Reverse Dieting: Dinner in der Frühstücksschüssel

Haferbrei zum Abendessen und Fischfilet zum Frühstück? Klingt zunächst ja wirklich kurios. Was genau steckt hinter dem Diätkonzept der US-Amerikanerin Tricia Cunningham und bleibt der Jo-Jo-Effekt dabei wirklich aus? Wir verraten es hier!

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Wer hat nicht schon mal vor dem Spiegel gestanden und fand sich plötzlich zu dick? Der Entschluss ist schnell gefasst: Zeit für eine Diät! Aber welche? Gefühlt alle paar Monate macht ein neues Diätkonzept die Runde, das zunächst hoch bejubelt und im Nachhinein als nicht effektiv abgestempelt wird. Denn an einem Punkt scheitern sie in der Regel alle: dem Jo-Jo-Effekt. Eine gesunde und vor allem nachhaltige Abnehmmethode, die nicht in der Jo-Jo-Falle endet, muss wohl erst noch gefunden werden. Oder ist sie mit dem Reverse Dieting etwa schon da?

Alles fängt mit einer Hausfrau an

Wer im Internet nach Reverse Dieting sucht, wird wohl schnell feststellen, dass es nicht DAS Reverse Dieting gibt, sondern dass tatsächlich zwei unterschiedliche Abnehmstrategien darunter verstanden werden. Während beim Bodybuilding mit Reverse Dieting gemeint ist, nach einer Diät die Kalorien langsam zu erhöhen, geht das Reverse Dieting als Umkehrdiät auf Tricia Cunningham zurück. Die US-Amerikanerin hatte nach vielen erfolglosen Diäten die Nase voll und entwickelte kurzerhand ihren eigenen Weg für gesundes Abnehmen. In ihrem Buch „The Reverse Diet‟ legt sie dar, wie sie damit 78 Kilo verlor. All das angeblich ohne Kalorienzählen, Hungern oder zusätzliches Sportprogramm. Kann das wirklich funktionieren?

Eine Diät, die eigentlich gar keine ist – oder etwa doch?

Wenn man keine Kalorien zählen, nicht hungern und auf nichts verzichten muss, kann man das dann überhaupt Diät nennen? Na ja, ganz so einfach ist es dann auch beim Reverse Dieting nicht. Zwar besteht der Kerngedanke darin, den Essalltag einmal auf den Kopf zu stellen und Frühstück und Abendessen gegeneinander auszutauschen, aber auch hier sind Zucker, Alkohol, Junkfood und sogar Salz und Koffein tabu. Bye-bye Fertiggerichte, hallo Vollwertkost! Gehungert wird dabei allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. Gerade beim Frühstück wird mit einer ordentlichen Portion Kohlenhydrate, Proteine und gesunder Fette der Stoffwechsel für den Tag so richtig in Gang gesetzt. Beim Mittagessen heißt es dann gemüse- und ballaststoffreich essen. Abends hat der Magen mit einer Schüssel Haferflocken mit Obst oder einer Scheibe Vollkornbrot einen leichten Verdauungsjob. Kurz gesagt: Der Kniff liegt in einer gesunden Umverteilung der Kalorienaufnahme.

Muss es früh morgens wirklich schon Fisch sein?

Für viele ist die Vorstellung, morgens bereits eine herzhafte Mahlzeit zu sich zu nehmen, mit Sicherheit kein schöner Gedanke. Aber hier kommt Entwarnung: Bei der Reverse Diet geht es in erster Linie darum, die Portionsgrößen zu tauschen, sprich morgens viel und abends wenig zu essen. Ob dabei typische Frühstückszutaten auf dem Abendbrotteller landen oder umgekehrt Gemüse, Fisch, Fleisch und Co. in die Müslischüssel wandern, ist irrelevant. Zumindest so lange man auf die richtige Verteilung von Kohlenhydraten, Proteinen und gesunden Fetten achtet und sich bei der Auswahl der Nahrungsmittel an drei goldene Grundsätze hält: gesund, vollwertig und möglichst nicht industriell verarbeitet.

