Lila Wunderwaffe Lavendel

Im Garten, im Schlafzimmer, im Bad und in der Küche – Lavendel ist ein Alleskönner, wenn es um mehr Wohlbefinden geht. Wir verraten, wie wir das duftende Kraut am liebsten einsetzen. 

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Ich muss zugeben, ich bin voreingenommen. Lila ist meine Lieblingsfarbe und ein Urlaub in der Provence steht ganz oben auf meiner Bucket List. Ich bin einfach erklärte Lavendelliebhaberin. Aber auch ganz objektiv betrachtet gibt es jede Menge wirklich gute Gründe, die für das violette Wunderkraut sprechen – und mindestens genauso viele Einsatzmöglichkeiten. Denn Lavendel kann viel mehr als nur hübsch ausschauen.

Das wussten übrigens auch schon die alten Römer, die Lavendelzweige verbrannten, um mit dem wohlriechenden Rauch Krankheiten zu vertreiben. Frei nach dem Motto „Was lange währt, ist immer noch gut“ habe ich deshalb meine liebsten Anwendungsmöglichkeiten für Lavendel zusammengetragen – von frisch bis getrocknet, vom Garten bis in die Küche.

Lavendelliebhaber unter sich

Was haben Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und ich gemeinsam? Leider teile ich mit den Insekten weder ihre Flugkünste noch die farbenprächtige Zeichnung, aber wir sind alle große Lavendelfans! Für die nützlichen Tierchen, die durch industrielle Landwirtschaft und zunehmende Verstädterung immer mehr Nahrungsquellen verlieren, ist Lavendel im Blumenbeet ein gefundenes Fressen. Lästige Mücken fliegen hingegen gar nicht auf den besonderen Duft. Noch ein Grund mehr also, warum die mediterrane Pflanze in keinem Garten fehlen sollte. 

Balkonien liegt in der Provence

Gute Nachrichten für diejenigen unter uns, die keinen grünen Daumen haben: Lavendel kommt auch mit nährstoffarmem Boden zurecht, muss nicht regelmäßig gedüngt werden und kann sogar mal etwas länger auf Wasser verzichten. 
Und für alle die keinen eigenen Garten haben: Lavendel gedeiht auch am Balkon, vorausgesetzt die Pflanzgefäße sind möglichst weit und tief und bieten den langen Wurzeln ausreichend Platz. Gegen zu viel Staunässe helfen Blähton, Kieselsteine oder Tonscherben am Boden des Topfes. Mit den lila Farbtupfern und dem unverwechselbaren Aroma ist entspannende Urlaubsstimmung garantiert, egal ob im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. 

Süße Träume und lila Laune

Apropos entspannend: Lavendelduft versetzt uns nicht nur gedanklich ganz schnell ans Mittelmeer, sondern kann sogar Ängste, Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen lindern. Das macht ihn auch im Schlafzimmer zum wahren Wohltäter und Stimmungsaufheller. Vom blühenden Lavendelbusch neben dem Bett kann ich aber leider trotzdem nur träumen, denn als Zimmerpflanze eignet sich der aromatische Allrounder ganz und gar nicht. Zum Glück lassen sich die Blüten aber wunderbar weiterverarbeiten und können so ihre Wirkung auch drinnen entfalten. So sorgt zum Beispiel schon eine Handvoll getrockneter Lavendelblüten in einem Säckchen unter dem Kopfkissen für ruhigen Schlaf und sonnige Träume. Für Motten ist der Duft übrigens ein Albtraum, daher sind Lavendelsäckchen auch im Kleiderschrank gut aufgehoben. 

Auch Lavendeltinktur aus frischen Blüten ist einfach gemacht. Geben Sie dafür die Blüten in ein gut verschließbares Glas und füllen Sie es anschließend mit Alkohol (mindestens 40 % Vol.), bis die Blüten bedeckt sind. Nach circa 14 Tagen Reifezeit an einem warmen Ort wird die Tinktur abgeseiht und in eine dunkle Flasche gefüllt. Geben Sie ein paar Tropfen aufs Kissen oder trinken Sie vor dem Schlafengehen ein Glas Wasser mit bis zu 20 Tropfen Lavendeltinktur für eine besonders erholsame Nachtruhe. 
Auch als ätherisches Öl ist Lavendel ein Schlafspender und sorgt für eine ausgeglichene Stimmung. Welche ätherischen Öle darüber hinaus noch ein besonders wirkungsvolles Aroma haben, lesen Sie hier

Blütenpracht im Badezimmer

Wenn bei Ihnen Lavendel bisher höchstens als Inhaltsstoff im Parfüm den Weg ins Badezimmer gefunden hat, dann ist es jetzt höchste Zeit, das zu ändern. Ob für Wellness in der Wanne oder als Geheimzutat in der Schönheitspflege – ich möchte auch bei den täglichen Beautyritualen nicht mehr auf das violette Wundermittel verzichten. 

