Das 1 x 1 des Zeichnens – Teil 2

Aller Anfang ist schwer – so auch beim Zeichnen. Es gibt so viele verschiedene Stile und Techniken zu lernen. Da ist manchmal Überforderung vorprogrammiert. Also einen Schritt zurückgehen, tief durchatmen und einfach beginnen.

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Das letzte Mal, als Sie gezeichnet haben, war Ihr Alter noch einstellig? Kein Problem, zeichnen kann wirklich jeder mit zumindest einem Stift und Papier. Wenn Sie sich nun ein neues spannendes Hobby zulegen wollen – das auch nicht sehr zeitintensiv ist –, sind Sie hier richtig.

Zeichnen vs. andere kreative Hobbys

Nachdem Sie diesen Artikel lesen, sind Sie zumindest neugierig aufs Zeichnen, wissen aber vielleicht noch nicht, wo Sie denn beginnen sollen. Oder warum überhaupt. Nun, zeichnen hat im Gegensatz zu anderen kreativen Hobbies – wie etwa ein Musikinstrument zu lernen – einen großen Vorteil im Alltag: die Zeit. Die meisten von uns, die mit einem neuen Hobby beginnen, hören damit wieder auf, weil es uns keinen Spaß macht oder wir nicht genug Zeit dafür haben. Wenn Sie aber jeden Tag nur fünf bis zehn Minuten zeichnen, werden Sie trotzdem Fortschritte machen. Natürlich werden Sie an Tag 15 nicht plötzlich ein fotorealistisches Bild vom Stephansdom zeichnen können, aber auch kleine Fortschritte summieren sich. Außerdem können Sie quasi überall zeichnen – ob zu Hause auf einer Leinwand, einem DIN A4-Zettel, auf dem Tablet oder in einem kleinen Notizblock auf dem Weg zur Arbeit. Noch dazu kann das Zeichnen sehr entspannend und fast schon meditativ sein. Hier können Sie mehr dazu lesen.

Auf die Körperhaltung achten

Damit Sie langfristig keine gesundheitlichen Beschwerden bekommen, sind einige Dinge am besten gleich am Anfang zu korrigieren. Viele machen den Fehler, aus dem Handgelenk zu zeichnen. Allerdings sollten vor allem die Finger sowie Ellbogen und Schulter die meiste Arbeit übernehmen. Deshalb beklagen sich gerade anfangs viele über Schmerzen im Handgelenk. Im Laufe der Zeit wird es nur schlimmer, wenn man nicht „aus der Schulter“ zeichnet. Mit anderen Worten: Der ganze Arm sollte sich beim Zeichnen bewegen. Währenddessen sollten Sie aber auch nicht auf den Rest Ihres Körpers vergessen. Oft passiert es nämlich, dass man in der Lendenwirbelsäule rund wird, der obere Rücken schon dem einer Katze gleicht und sich der Nacken überstreckt. Setzen Sie sich also gleich von Beginn an mit geradem Rücken an einen Tisch in einer angenehmen Höhe und bemühen Sie sich bewusst darum, dass die Schultern nicht rund werden. Nachdem wir alle jeden Tag so viele Stunden im Sitzen verbringen, wäre es natürlich noch besser, wenn Sie im Stehen zeichnen könnten – sofern Sie die Möglichkeit dazu haben.

Die eigene Inspiration identifizieren

Nun ist noch wichtig, wieso Sie zeichnen lernen wollen. Haben Sie kürzlich eine Kunstausstellung besucht und sich gedacht „Das würde ich auch gerne können“? Oder sind Sie ein Fan von Zeichentrick, Cartoons, Animation oder dem japanischen Anime-Stil? Der Grund, warum ich Ihnen diese Fragen stelle, ist folgender: Wenn Sie bereits wissen, dass Sie am liebsten Cartoons in einem bestimmten Stil zeichnen wollen, macht es wenig Sinn, fotorealistische Porträts zu üben. Die Grundlagen des Zeichnens sind zwar dieselben, danach spalten sich die Wege jedoch ein wenig. Es hängt auch davon ab, wie kreativ Sie sich beim Zeichnen austoben möchten. In einem realistischen Porträt ist nicht viel Platz dafür. In einer comicähnlichen Aufarbeitung dagegen sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Alles besteht aus simplen Formen

Nun aber zu den Basics des Zeichnens. Anfangs geht es für alle angehenden Zeichner gleich los: Linien und Formen lernen. Was vielleicht ein wenig langweilig klingt – und zugegebenermaßen auch nicht besonders spannend ist –, ist der Grundstein, auf dem alles andere aufbaut. Wenn die Linien wackelig sind, wackelt auch der Rest des Bildes. Deshalb ist es wichtig, mit Linien umgehen zu können und zu lernen, wie man sie (halbwegs) gerade hinbekommt. Dafür können Sie zum Beispiel einfach ein Blatt Papier quer vor sich hinlegen und versuchen, eine Linie vom oberen Blattrand zum unteren zu ziehen. Sie werden merken, dass die Linie tendenziell gerader wird, je schneller Sie den Stift über das Papier ziehen. Spielen Sie sich also bewusst mit der Geschwindigkeit und machen Sie auch horizontale Striche. Wenn sich das einigermaßen natürlich anfühlt, können sich die Linien zu Formen verbinden. So gut wie alles kann aus den drei simplen Formen Rechteck, Dreieck und Ellipse gebaut werden – bis zu einem gewissen Grad sogar der menschliche Körper.

Ein Spiel von Licht und Schatten

Um dann zum Beispiel aus einer Ellipse eine Sphäre zu machen, braucht es Schatten. Nun können Sie versuchen, verschieden stark mit Ihrem Stift aufzudrücken. Alleine dieses haptische Gefühl zeigt, warum das Zeichnen und Schreiben auf Papier noch lange nicht der Vergangenheit angehört. Wenn Sie einen Bleistift oder Buntstift verwenden, können Sie ihn für das Schattieren auch kippen. So haben Sie eine größere Auflagefläche, mit der Sie feinere Abstufungen zwischen den tiefen Schatten und helleren Flächen machen können. Wenn Sie schattieren, müssen Sie immer im Hinterkopf behalten, wo Ihre Lichtquelle ist, und überlegen, wie der Schatten, den das Objekt wirft, aussehen könnte. Dafür ist es hilfreich, wenn Sie sich Vergleichsbilder und Fotos ansehen und auf das Spiel von Licht und Schatten achten.

Die Wege teilen sich …

Wenn Sie sich nun besonders für lebensechte Porträts interessieren, würde ich Ihnen nahelegen, ein Anatomiebuch durchzublättern. Versuchen Sie sich einmal an einem Selbstporträt und Sie werden danach wohl verstehen, warum korrekte anatomische Proportionen wichtig sind. Wenn sie nicht stimmen, sieht das Bild der porträtierten Person teils überhaupt nicht ähnlich. Wenn Sie sich nun aber mehr für Architektur interessieren und z. B. auf einer Sightseeingtour einige Gebäude entdecken, die Sie skizzieren wollen, sollten Sie sich unbedingt mit Perspektiven auseinandersetzen. Wenn Sie genau hinsehen, werden Sie merken, dass alle Linien der Gebäude zu einem, zwei oder mehreren Fluchtpunkten verlaufen. Das verleiht einer Zeichnung – neben Licht und Schatten – eine gewisse Plastizität und lässt die Objekte realer wirken. Aber auch wenn Sie sich primär für Comics interessieren, sind Perspektive und Anatomie wichtig – wenn auch nur, um sie bewusst zu übertreiben.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Zeichnen!

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