Eintauchen und Entspannen mit Klangbädern

Der richtige Ton für Tiefenentspannung. Wir verraten, was es mit dem akustischen Wellnesstrend rund um Klangschalen & Co. auf sich hat und wie sogenannte Sound Baths unser Wohlbefinden beeinflussen können.

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Wasser und Wellness gehören für mich einfach zusammen. Ob ein Tag in der Therme, ein Urlaub am Meer oder einfach ein kurzer Abstecher zum nächsten Badesee nach der Arbeit: Baden bedeutet für mich Erholung pur. Wenn sich das alles nicht ausgeht oder das Wetter nicht mitspielt, dann tauche ich einfach in der Badewanne ab – am liebsten mit selbstgemachten Badezusätzen, die nicht nur herrlich duften, sondern auch die Haut pflegen.

Deshalb war mein Interesse natürlich sofort geweckt, als ich zum ersten Mal von Klangbädern gehört habe. Schnell musste ich jedoch lernen, dass diese besonderen Bäder, anders als der Name zunächst vermuten lässt, gar nichts mit Wasser zu tun haben. Vielmehr taucht man dabei in eine ganz spezielle Geräuschkulisse ab, die Tiefenentspannung für Körper und Geist verspricht. Grund genug, sich näher damit zu beschäftigen! Und wenn Sie, anders als ich, nicht zu den Wasserratten gehören, sind Sie mit diesem Wellnesstrend vielleicht gerade deshalb ganz in Ihrem Element.

Harmonie zum Hören

Klangbad, Sound Bath, Klangtherapie, Sound Healing – hinter all diesen Bezeichnungen verbirgt sich dasselbe Prinzip: Der bewusste Einsatz von Geräuschen soll zu mehr Harmonie und Balance führen. Und auch wenn einige Namen vermeintlich modern daherkommen, ist dieses Prinzip alles andere als neu.
Dass Musik großen Einfluss auf unsere Stimmung haben kann, haben Sie wahrscheinlich selbst schon erlebt – egal, ob in Form von Gänsehaut beim Lieblingslied, Erinnerungen, die durch einen bestimmten Song wieder lebendig werden, oder als gute Laune, sobald wir eine bestimmte Melodie hören. 
Doch Klänge und Töne werden in vielen Kulturen bereits seit Jahrtausenden zur Meditation, in spirituellen Ritualen oder als Teil heilkundlicher Praktiken genutzt. Denken Sie zum Beispiel an Mantras und Chanting, an tibetische Klangschalen, an rituelle Gesänge der indigenen Völker Amerikas oder auch an das australische Didgeridoo. Kein Wunder also, dass man sich in unserer schnelllebigen Zeit, in der sich immer mehr Menschen gestresst fühlen, wieder auf althergebrachte Methoden zur Entspannung besinnt.

Der Unterschied zwischen Stille und Ruhe

Nun könnte man eigentlich meinen, dass vollkommene Stille eher zu innerer Ruhe führt als das Eintauchen in eine ganz besondere Klangwelt. Schließlich sind wir ohnehin fast rund um die Uhr von Geräuschen umgeben – vom Klingeln des Weckers über Straßenlärm, Notifications am Smartphone und Musik in den Kopfhörern bis hin zum abendlichen Fernsehprogramm und der neuesten Podcastfolge vor dem Einschlafen. Doch Stille ist nicht gleichbedeutend mit Ruhe. Manche Menschen fühlen sich von absoluter Stille sogar noch gestresster. Soundbäder sollen hingegen ein wirkungsvolles Mittel sein, um der ständigen Geräuschkulisse zu entfliehen und eine Pause von der Überstimulation unserer Sinne zu bieten. 

Ein Sound Bath kann dabei helfen, die Gehirnaktivität zu entschleunigen. Die Geräusche, die durch Klangschalen, Gongs, Stimmgabeln, Shrutiboxen oder ähnliche Instrumente erzeugt werden, folgen keinen strukturellen Mustern. Die Klänge lösen, anders als Benachrichtigungstöne, Verkehrsgeräusche oder Telefonklingeln, in uns nicht das Gefühl aus, in irgendeiner Form reagieren zu müssen. Und anders als bei Musikstücken gibt es keinen Rhythmus, dem wir folgen können und der uns dazu verleitet, vorzufühlen, was als Nächstes kommt. 

