Natürlich modisch - Batik is back

Gute Laune zum Anziehen! Batik ist nicht nur uralte Tradition und Modetrend in einem, sondern auch das perfekte DIY-Projekt für verregnete Tage. 

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Für mich gehört Batik zum Sommer wie Eis und Sonnenschein. Die farbenfrohen Muster verbreiten einfach gute Laune. Wenn das Wetter sich schon mal von einer eher herbstlichen Seite zeigt, schlüpfe ich einfach in ein buntes Shirt und schon habe ich mir die Sommerlaune wieder zurückgeholt. Das sehen wohl auch viele Modedesigner so, denn gebatikte Kleidungsstücke feiern regelmäßig ein Comeback auf den Laufstegen der Fashion-Metropolen, seit sie in den 60er-Jahren im Zuge der Hippie-Bewegung erst modern und dann salonfähig wurden. Aber was genau steckt eigentlich hinter dem Begriff Batik und was braucht man, um selbst kreativ zu werden?

Was ist Batik überhaupt?

Batik ist eine ursprünglich aus Indonesien stammende Technik zum Färben von Textilien.  Aus dem Javanischen übersetzt bedeutet das Wort „mit Wachs schreiben“. Traditionell wird dabei mit flüssigem Wachs ein Muster auf den Stoff aufgetragen. Beim anschließenden Färben bleiben diese Stellen geschützt und nehmen keine Farbe an. 2009 wurde diese Technik sogar auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO gesetzt. Grund genug also, sich das Thema Batik mal näher anzuschauen. Für wen das jetzt nach allzu kompliziertem Handwerk klingt, den können wir beruhigen. Ein ähnliches, aber noch einfacheres Verfahren ist das unter dem englischen Begriff Tie-Dye bekannte Färben. Dabei wird Stoff mit Schnur, Draht, Gummi oder Kabelbindern abgebunden, um beim anschließenden Färben individuelle Muster zu erzielen. 

Der Stoff, aus dem Batik-Träume gemacht sind

Als Allererstes brauchen Sie zum Batiken den Stoff, den Sie färben möchten. Ob Sie ein altes Kleidungsstück aufpeppen möchten oder erst im Anschluss an das Farbbad zu Nadel und Faden greifen, spielt dabei keine Rolle. Auch Schätze aus dem Secondhandshop lassen sich mittels Batik aufpolieren. Wichtig ist jedoch die Wahl des Materials. Besonders gut eignen sich Naturmaterialien wie Baumwolle, Hanf und Leinen, aber auch Viskose und andere Stoffe mit synthetischen Bestandteilen. Reine Synthetik wie Polyester nimmt die Farbe hingegen gar nicht auf. Wer es besonders edel mag, kann auch Seide färben; die Ergebnisse fallen dabei aber meistens ein wenig heller aus. 

Überhaupt gilt: Wer selbst batiken möchte, muss Überraschungen mögen. Denn auch mit der besten Vorbereitung lässt sich das Endergebnis nicht immer zu 100 Prozent voraussehen. Dafür ist es aber auf jeden Fall immer garantiert einzigartig und individuell. 

Und wie funktioniert’s?

Wer sich an die traditionellen Wachsmuster wagen will, braucht außer Stoff noch flüssiges weißes Wachs und einen alten Pinsel. Legen Sie den Stoff auf einem glatten und ebenen Untergrund zurecht. Tauchen Sie das Ende des Pinsels ins Wachs und zeichnen Sie damit die gewünschten Formen auf den Stoff. Sobald das Wachs auf dem Stoff ausgehärtet ist, geht’s ab ins Farbbad. Um das Wachs nach dem Färben wieder zu entfernen, legen Sie den Stoff zwischen Zeitungspapier und bügeln Sie vorsichtig darüber. Dabei wird das Wachs wieder flüssig und vom Papier aufgesaugt. 

Es geht aber auch einfacher! Bestimmt kennen Sie das typische kreisförmige Muster von den Batikshirts, die in Urlaubsorten gern an kleinen Marktständen verkauft werden. Mit diesem einfachen Trick holen Sie sich das Urlaubsfeeling in den Kleidungsschrank: Packen Sie den Stoff, den sie batiken möchten, in der Mitte, heben Sie ihn hoch und schnüren Sie ihn fest – je mehr Schnürungen, desto mehr Kreise. 

