Puzzeln – Stein für Stein zu mehr Achtsamkeit

Germ, Klopapier – und jetzt auch noch Puzzles? Die Kartonstückchen haben es während der Pandemie zu wahren Kassenschlagern gebracht. Was ist dran am Puzzeln, wieso begeistert es so viele und tut unserem Gehirn dabei auch noch so richtig gut?

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Als die ganze Welt plötzlich zu Hause bleiben musste, stieg das Bedürfnis nach Zerstreuung in den eigenen vier Wänden. Ein Gewinner der weltweiten Lockdowns war die Spielwarenindustrie. Und ganz voran jene Firmen, die Puzzles herstellen. Aber auch wir profitieren vom kniffeligen Such-Spiel.

Erst das Vergnügen, dann die Benefits

Beim Puzzeln geht es vor allem um genussvollen Zeitvertreib und Spaß am Suchen, Finden, Erschaffen eines großen Ganzen. Wir alle können uns wohl noch an Wimmelbilder erinnern, in denen wir eifrig und voll Begeisterung das eine Gesicht, diese besondere Tasche, den kleinen Hund gesucht haben. Ist der Jäger- und Sammlertrieb einmal entfacht, fühlt es sich fast zwanghaft an: Wir wollen weitermachen, weitersuchen. Hat man das Gesuchte endlich erspäht, fühlen wir fast so etwas wie einen Kick. Das Belohnungszentrum im Hirn springt an, die Maschinerie unserer Glückshormone beginnt zu arbeiten, wir kommen in einen sogenannten Flow-Zustand. Und das alles wegen ein paar eigenartig zerschnittenen Kartonstückchen.

Allein oder zu zweit?

Beim Puzzeln scheiden sich die Geister. Manche müssen es allein machen, um sich konzentrieren zu können. Andere machen es zu zweit. Ein Pärchen aus dem Bekanntenkreis hat Puzzeln zum offiziellen Ritual des Feierabends gemacht. Wenn der Kleine im Bett liegt, setzen sich die Großen mit einem Glas Wein im Wohnzimmer auf die Puzzle-Matte. Genauso wie beim gemeinsamen Spaziergang oder beim Kochen zu zweit ermöglicht Puzzeln einen gemütlichen Gesprächsflow, während gleichzeitig eine beruhigende Tätigkeit ausgeführt wird. Eine wunderbare Art für Paare, gleichzeitig und gemeinsam zu entspannen und dabei etwas zu schaffen. Und wer weiß – vielleicht bringt das gemeinsame, „einlullende Werkeln“ ja auch das zwischenmenschliche Knistern wieder ein wenig in Schwung.

Was passiert im Hirn, wenn wir puzzeln?

Puzzeln ist der ideale Weg, um – ähnlich einer Meditation – in den eigenen Flow-Zustand zu gelangen. Dieser beschreibt den Einklang mit sich selbst, den man vor allem dann verspürt, wenn man sich ganz und gar einer Sache verschreibt und sich hingebungsvoll einer einzelnen Aufgabe widmet, in der man sich richtiggehend verliert. Läufer kennen das von der Langstrecke, Schriftsteller vom Vertiefen in Texte, Leseratten von ihrem Lieblingsroman. Wir sind ruhig, bei uns, zufrieden und brauchen sonst nichts. Das Gehirn kann sich auf ein To-do konzentrieren, das uns noch dazu angeboren ist: das Aufspüren von Mustern, das Erkennen von Dingen, die zusammengehören. Je öfter wir das machen, desto besser werden wir, desto höher wird unsere Frustrationstoleranz und desto mehr Spaß haben wir auch dabei. Und ganz nebenbei trainieren wir unser Kurzzeitgedächtnis, das sich Puzzlestein um Puzzlestein einzuprägen versucht.

Stein für Stein zur Stressreduktion

Der angesprochene Flow-Zustand ist die Wunschvorstellung jedes Entspannungstrainers. Gelangen wir dorthin, gönnen wir sowohl unserem Geist als auch unserer Seele einen Kurzurlaub mit Erholungsgarantie. Puls und Blutdruck sinken, wir blenden die Welt um uns aus, Angstgefühle gehen zurück. Ein Grund, den Psychologen und Mediziner hinter dem beruhigenden, angstlösenden Effekt des Puzzelns vermuten, ist die sanfte Kontrolle, die wir über unser Werk haben. Auch wenn es ein „Tausender“ ist, wie meine Puzzle-affinen Freunde es nennen – klar ist: Es ist machbar. Das Chaos ist nicht nur überschaubar – es ist Teil des Spiels und Grundvoraussetzung für den Spaß. Wir bringen mit jedem gefundenen Stein mehr Ordnung ins System, wir erschaffen das System geradezu selbst. Vor allem in turbulenten Zeiten, wenn wir stark mit der omnipräsenten Unsicherheit hadern, schafft ein Puzzle einen geschützten, sicheren Rückzugsort.

Körper und Geist

Die ruhige Art, wie Puzzeln meistens vonstattengeht, signalisiert unserem Körper außerdem, dass kein Grund mehr besteht, sich zu stressen. Bedächtige Handbewegungen, ein wenig grübeln, ab und an der Griff zum Wein- oder Wasserglas. Das versetzt uns fast in Trance. Und das tut einem gestressten Geist wirklich gut. Was unserer Stressresilienz und geistigen Widerstandskraft hilft, sind gesunde Routinen, die uns in unserem Alltag begleiten. Schon allein das Wissen, abends ein wenig Rückzugsmöglichkeit und Besinnung beim Puzzeln zu finden, entspannt ungemein. Das Wegfallen mühsamer Entscheidungen (was mache ich heute?) und die automatisierte Einfachheit sind nur zwei von vielen Vorteilen gesunder Routinen und Rituale im Alltag.

Puzzeln für Kinder

Während sich auch Erwachsene an Puzzles erfreuen, ihr Stresslevel senken und das Chaos überblicken lernen, sind es eigentlich die Kinder, denen wir den Puzzle-Spaß schmackhaft machen sollten – und das durchaus mit einer gesunden Portion Eigeninteresse. Die Lokomotive fährt mit Volldampf durchs Wohnzimmer, der Kübel mit den Bauklötzen wird als Buschtrommel verwendet? Versuchen Sie mal, laut zu puzzeln. Das ist schlichtweg unmöglich. Puzzeln braucht Konzentration und für diese braucht man meist Ruhe. Aber auch das Zusammenspiel zwischen kognitiver Leistung (Steinchen aufspüren) und feinmotorischer Geschicklichkeit (Steinchen richtig einsetzen) schult und trainiert den kindlichen Geist und Körper. Gehören Sie also zu den Tapferen, die trotz Kindern im Homeoffice arbeiten müssen, bauen Sie doch Puzzeln als regelmäßige stille Beschäftigung in den Tagesrhythmus Ihres Kindes ein. Als Elternteil haben Sie es selbst am besten im Gefühl, wann der Zwerg am ehesten auf diese Art der Beschäftigung anspricht.

Wenn Ruhe belohnt wird

Beim Puzzeln sind jene erfolgreich, die ruhig bleiben. Wer es also schafft, lang genug ruhig und entspannt dem Vervollständigen nachzugehen, wird doppelt belohnt. Jeder Stein macht das Bild schöner, größer, besser. Aber jeder Stein signalisiert unserem Gehirn auch, dass sich ruhige Konzentration auszahlt. Puzzeln ist die Achtsamkeitsübung schlechthin. Genießen Sie also die Ruhe, die Entspannung und die stresslose Steinchen-Suche. Der nächste Tausender gehört Ihnen!

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