Hotspot Gletscher – so bedroht sind unsere Riesen!

Es ist das faszinierende Naturschauspiel, das uns Menschen seit jeher magisch in die Berge zieht. Die Alpen sind aber noch weit mehr als ein einzigartiger Rückzugsort. Sie sind auch ein vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen und der größte Wasserspeicher Europas. Doch mit dem Klimawandel kämpfen unsere Alpen gegen den stärksten Gegner seit Langem. Ein Experte offenbart spannendes Insiderwissen. So schlimm steht es wirklich um unseren Lebensraum!

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In der Podcastfolge „Die Alpen im Fieber“ des Österreichischen Alpenvereins „Basecamp“ spricht Andreas Jäger, Meteorologe und Geophysiker, das aus, was sich sonst niemand zu sagen traut. Der Mensch und all das, was er zum Leben braucht, ist in großer Gefahr. Denn „der Klimawandel ist handgemacht“ und betrifft uns alle. Schmelzen die Gletscher, geht Lebensraum verloren und die Wasserknappheit steigt. Es ist also höchste Zeit, der Gefahr ins Auge zu blicken und strengere Klimamaßnahmen zu treffen, um unsere geliebte Umwelt zu retten.

Klimawandel trifft Bergwelten

Der empfindliche Lebensraum der Bergwelten ist von der Veränderung des Klimas besonders betroffen. Denn die Durchschnittstemperaturen steigen in den Alpen fast doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt. Das bleibt natürlich nicht unbemerkt. Die Vegetationsperioden verändern sich, die Schneegrenze steigt und der Wasserhaushalt gerät durcheinander. All das wirkt sich drastisch auf das Tier- und Pflanzenleben in den Bergen, aber auch auf uns Menschen aus. Stabile Wetterlagen in Form von durchgehenden Regenperioden oder vielen Sonnentagen sind nur eines von vielen Erkennungszeichen des Klimawandels. Die große Gefahr dahinter? Menschen ordnen wärmere Temperaturen evolutionsbedingt immer als sicherer ein, denn warme Temperaturen bedeuten auch nahrhaftere Zeiten. Wir spüren also wortwörtlich keine Bedrohung, obwohl wir uns direkt in der Gefahrenzone befinden. Viel offensichtlicher ist die Gletscherschmelze auf den Bergen, die sich auch unmittelbar im Tal erkennen lässt und eine der größten Gefahren des Klimawandels birgt. Denn das ewige Eis lebt vom kühlen Sommer. Und genau das ist das Problem. Die Erderwärmung ist im Sommer stärker als im Winter, was erst recht zum drastischen Rückgang der Gletscherfläche führt.

Die Alpen – das europäische Wasserschloss

Die Bedeutung der Alpen gehe jedoch weit über die Berge hinaus, spricht Andreas Jäger in dem Podcast. Die europäischen Alpen gelten als der größte Wasserspeicher und somit als überlebensnotwendig für jegliches Leben. Sie fangen den Regen in Europa und versorgen uns im Sommer mit frischem, kaltem und sauberem Trinkwasser. So sind auch die größten Flüsse Österreichs abhängig von der Schneewelt in den Bergen. Sind die Gletscher aber erst mal weg, bleiben auch die Flüsse trocken. Tiere, Pflanzen, aber auch die Landwirtschaft und somit jeder einzelne Mensch wird dann von Dürre und Trockenheit betroffen sein. Denn Österreich gilt als einer der größten Wasserexporteure in Europa, was sich mit dem Klimawandel jedoch schon bald ändern könnte.

Die Alpen als Arche Noah

„Auch die Berge gehen mal aus“, so der Wissenschaftsjournalist und Wettermoderator. Was er damit meint? Zwar können Skitourengeher_innen ihre Touren immer weiter oben beginnen, irgendwann nimmt aber auch der Berg mal sein Ende. Noch viel schlimmer als für uns Menschen ist der Anstieg der Schneegrenze jedoch für über 2.000 Tier und Pflanzenarten, denen unsere Alpen Heimat geben. Denn auch die Tiere flüchten immer höher hinauf und suchen dort nach Lebensraum. Die wärmeren Temperaturen locken mittlerweile sogar Gottesanbeterinnen in die steirischen Alpen auf 1.400 Meter Höhe, da sie dort nun ihr perfektes Jagdgebiet vorfinden. Und im Allgäu höre man die Grillen bis auf 1.000 Meter zirpen, berichtet Jäger. Dass der Klimawandel also unmittelbar mit ungewöhnlichen Entwicklungen in der Tierwelt und dem Artensterben in Zusammenhang steht, ist offensichtlich. Denn nicht jedes Tier kann sich jeder Umgebung anpassen und auch die Pflanzen sind auf den richtigen Boden, das Wasser und die optimalen Temperaturen angewiesen.