Da ich von gestreiften Kleidungsstücken nie genug bekommen kann, finde ich die folgende Variante fast noch schöner: Rollen Sie den Stoff zusammen und binden Sie die Rolle in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen ab. 

Wer es verspielt mag, setzt Wäscheklammern in den Stoff, bevor er gefärbt wird. So bilden sich Punkte. 

Egal, für welche Technik Sie sich entscheiden: Wichtig ist eine feste Schnürung beziehungsweise, dass die Klammern fest sitzen, damit an den gewünschten Stellen möglichst wenig Farbe eindringen kann. 

Ab ins Farbbad

Haben Sie den Stoff vorbereitet, kommt die Farbe ins Spiel. Dabei können Sie auf eine Vielzahl natürlicher Zutaten zurückgreifen, die mitunter zu unerwarteten Ergebnissen führen. Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass sich mit Avocadoschalen ein lachsfarbener Pastellton erzielen lässt? 

Doch bleiben wir zunächst bei den Grundregeln. Ein dunkler Stoff kann mittels Batik nicht aufgehellt werden. Wer mehrere Farben kombinieren möchte, sollte mit der hellsten beginnen. Erst wenn diese Färbung abgeschlossen und der Stoff wieder getrocknet ist, geht es mit der nächsten dunkleren Farbe weiter. Batikfans brauchen außerdem Geduld: Mindestens sechs Stunden müssen die Textilien im Farbbad bleiben. Eine längere Einwirkzeit sorgt für noch kräftigere Ergebnisse. Zum Abschluss muss der Stoff zunächst mit Essigwasser gewaschen und dann so lange ausgespült werden, bis das Wasser völlig klar bleibt. 

Die Farben der Natur

Jetzt fehlen für das gelungene Batik-Projekt nur noch die Farben. Dafür lohnt sich ein Blick in Küche oder Vorratsschrank, den aus vielen Lebensmitteln oder sogar Abfällen lässt sich ganz einfach ein färbender Sud herstellen. 

Für Lachsrosa brauchen Sie zum Beispiel die Schalen von vier Avocados und vier Liter Wasser. Schneiden Sie die Schalen in Streifen und lassen Sie sie anschließend für circa 30 Minuten im Wasser köcheln. Danach kommt das Wasser vom Herd, die Avocadoschalen kommen in den Müll und das gewünschte Färbeobjekt kommt nun ins bunte Bad. 

Ein Sud aus mindestens 300 Gramm zerstampften Heidel- oder Brombeeren und vier Litern Wasser sorgt für bezaubernde Lila- oder Blautöne. 

Seit ich Batik für mich entdeckt habe, ärgere ich mich auch beim Kochen nicht mehr über die stark färbende Wirkung von roter Beete. Schließlich weiß ich jetzt, dass sich damit nach dem oben beschriebenen Prinzip ein kräftiges Pink zaubern lässt. 

Ihre Lieblingsfarbe war noch nicht dabei? Kein Problem, denn zum Glück ist für fast jede Farbe ein Kraut gewachsen. Berberitze, Ginster, Rhabarber oder braune Zwiebelschalen sorgen für sonniges Gelb. Intensiv leuchtend wird es mit einem Sud aus getrockneter Kurkuma. Rote Zwiebelschalen, Schlehdornfrüchte oder Ahornwurzel verwandeln weiße Stoffe in rotes Tuch. Johanniskraut erzeugt fröhliches Orange, Birken- oder Brombeerblätter färben natürlich grün. Wer sich bei dieser Auswahl nicht entscheiden kann, findet hier Tipps zur individuellen Farbberatung. 

Haben Sie jetzt auch Lust auf ein bisschen Farbe bekommen? Dann versuchen Sie sich doch mal an Batik als DIY-Projekt, versetzen Sie sich zurück in die wilden 1960er und lassen Sie Ihrer Kreativität und den Farben freien Lauf. 

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