vor allem in unsere Extremitäten. Wir können den Stress also wortwörtlich „abschütteln“, indem wir Arme und Beine bewegen. Man kennt das aus der Tierwelt: Nach einer brenzligen Situation wird einfach kurz geschüttelt – danach geht das Leben wieder in aller Seelenruhe weiter.

Vermeiden statt abbauen: weniger Stress mit diesen Tools & Techniken

Was nicht entsteht, muss auch nicht abgebaut werden. Deshalb macht es Sinn, die Auslöser von Stress so weit wie möglich zu vermeiden, anstatt nachträglich Schadensbegrenzung zu betreiben. Auch wenn wir unsere Anspannung gerne auf externe Faktoren schieben (der Chef, die Mama, die Leute im Supermarkt, das Zuviel an Arbeit und das Zuwenig an Zeit …), sind wir selbst viel öfter für unseren Stress verantwortlich, als wir gerne zugeben.

Durch achtsames Beobachten lernen wir, zwischen selbst- und fremdkreiertem Stress zu unterscheiden. Dann können wir unser Verhalten entsprechend anpassen, uns von unserem Perfektionismus verabschieden und uns selbst ein bisschen weniger stressen. 

Und auf den Stress, der wirklich von außen kommt, können wir immer noch auf verschiedene Arten reagieren. Mit ein bisschen mehr Akzeptanz und Emotionsregulierung lebt es sich auf jeden Fall stressfreier. Probieren Sie es einfach mal aus – Ihr Immunsystem wird es Ihnen danken!

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