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Weizengras und Co: Was kann dieses Grünzeug?

Sie gelten als Superfood, sind knallig grün, manchmal frisch, aber noch öfter pulverisiert erhältlich und sie sollen Smoothies und Shakes noch gesünder machen.

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Doch was steckt hinter den grünen Nahrungsergänzungen? Schließlich sollen sie im Vergleich zu herkömmlichen Lebensmitteln ein Vielfaches an Mineralstoffen, Vitaminen und sogar Eiweiß enthalten. Außerdem sollen sie beim Entgiften helfen.

Weizengras und Gerstengras

Weizen- und Gerstengras sind nichts anderes als gekeimte Weizen- und Gerstenkörner, die bereits frisches Gras, aber noch keine Halme oder Ähren produzieren.

Nährwerte von Weizengras und Gerstengras

Frisches Weizen- oder Gerstengras enthält vor allem Wasser und ist glutenfrei. Die Gräser enthalten – so wie viele andere Sprossen und Keime auch – durchaus viele Vitamine und Antioxidantien. Naturgemäß erhöht sich der Nährstoffgehalt, wenn man das Grünzeug trocknet, pulverisiert und die Nährstoffe pro 100 Gramm Trockenmasse angegeben werden. Die Frage, die man sich nun stellen sollte, ist, wie viel man von diesem Pulver tatsächlich zu sich nehmen kann. Denn mehr als einen Esslöffel verwendet man aufgrund des intensiven Geschmacks wohl kaum auf einmal.

Das Max Rubner-Institut in Karlsruhe hat auf Anfrage der Zeitschrift Der Spiegel mehrere wissenschaftliche Publikationen zum Nährstoffgehalt von Weizengras durchforstet (Quelle unten). Die Angaben für den Nährstoffgehalt von frischem Weizengras unterscheiden sich stark je nach Quelle und reichen etwa beim Vitamin C von 35–75 Milligramm pro 100 Gramm frischem Produkt.

Interessant ist, dass Orangen etwa 50 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm enthalten und somit eine ganze Orange mit etwa 200 Gramm den Tagesbedarf an diesem Vitamin (100 mg) abdeckt. Im Vergleich müsste man da schon mehr als 130 Gramm Weizengras zu sich nehmen – als Smoothie vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig im Geschmack.

Bei Pulvern ist zwar die Nährstoffdichte aufgrund des nicht vorhandenen Wassergehaltes höher, man verwendet aber auch weniger davon. Gerade hitzeempfindliche Stoffe wie Vitamin C dürften bei der Herstellung des Pulvers außerdem stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Weiters kann nicht sichergestellt werden, ob das zu Pulver verarbeitete Gras nicht eventuell mit Pestiziden, Herbiziden oder Umweltgiften belastet war. Dies wird von Verbraucherschutzorganisationen regelmäßig beanstandet. Solche Kontaminationen schließt man bei Zucht der Gräser auf der heimischen Fensterbank mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Verwendung von Weizengras und Gerstengras

Frisches Weizen- oder Gerstengras, aber auch die Pulver daraus können in Smoothies und Shakes mitpüriert werden. Alternativ kann das Gras, wie Schnittlauch geschnitten, über Salate oder Suppen gestreut werden. Es schmeckt leicht bitter, weswegen es nicht überdosiert werden sollte.

Auch in gemixten Suppen oder Shakes können die grünen Pulver gut mitpüriert werden. Vor allem grüne Suppen wie Brokkoli-Suppe, Spinat-Suppe, Selleriesuppe oder eine Suppe aus grünem Spargel profitieren farblich von dem natürlichen Grün-Booster enorm.

Bei der Dosis sollten Sie sich langsam herantasten, da das ganze Essen sonst schnell nach Heu schmeckt.

Weizengras und Gerstengras selbst ziehen

Wer frisches Weizen- oder Gerstengras für Smoothies günstig und garantiert unbelastet selbst ziehen möchte, kann das ganz einfach daheim auf der Fensterbank machen. Man verwendet dafür ganze Weizen- oder Gerstenkörner, am besten natürlich in Bio-Qualität.

Nun füllt man eine Schale mit etwas Erde, gibt eine Handvoll der Körner darauf und bedeckt sie mit wenig Erde. Dann muss man nur noch täglich gut gießen und die Erde feucht halten, um nach nur zehn bis 14 Tagen dem Sprießen der Gräser zusehen zu können. Am besten erntet man nach zwei bis drei Wochen.