Für die kleine Auszeit von der Alltagshektik eignet sich zum Beispiel ein Vollbad mit Lavendelsud. Lassen Sie dafür circa 50 Gramm getrocknete Lavendelblüten in einem Liter Wasser für circa zehn Minuten köcheln. Anschließend kommt der Sud durch ein Sieb und dann ins Badewasser. 20 bis 30 Minuten in der Badewanne bringen aufgekratzte Kinder ebenso zur Ruhe wie gestresste Erwachsene und lindern obendrein Muskelkater und Verspannungen. Für alle, die das Badewasser noch zusätzlich mit Pflegestoffen anreichern oder Badepralinen mit Lavendelduft selbst herstellen möchten, haben wir hier weitere Rezepte gesammelt.  

Auch als Beauty-Elixier hat’s Lavendel drauf. Ätherisches Öl oder selbst gemachte Lavendeltinktur lassen sich zum Beispiel ganz einfach mit Gesichts- und Handcreme oder Bodylotion mischen. So tragen Sie nicht nur das entspannende Aroma den ganzen Tag auf der Haut, sondern profitieren auch noch von den entzündungshemmenden und zellerneuernden Eigenschaften des Lavendels. 
Wer unter Akne oder fettiger Haut leidet, probiert hingegen am besten Lavendelessig als Gesichtswasser aus. Dafür legen Sie 50 Gramm frische Lavendelblüten für eine Woche in einen Liter naturreinen Apfelessig. Danach wird die Mischung abgeseiht und in eine dunkle Flasche gefüllt. Als Gesichtswasser angewendet, stimuliert der Lavendelessig die Hauterneuerung und reguliert die Talgdrüsentätigkeit. 

Das Schönste aller Küchenkräuter

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, ist es Ihnen wahrscheinlich schon längst klar: Ich habe Lavendel wirklich zum Fressen gern, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Warum die lila Blüten auch bei Ihnen nicht nur als Garnitur auf dem Teller landen sollten? Wenn Ihnen der würzige Geschmack, der am ehesten mit Rosmarin und Thymian vergleichbar ist, als Argument noch nicht reicht, überzeugt Sie vielleicht die bereits erwähnte harmonisierende und beruhigende Wirkung von Lavendel. Außerdem regt das Kraut die Verdauung an und reguliert die Darmtätigkeit. 

Allerspätestens jetzt ist klar: Lavendel ist wirklich ein Alleskönner, der sowohl in süßen als auch in salzigen Speisen für unverwechselbare Würze sorgt. Nicht umsonst sind die lila Blüten in kleinen Mengen auch häufig Bestandteil der klassischen Kräuter der Provence-Mischung. Wer’s intensiver mag, kann Lavendelsalz ganz leicht selbst machen. Mischen Sie dafür drei Tassen Meersalz mit drei Esslöffeln getrockneter Lavendelblüten. Je länger die Mischung steht, desto intensiver wird der Geschmack, der besonders gut zu Ofenkartoffeln und Fleisch passt. 

Sie wollen lieber ein Frühstück wie in Frankreich? Für salzige Lavendelbutter vermischen Sie 125 Gramm mit einem Esslöffel getrockneter Lavendelblüten, ein bis zwei Teelöffeln Petersilie und einer Prise Salz. Gibt’s dazu knuspriges Baguette, kann meinem Gaumen nach jeder andere Brotbelag einpacken. Naschkatzen mischen Butter und Lavendelblüten mit vier Teelöffeln Honig und genießen diese Mixtur auf Weißbrot, Muffins oder Croissants. 

Meine Reise in die Provence wird dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr stattfinden. Mit Lavendelduft im Schlafzimmer sorge ich einfach zu Hause für gute Laune und Entspannung. Als Schönheitshelfer im Badezimmer sorgt der Lavendel dafür, dass ich trotzdem erholt aussehe. Und wenn ich dann von Bienen umschwirrt neben dem Lavendelbusch auf der Terrasse sitze und in ein Stück Brot mit Lavendelbutter beiße, finde ich es gar nicht mehr so schlimm, wenn der Urlaub noch ein bisschen warten muss. 

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