Wer sich einmal auf das Klangbad einlässt, wird vielleicht anfangs noch versuchen, eine bestimmte Ordnung herauszuhören. Irgendwann, so zumindest meine Erfahrung, gibt man aber auf und lässt sich einfach in die Klänge und damit in einen Entspannungszustand fallen. Den nicht vorauszuahnenden Tönen zu folgen, ist auch eine Übung in Achtsamkeit. Wer einfach nur zuhört, hat schnell keinen Platz mehr im Kopf für unerwünschte Gedanken.

Der Unterschied zwischen Klangbad und Meditation

Sie fragen sich jetzt vielleicht, was genau das Klangbad von einer Meditation im klassischen Sinn unterscheidet. Bei den meisten Meditationstechniken versucht man aktiv, die Gedanken ziehen zu lassen, sich auf bestimmte Vorstellungen zu fokussieren, sich auf die Atmung zu konzentrieren, Dinge bewusst wahrzunehmen oder einer geführten Anleitung zu folgen. Bei einem Klangbad bleibt man hingegen vollkommen passiv und macht wirklich nichts. 
Man muss auch nicht, wie für einige Yogaarten, beweglich sein oder ein gewisses Fitnesslevel mitbringen. Um von der Wirkung der Klänge zu profitieren, muss man lediglich auf einer Yogamatte liegen können. Diese Entspannungstechnik ist also besonders inklusiv und für alle geeignet, ganz unabhängig von Geschlecht, Alter oder körperlicher Verfassung. Die Geräusche, so sind sich Fans von Klangbädern einig, nehmen unser Bewusstsein ganz automatisch mit auf eine erholsame Reise.

Wo, wie, was

Mittlerweile bieten immer mehr Yogastudios klangvolle Kurse und Behandlungen an. Sie finden in Gruppen oder auch in Einzelsitzungen statt, die meist zwischen 60 und 90 Minuten dauern. Die Teilnehmer_innen führen dabei meistens einige Atem- und Dehnungsübungen durch, bevor sie es sich auf Yogamatten auf dem Boden gemütlich machen. Viele schwören dabei auch auf Schlafmasken, Gewichtsdecken oder das Lieblingskissen. Wichtig ist jedenfalls, dass Sie es bequem haben. Das gilt auch für die Kleidung; spezielle Funktionswäsche oder Yogaoutfits sind nicht erforderlich. 
Die Sounds für das Klangbad werden von den Kursleiter_innen erzeugt. Manchmal werden die Sessions zusätzlich noch durch sogenannte Klangschalenmassagen unterstützt. Dabei werden Klangschalen auf oder direkt über Ihrem Körper platziert und mit dem dazugehörigen Klöppel angeschlagen oder gerieben. Die dabei entstehende Schwingung wird auf den Körper übertragen und als leichte Vibration wahrgenommen. Sie soll den entspannenden Effekt des Klangbads noch verstärken und sogar bei Muskelverspannungen helfen.

Sie sind sich noch nicht sicher, ob ein Klangbad die richtige Entspannungstechnik für Sie ist? Sie müssen nicht gleich ins kalte Wasser springen und sich für einen Kurs oder eine Behandlung anmelden. Für einen ersten Vorgeschmack können Sie auch in den eigenen vier Wänden das Abtauchen in den Sound ausprobieren. Online gibt es zahlreiche Playlists mit den typischen Geräuschen, die Sie in einen Zustand der Harmonie und Balance versetzen sollen. Achten Sie auf eine gemütliche Atmosphäre ohne Ablenkungen (Handy ausschalten!) und nehmen Sie sich ausreichend Zeit. Wer mag, kann natürlich auch selbst mit einer Klangschale experimentieren. So können Sie auch die Vibrationen gleich hautnah erleben. 
Und wer weiß, vielleicht tauschen Sie demnächst Badewanne gegen Yogamatte und die Jahreskarte fürs Freibad gegen ein Abo im Yogastudio?

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