Im Kampf gegen Zeit und CO2

Bereits seit einigen Jahrzehnten konnte man den Rückzug der Gletscher beobachten. In den letzten 15 Jahren hat sich die Geschwindigkeit durch die immer größer werdende CO2-Belastung aber noch mal stark beschleunigt. Sollte nicht bald die Notbremse gezogen werden, ist laut Berechnungen bereits im Jahre 2050 nicht mehr viel von den einstigen Eiswelten übrig. Die alpine Bergwelt als das Relikt der Eiszeit beginnt also wortwörtlich eigenverschuldet vor unseren Augen dahinzuschmelzen. Zusätzlich bedeutet das Schmelzen der Permafrostböden und die damit freiwerdende Biomasse einen extremen CO2- und Methan-Ausstoß, was uns noch zum Verhängnis werden kann. Aber was können wir nun tun, um unseren CO2-Müll zu verringern und den Ausbruch der Temperaturen nach oben zu stoppen?

Unsere Berge brauchen uns!

Expert_innen sehen nur noch wenige Chancen, den Klimawandel zu bremsen. Andreas Jäger will diese wenigen aber nutzen und fordert stärkere Klimamaßnahmen. Mit der CO2-Steuer ist Österreich zwar bereits auf dem richtigen Weg, doch damit ist es noch lange nicht getan. Denn jede_r Einzelne ist mit seinem ökologischen Fußabdruck mitverantwortlich und kann etwas zur Rettung der Gletscher beitragen. Die gewinnbringendste Maßnahme? Das Überdenken und Umstellen des eigenen Lebensstils. Und da sollte laut Jäger an erster Stelle der Fleischkonsum reduziert werden. Denn in der Lebensmittelproduktion und vor allem in der Fleischindustrie liegt auch der größte Hebel im Kampf gegen den CO2-Ausstoß (wie vortrefflich es schmeckt, auch mal auf Fleisch zu verzichten, erfahren Sie hier). Als weitere Maßnahme lohnt es sich in der Bauindustrie, auf Holz zu bauen. Denn nimmt man Holz als Bauträger anstatt Stahl und Beton, reduziert man den CO2-Gehalt der Luft und schafft außerdem einen CO2-Speicher. Wenn man also bedenkt, dass sich die Anzahl der weltweiten Gebäude bis 2060 verdoppeln soll, wird einem schnell klar, was für ein „Gamechanger“ der Umstieg von Stahl- und Beton- auf Holzbauten wäre. Andreas Jäger macht klar: Möglichkeiten gibt es viele, wir müssen nur ins Tun kommen!

Der Kipppunkt liegt in uns Menschen

Der Klimaexperte zählt im von der Generali präsentierten Podcast des Österreichischen Alpenvereins auf spannende Art und Weise noch viele weitere Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung auf. Ziehen wir an einem Strang, können wir gemeinsam zum Schutz unserer Gletscher und somit unserer Lebenswelt beitragen. Am wichtigsten ist es aber zu erkennen, dass man bei sich selbst anfangen muss. Denn „der Kipppunkt in uns selbst“ – so Jäger – sei der entscheidende Faktor dafür, wie es mit uns und unserer Umwelt weitergeht. Wir können mit unserem täglichen Speiseplan, unserer Mobilität, aber auch mit unseren Aktivitäten und Reisen den größten Effekt erzielen. Wenn wir beginnen „nicht nur klimafreundlich, sondern weltfreundlich“ zu leben, geben wir der Natur und unseren Gletschern eine Chance, sich zu erholen. So können wir und auch unsere Nachkommen in vielen Jahrzehnten noch die Bergwelten und ihre Vielfältigkeit bewundern.

Hier finden Sie den Podcast in voller Länge: Die Alpen im Fieber: Klimawandel in den Alpen | alpenverein basecamp | Folge 002

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