Simple Logik statt komplexer Wissenschaft

Die Basis vieler Trenddiäten ist ein ausgeklügeltes Verständnis unseres Stoffwechsels und des Zusammenwirkens verschiedener Nährstoffe. Die Grundidee beim Reverse Dieting ist hingegen ganz banal, wie Cunningham in ihrem Buch erläutert: Stellen wir uns einfach mal vor, wir wären ein Auto. Bevor ein Auto morgens auf eine Langstreckenfahrt gehen kann, muss zuerst mal der Tank gefüllt werden. Ist das Auto über Nacht in der Garage geparkt, kann der Tank dagegen ruhig leer sein. Mit unserem Körper verhält es sich ähnlich: Wenn wir morgens aufstehen, müssen wir erst mal unsere Energiereserven auffüllen. Vor dem Zubettgehen braucht unser Körper jedoch keine große Energiezufuhr mehr, weil er danach im Ruhezustand ist. Ein leichtes Abendessen hat außerdem den Vorteil, dass der Körper nachts nicht mit Verdauen beschäftigt ist, sondern sich voll und ganz auf Erholung konzentrieren kann.

Neue Gewohnheiten – kein Jo-Jo-Effekt

Morgens Dinner, abends Frühstück. Die Pfunde purzeln und wir sind glücklich. So weit ist ja alles klar, aber wie steht es denn jetzt mit dem Jo-Jo-Effekt? Das Problem bei vielen Diäten liegt darin, dass man nach einer längeren Phase des Verzichtens, Hungerns und Kalorienreduzierens irgendwann wieder zu „normalen‟ Essgewohnheiten zurückkehrt und der Körper mit den überschüssigen Kalorien erneut Fettreserven anlegt. Beim Reverse Dieting hingegen soll diesem Jo-Jo-Effekt durch die Entwicklung gesunder Essgewohnheiten vorgebeugt werden. Wer über längere Zeit lernt, sich bewusst und gesund zu ernähren, und während der Diät nicht hungert, braucht hinterher auch keine unkontrollierten Heißhungerattacken zu fürchten und kann sein neues Traumgewicht halten. So weit die Devise der Reverse Diet.

Alte Idee nur neu verpackt?

Die täglichen Mahlzeiten komplett umzudrehen, scheint zwar auf den ersten Blick ziemlich revolutionär, ganz neu ist die Idee dahinter aber nicht. Morgens richtig gut essen und abends vorm Schlafengehen nur was Leichtes? Klingt doch irgendwie vertraut, oder? Richtig. Wie sagt ein altbekanntes Sprichwort: Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein Edelmann, abends wie ein Bettler. Macht ja auch Sinn. Schließlich stammt die Weisheit aus einer Zeit, in der Menschen morgens ein reichhaltiges Frühstück gebraucht haben, um danach stundenlang auf dem Feld ackern zu können.

Der Mensch ist das Produkt seiner Umwelt – genauso unsere Essgewohnheiten!

Heute arbeiten wir aber nicht mehr den ganzen Tag auf dem Feld und genau damit argumentieren Kritiker dieser Ernährungsphilosophie: Wer braucht heute wirklich noch ein großes Frühstück und viel Energie, um den ganzen Tag vorm Rechner zu kleben? Sollte man sich dazu zwingen, morgens viel zu essen, obwohl man eigentlich gar keinen Hunger hat? Wie viele andere Diäten ist Reverse Dieting mit Sicherheit nicht für jeden das Richtige, aber ihre Grundidee und das Ziel einer langfristig gesünderen Ernährungsweise klingen doch recht vielversprechend. Mit einer ausgewogenen gesunden Ernährung und nur kleinen Portionen vorm Schlafengehen kann man bestimmt das ein oder andere Kilo loswerden. Mit zusätzlicher Bewegung vielleicht sogar noch etwas mehr. Heißt im Fazit für das Reverse Dieting: Warum denn nicht? Fischfiletfrühstück, wir kommen!

UNSER BUCHTIPP:

  • Tricia Cunningham, Heidi Skolnik: The Reverse Diet: Lose 20, 50, 100 Pounds or More by Eating Dinner for Breakfast and Breakfast for Dinner. 2007.

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