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Glücklich um jeden Preis?

Sei optimistisch, no worries, stay happy! Wenn’s Ihnen so geht wie mir, dann können Sie das auch schön langsam nicht mehr hören. Denn – es ist für eine gesunde Lebensführung nicht immer hilfreich.

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Heute möchte ich Ihnen zeigen, wieso ein ständiges Streben nach Positivität und Glück nicht gesund ist, warum wir negative Gefühle und Erlebnisse brauchen und wie wir beginnen können, unser Leben nachhaltig bewusster zu gestalten. Das Ziel soll sein, sich in der eigenen Haut wohlzufühlen, ohne ständig den Drang nach Glück und Positivität zu haben.

Die Happiness-Falle

Überall sehen wir, wie glückliche Menschen aussehen. Instagram-Models, die nichts lieber tragen als teure Active Wear, Facefilter und eine kräftige Portion Airbrush, tummeln sich mit perfekt geformten Hintern und nachdenklich in die Ferne schweifenden Blicken über Captions wie „Negative Gedanken sind der sicherste Weg ins Versagen“, „Wenn du davon träumen kannst, kannst du es auch wahrmachen“ bis hin zum eher platten „Be happy“.

Glück als Chili-Schote

Wir hören, dass man positiv bleiben muss, um Krisen zu überstehen, und dass man durch das tägliche Mantra automatisch zum Glück findet. Naja. Das ist – gelinde ausgedrückt – eine sehr einseitige Sicht der Dinge. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte Sie nicht zum Schwarzmaler machen. Aber die Einstellung, ständig glücklich sein zu müssen (andere schaffen es ja auch, also muss das doch bitte möglich sein), und das fast suchthafte Verlangen nach dauernder Positivität tun unserer Psyche und Seele nicht gut.
Glück ist am ehesten mit einer scharfen Chili-Schote zu vergleichen. Sie kann ausgewählten Speisen einen echten Kick geben, uns kulinarisch in luftige Höhen werfen und dafür sorgen, dass wir uns noch lange an dieses fantastische Curry erinnern. Eingesetzt wie Salz (einfach mal überall drüberleeren) verfälscht es den Geschmack, führt zu Gewohnheitseffekten der Geschmacksknospen und ist alles in allem weniger aufregend. Denn (um wieder aufs Leben zurückzukommen): Wir brauchen das Negative ebenso wie das Positive, um ein sinnerfülltes Leben zu führen.

Die Sache mit dem Liebeskummer

Ein praktisches Beispiel, wieso uns „Stay positive“ nicht immer ganz so positiv stimmt, stammt aus meinem eigenen Nähkästchen. Vor einiger Zeit hat mich böser Liebeskummer gequält. Es lief filmreif schief und ich war sehr betroffen. Ich erzählte einem Freund davon und fühlte mich in dem Moment einfach komplett verzweifelt, traurig und ratlos. Seine Reaktion nach zwei Minuten war: „Naja, wenn du sonst keine Sorgen hast, passt ja alles.“ Was immer Sie tun – ich rate Ihnen sehr davon ab, mit Freunden jemals so zu sprechen. Das ist die „Sei doch positiv“-Bewegung auf die absolute Spitze getrieben und – glauben Sie mir – das fühlt sich alles andere als positiv an. Emotionen auch mal zuzulassen und lieber einmal mehr nachfragen, als sofort zur „Stay positive“-Tagesordnung überzugehen, ist manchmal einfach passender.

Angebrachter Realismus

Wir brauchen den nachdenklichen, grüblerischen Modus genauso wie den Happy Mode, der uns zeigt, wie schön die Welt ist. Ich halte es mit dem Zugang des Berliner Philosophen Wilhelm Schmid: „Das Leben wird leichter, wenn ich mir nicht denke, dass es immer leicht sein muss.“ Das hilft uns dabei, auch mit widrigen Umständen umzugehen, wenn nicht alles so läuft wie geplant. Denn – wir fürchten uns vor allem vor dem, was wir nicht einschätzen können und das uns unerwartet trifft. Und kein Sturz tut mehr weh als der von einem sehr hohen (Gefühls-)Gipfel ohne Auffangnetz. Es gibt jedoch Situationen, wo wir aus dem Grübeln auch wieder herauskommen wollen.