Spirulina und Chlorella

Chlorella-Algen sind Mikro- bzw. Süßwasseralgen. Sie enthalten viele Ballaststoffe und besonders viel des für die dunkelgrüne Farbe verantwortlichen Chlorophylls. Das Chlorophyll ist es auch, welches häufig für die ausgelobten Entgiftungswirkungen hervorgehoben wird. Es ist allerdings derselbe grüne Blattfarbstoff, wie er auch in grünem Gemüse wie Spinat, Brokkoli oder Mangold vorkommt, Gemüse also, das man auch in größerer Menge verzehren kann, wodurch man ohnehin viel Chlorophyll zu sich nimmt.

Spirulina oder Blaualgen sind eigentlich Cyanobakterien, die mit ihrem Eiweißgehalt, viel Vitamin B12 und natürlich ganz vielen anderen Vitaminen punkten sollen. Tatsächlich enthalten die getrockneten Produkte in der empfohlenen Dosierung nur einen kleinen Bruchteil des empfohlenen Tagesbedarfs an Eiweiß (etwa 5–15 %). Das ausgelobte Vitamin B12 ist leider nur in einer für den Menschen unverwertbaren Form enthalten. 
Den vielfältigen, teilweise extrem dubiosen gesundheitlichen Versprechen sollte man daher nicht auf den Leim gehen.

Algen als Nahrungsergänzung oder als Lebensmittel?

In der alternativen Medizin werden Algen wie Chlorella und Spirulina hochgelobt. Allerdings erhält man diese fast nur in Pulverform oder zu Kapseln und Tabletten gepresst.

Wer Algen verspeisen möchte, kann sie aber statt als Nahrungsergänzung auch als Lebensmittel einsetzen. Nori-Algen in Sushi und Maki, oder Wakame-Algen in japanischen Suppen oder Salaten können den Speiseplan bereichern, ohne dass zu Pulvern gegriffen werden muss.

Unser Fazit

Natürlich trägt eine nährstoffdeckende Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und auch Kräutern zur Gesundheit bei. Da dürfen auch Gräser oder Algen ihren Platz haben und Personen, die sich mit dem ausreichenden Konsum von Obst und Gemüse schwertun, können von einer vernünftigen Ergänzung profitieren. Einzelnen Produkten aber eine Wunderwirkung zuzuschreiben, ist unseriös.

Brokkoli-Weizengras-Superfood-Suppe

Zutaten für 4 Portionen:

  • 500 g Brokkoli
  • 1 Kartoffel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 100 ml Obers
  • 1 gehäufter Esslöffel Weizengraspulver (oder 50 g frisches Weizengras)
  • 100 g Räucherlachs
  • Schnittlauch oder etwas frisches Weizengras zum Dekorieren

Zubereitung:

Zubereitungsdauer: 25 Minuten, Schwierigkeitsgrad: einfach

1. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken.

2. Die Kartoffel schälen und in Würfel schneiden.

3. Brokkoli putzen, in Röschen schneiden und in heißem Salzwasser blanchieren. Dazu das Salzwasser aufkochen lassen, den Brokkoli darin 2 Minuten köcheln lassen, dann abseihen und kalt abschrecken. So behält der Brokkoli seine kräftig grüne Farbe.

4. Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl andünsten. Mit Gemüsebrühe ablöschen und die Kartoffelwürfel und den Brokkoli dazugeben. Das Gemüse kochen, bis es weich ist. Die Suppe danach mit dem Stabmixer oder im Mixbecher fein pürieren.

5. Ganz zum Schluss kommen Obers und das Weizengraspulver dazu. Alles noch mal schaumig aufmixen und in tiefe Teller geben.

6. Den Räucherlachs in 0,5 cm breite Streifen schneiden.

7. Die Suppe mit Räucherlachsstreifen und geschnittenem Weizengras (oder Schnittlauch) dekorieren und sofort servieren.

Supergrünes Kürbiskernsalz

Zutaten für 1 Glas:

  • 250 g Meersalz fein
  • 50 g geriebene Kürbiskerne
  • 2 EL getrocknete, fein gemörserte Kräuter (z. B. Rosmarin, Thymian …)
  • 1 EL Weizengraspulver
  • 1 EL Gerstengraspulver
  • 1 TL Spirulina-Pulver

Zubereitung:

Zubereitungsdauer: 10 Minuten, Schwierigkeitsgrad: einfach

1.    Kräuter mit etwas Salz fein mörsern.

2.    Alle Zutaten vermengen und in ein hübsches beschriftetes Glas abfüllen.

TIPP: Das grüne Salz eignet sich hervorragend als Geschenk aus der Küche!

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