Free Writing - Schreiben Sie sich frei!

Eine Übungstechnik für kreatives Schreiben, die uns hilft, das Chaos im Kopf zu sortieren? Wir verraten, wie das klappt.

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Bestimmt kennen Sie das Gefühl, dass der Kopf manchmal einfach voll ist und 1.000 verschiedene Gedanken, Ideen, Aufgaben und Sorgen darin herumschwirren. Wie bringt man am besten etwas Ordnung in dieses Chaos? Der erste Schritt zum Glück heißt Überblick! Die zwei wichtigsten Werkzeuge, um sich den zu verschaffen, sind Stift und Papier – und das nicht nur, wenn Sie, so wie ich, Listen lieben und ohne Einkaufszettel keinen Supermarkt betreten.

Worum geht’s?

Free Writing, freies Schreiben, expressives Schreiben, Non-Stop-Schreiben oder intuitives Schreiben – bei all diesen Begriffen geht es im Grunde um dasselbe: den Gedankenstrom fließen zu lassen und alles, was einem dabei in den Sinn kommt, unzensiert und schnell aufs Papier zu bringen. Ob Sie sich dafür ein Stichwort oder eine bestimmte Frage zum Anlass nehmen oder vollkommen unvorbereitet drauflosschreiben, spielt dabei keine Rolle und bleibt ganz den persönlichen Vorlieben überlassen. Auch um Form, Rechtschreibung und Grammatik müssen Sie sich keine Gedanken machen.

Was bringt’s?

Die Schreibtechnik des sogenannten Free Writing wurde ursprünglich entwickelt, um das kreative Schreiben zu fördern. Aber auch, wenn Sie keine literarischen Texte verfassen, sondern einfach nur Gedanken und To-do-Listen sortieren möchten, können Sie sich die bewährte Übung zunutze machen. Auch als Brainstorming-Technik ist Free Writing geeignet, wann immer frische Ideen gefragt sind. Und sogar zu therapeutischen Zwecken kann Free Writing angewendet werden. 

Durch die ununterbrochene Verbindung von Gedanken und Stift wird das Unbewusste aktiviert. Und auch Pros und Kontras, Aufgaben und anstehende Projekte lassen sich viel besser sortieren, wenn sie erst einmal auf Papier gebracht sind. Ich habe selbst schon festgestellt, dass beim unreflektierten Schreiben immer wieder erstaunliche Gedanken und Einfälle auf dem Papier landen. Das fördert zum einen die Kreativität, kann aber auch dabei helfen, sich bewusst zu machen, was einen im Moment wirklich am meisten beschäftigt.

Nicht umsonst ist die heilsame Wirkung des Schreibens schon lange bekannt. Intuitiv habe ich als Teenager beim ersten großen Liebeskummer zum Tagebuch gegriffen und den leeren Seiten all meine Gefühle anvertraut. Warum es sich auch im Erwachsenenalter lohnt, ein Tagebuch zu führen, und wie man am besten (wieder) damit anfängt, lesen Sie hier. Aber auch wenn Sie nicht regelmäßig Seite um Seite mit Erinnerungen und Tagesabläufen füllen wollen, kann Schreiben Ihnen dabei helfen, mit Belastungen besser umzugehen. Mit Free Writing können Sie sich negative Gefühle und Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes einfach von der Seele schreiben. Papier ist schließlich geduldig. Probieren Sie’s aus und sie werden feststellen, dass Sie sich erleichtert fühlen, sobald Sie alles zu Papier gebracht haben. Lege ich nach einem anstrengenden Tag noch eine kleine Schreibsession ein, schlafe ich meistens sogar besser. Und manchmal liefert der Blick auf das Geschriebene hinterher auch noch Lösungen für Probleme, auf die ich sonst gar nicht gekommen wäre. Neugierig geworden?

Wie funktioniert’s?

Den meisten Menschen gelingt der Einstieg ins Free Writing am besten, wenn sie sich vorab einen Timer stellen. Mindestens fünf Minuten sollten Sie sich auf jeden Fall nehmen, nach oben ist die Grenze offen. Für den Anfang empfehlen die meisten Schreibprofis eine langsame Steigerung auf eine Dauer von zehn bis 20 Minuten. Außerdem sollten Sie sich natürlich ein möglichst ungestörtes Plätzchen für die Übung suchen. Wer nicht einfach so ins Blaue schreiben will, überlegt sich vorher noch ein Thema, um das es gehen soll. Das können eine Frage, ein Schlagwort oder auch der Name einer Person sein. Und dann kann es auch schon losgehen!

Schreiben Sie alles (ja, wirklich alles) auf, was Ihnen durch den Kopf geht. Das dürfen auch Dinge sein, die Sie niemals aussprechen würden. Schließlich sind diese Aufzeichnungen nicht dazu bestimmt, von irgendjemandem gelesen zu werden, und der innere Zensor hat für die Dauer der Übung strikte Sendepause. Alles ist erlaubt, egal ob ganze Sätze, Satzteile, Fragen oder unzusammenhängende Wörter. Es muss auch nicht logisch oder klug und schon gar nicht korrekt geschrieben sein. Vermeiden Sie es, das Geschriebene zu lesen, solange der Timer läuft. Außerdem sollten Sie möglichst nicht absetzen und das Schreiben unterbrechen. Auch wenn es vielleicht seltsam klingt: Fällt Ihnen absolut nichts ein, wiederholen Sie einfach das zuletzt notierte Wort oder schreiben Sie so lange „Mir fällt nichts ein“, bis Ihnen wieder etwas einfällt. Fühlt sich das gar zu seltsam an, zeichnen Sie Linien oder Wellen, aber legen Sie den Stift nicht zur Seite. Dieser ununterbrochene Flow ist wichtig, um möglichst nicht ins Grübeln zu kommen und um Stress und Druck abzubauen. Ist die Zeit abgelaufen, heißt es wie früher in der Schule: „Stifte weg!“ Im Idealfall ist das Blatt jetzt voll, der Kopf leer und die Gedanken sind frei für jede Menge neuer, schöner Einfälle.

Manche Menschen fühlen sich schon durch die bloße Tätigkeit des Schreibens ohne bestimmten Zweck befreit und entspannt und werfen den Zettel im Anschluss einfach weg. Andere nutzen ein Notizbuch statt loser Blätter. Ich gönne mir jedenfalls meistens nach dem Schreiben noch einmal eine kleine Pause, hole mir zum Beispiel eine Tasse frischen Kaffee und werfe dann einen Blick auf die Tintenergüsse. Denn das Erstaunliche am Free Writing ist: Selbst wenn Sie ganz ohne Ziel gestartet haben, gibt es am Ende fast immer ein Ergebnis. Sie können unterstreichen, was Ihnen besonders auffällt, oder auch ein Fazit formulieren und aufschreiben. Vielleicht erkennen Sie auch einen neuen Gedanken, dem Sie sich beim nächsten Mal intensiver widmen möchten. Apropos nächstes Mal: Wie so oft trifft auch auf das Schreiben das Sprichtwort „Übung macht den Meister“ zu. Was sich anfangs vielleicht ungewohnt anfühlt, wird schnell zur lieb gewonnenen Routine.

Probieren Sie einfach aus, was Ihnen guttut: unregelmäßige Schreibübungen oder fixe Zeiten, zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen oder jeden Abend vor dem Schlafen. So oder so heißt es ab jetzt: An die Stifte, fertig, los!

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