Leben in Gedankenspiralen

Von Glück besessen zu sein, ist die eine Seite. Die andere, oft tragischere ist, wenn negative Gedanken die Oberhand gewinnen und wir in toxischen Gedankenspiralen gefangen sind. Es gibt für Psyche und Seelenfrieden nichts Schlimmeres als einen Kreisel, der sich im Kopf um negative Gedanken dreht und nicht zum Stillstand kommt. Dieser raubt Schlaf, Energie, Lebensfreude, Leistungsfähigkeit, Denkvermögen, Hoffnung und in schlimmen Fällen sogar den Willen und die Kraft, in der Früh aufzustehen. Nicht umsonst ist zwanghaftes Denken eines der Symptome von Depressionen.

Fühle ich richtig?

Auch hier gilt es, Gefühle, welcher Art auch immer, zuzulassen, deren Angemessenheit aber laufend zu hinterfragen. Passen diese Gefühle und Gedanken eigentlich zur momentanen Situation oder verlaufe ich mich da? Sobald wir unsere Gefühle benennen können und vielleicht sogar sagen können, warum wir so fühlen, schaffen wir Distanz zu ihnen. Diese Intervention wird in der Psychologie genutzt, um ein Identifizieren des Menschen mit seinen Gedanken und negativen Gefühlen zu stoppen. Denn aus „Ich bin traurig“ wird „Ich fühle mich traurig, weil ich gerade eine Trennung erlebe“. Spüren Sie den Unterschied? Sie sehen sich fast wie von oben. Sie sind plötzlich nicht mehr (nur) die Emotion, Sie werden vom Opfer zum Beobachter Ihrer Gefühle. Denn Gefühle führen manchmal ein Eigenleben …

Vorgefärbtes Denken

Selbst Erinnerungen und Emotionen möchten mit ihresgleichen schwimmen. Die kognitive Psychologie nennt das „Memory Bias“ oder kognitive Verzerrung. Wenn wir glücklich sind, erinnern wir uns eher an glückliche Momente, die ähnliche Gefühle in uns erwecken wie die momentane Situation. Dasselbe gilt auch für negative Gefühle und Gedanken. Auf der Suche nach möglichst viel Kongruenz stellt unser Gehirn, vereinfacht gesagt, zu jeder Zeit Verbindungen mit Arealen her, die mit jenen der momentanen Denkmuster und Gefühle korrelieren.

Wir erzeugen unsere Realität

Hier spielt auch Konstruktivismus eine große Rolle. Wir nehmen Dinge nie so wahr, wie sie sind, sondern wie unsere Erfahrung sie einordnet. Dieses Wissen allein kann bereits hilfreich sein, wenn wir uns in einer gefühlt ausweglosen Situation wiederfinden und von Negativität geflutet werden. Es gilt herauszufinden: Habe ich mich schon einmal so gefühlt? Wenn ja, wann, warum und wie habe ich das Problem gelöst? Muss ich mich heute wieder so fühlen wie vor zwei Jahren, als ich noch weniger Erfahrung hatte?

Fazit

Wir haben uns heute angesehen, wieso das Beharren auf Glück mehr Zwang als innere Zufriedenheit schafft. Glück ist wie eine Chili Schote – wir brauchen ein Gegengewicht dazu. Es ist richtig und gesund, auch grüblerische Tage zu haben, realistisch zu planen und zu denken und sich nicht im „Alles ist super“ Gebrabbel zu verlieren. Sie dürfen auch mal schlecht drauf sein und nicht alles toll finden. Das macht Sie noch lange nicht zu einem Pessimisten. Wenn negative Gedanken jedoch Überhand nehmen, gilt es zu handeln. Sie sind mehr als Ihre Gedanken und Gefühle. Gesunde Distanz zu negativen Emotionen (im Übrigen aber auch zu Glück) und das Wissen um unsere Memory Bias kann uns helfen, auch schwere Phasen gut zu überstehen. So sind Sie besser gerüstet, um das Leben in seiner ganzen Fülle ein bisschen besser schaukeln zu lernen.

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