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Wie entsteht Persönlichkeit?

Wieso sind wir so, wie wir sind? Was tragen Elternhaus und Gene zur Charakterbildung bei? Und können wir uns wirklich bis ins hohe Alter weiterentwickeln?

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Ich frage mich schon länger, ob ich charakterlich wirklich nur eine 1:1-Kopie meiner Eltern bin. So ganz recht wäre mir das nämlich nicht. Aber: Unzählige Einflüsse formen unsere Persönlichkeit. Und das über sehr lange Zeit.

Altersringe

So viel vorweg: Unsere Persönlichkeit entwickelt sich tatsächlich, solange es uns gibt. Zwar betrachten die meisten ihr Leben als eine Achterbahnfahrt – mal geht es bergauf, dann eher abwärts. Aber mit der Persönlichkeit verhält es sich eher wie mit einem Stein, den man ins Wasser wirft. Konzentrische Kreise bewegen sich gleichmäßig von der Mitte bis zum Rand. Vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Wir wachsen bis zum Schluss.

Alles nur genetisch?

Die Augen vom Papa, die Liebe zum Kochen von der Mama: Nicht nur die äußerliche Erscheinung wird (mit)vererbt, sondern auch Persönlichkeitsmerkmale. Selbst Mimik und Gestik sind nicht bloß erlernt. Das zeigt sich bei blinden Menschen, die in ihrer Körpersprache aufs Haar ihren Familienmitgliedern gleichen. Oder bei monozygotischen (eineiigen) Zwillingspaaren, die nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurden und in unterschiedlichen Familien aufwuchsen. Ein bekanntes Beispiel ist die Studie über zwei Zwillingsbrüder, die von der University of Minnesota durchgeführt wurde. Obwohl die Brüder in anderen Haushalten, Familien und Lebensumständen aufwuchsen, wiesen sie auffallende Ähnlichkeiten auf, als sie sich als Erwachsene kennenlernten. Beide fuhren dieselben Autos, rauchten Zigaretten derselben Marke, litten an denselben Spannungskopfschmerzen, gingen denselben Hobbys nach und machten unabhängig voneinander an denselben Orten Urlaub. Aber – wie viel können wir wirklich auf unsere Eltern schieben?

Halb Mama, halb Papa, halb Umwelt?

30 bis 50 Prozent unseres Charakters werden weitgehend von der DNA bestimmt. Das reicht von neurotischen Ticks über Musikgeschmack und Aggressionspotenzial bis hin zu Empathiefähigkeit. Unseren genetischen Code bekommen wir also von unseren Eltern vererbt. Und theoretisch ist an ihm per se nichts zu rütteln. In Stein gemeißelt ist aufgrund von genetischer Disposition (einer bestimmten Neigung, z. B. zu Depressionen oder Übergewicht) trotzdem nichts. Denn hier kommt die Epigenetik ins Spiel. Sie beschäftigt sich mit Umweltfaktoren, die dazu führen, dass gewisse Gene wie ein Lichtschalter ein- und ausgeschaltet werden können.

Gene sind bloß Hardware

Unser Genom ist so etwas wie die leere Hülle eines Hauses. Es liefert die Hardware, die Struktur und die Möglichkeiten dafür, wie sich ein Mensch entwickeln kann – etwa wie feinfühlig jemand ist oder wie stark er Emotionen wahrnimmt. Die Umweltfaktoren (Familienklima, Bildung, Ernährung, sportliche Förderung), die sogenannte Epigenetik, ist die Software oder die Einrichtung des Hauses. Sie bestimmt, was wie wann passiert und ob gewisse Möglichkeiten wie das Entstehen einer Depression überhaupt ausgeschöpft oder eher abgedreht werden. Gene können ihre Wirkung also nur in Kombination mit der Umwelt entfalten. Und das betrifft sowohl Körper als auch Geist und Persönlichkeit. Sind Mama und Papa damit aus dem Schneider …?

Wo alles begann

… Mitnichten. Denn das Elternhaus ist extrem prägend für unsere Persönlichkeitsentwicklung. Die sogenannte intergenerative Transmission beschreibt die Weitergabe von Werten, Suchtverhalten, Streitkultur oder Bewältigungsmechanismen von Lebenskrisen von einer Generation zur nächsten. Wer seinen Kindern das Gefühl von Sicherheit, Selbstwirksamkeit (ich kann mir selbst helfen, ich bin Herr meines Lebens) und Gemeinschaftsfähigkeit vermitteln kann, ist schon sehr gut dabei. Stark autoritäre Elternhäuser hingegen neigen dazu, einen regelrechten Rattenschwanz an negativen Auswirkungen nach sich zu ziehen, was die eigene Persönlichkeitsentwicklung angeht.
Das bedeutet also: Unser Charakter ist teils vererbt, teils von Umweltfaktoren und Erziehung geformt. Können wir also unser Leben lang lernen, uns zu verändern? Und wenn ja, wie?

Wunderwaffe Hirn

Kurz und knapp: Ja. Wir können uns sprichwörtlich bis zum Umfallen weiterentwickeln. Möglich macht das die Plastizität unseres Gehirns. Diese beschreibt das kontinuierliche Wachstum unseres Neuronennetzwerks, also des Verkehrsnetzes unserer Nervenbahnen im Gehirn. Sobald wir etwas Neues lernen, werden neue Verbindungen geknüpft. Je öfter wir das Gelernte wiederholen, desto stärker werden diese Verbindungen – vom Schotterweg zur Autobahn mit ein paar Wiederholungen quasi. Was für das Angewöhnen neuer Routinen gilt, ist ebenso für charakterliche Eigenschaften gültig. Ja, wir mögen zwar eine genetische Disposition zur Depression haben. Mit dem richtigen Training und der richtigen Therapie können wir aber in vielen Fällen lernen, besser und positiv damit umzugehen.

So entwickeln Sie sich weiter

Persönlichkeit entsteht im Kopf. Das zeigt sich deutlich, wenn Menschen einen Schlaganfall oder eine andere Gehirnverletzung davontragen und danach wie ausgewechselt scheinen. Wollen wir sicherstellen, dass wir bis ins hohe Alter Fortschritte mit uns selbst machen, hilft nur eines: Füttern Sie Ihre grauen Zellen ständig mit neuen, für Sie spannenden Fakten und Herausforderungen. Ein aktives Gehirn ist ein gesundes Gehirn. Und da uns neuronal kaum Grenzen gesetzt sind und unser Hirn eher Knetmasse gleicht als Zement, ist es nie zu spät, sich in Gelassenheit, Güte, Nächstenliebe oder Durchhaltevermögen zu üben. Bleiben Sie dran. Es zahlt sich aus.
 

Weiterführende Literatur:

  • Christoffer Johansen: Personality and Disease, Scientific Proof vs. Wishful Thinking. Sammelband, 2019
  • Andrey P. Anokhin: Genetics, Brain, and Personality: Searching for Intermediate Phenotypes, in: John R. Absher and Jasmin Cloutier (Hrsg.): Neuroimaging Personality, Social Cognition, and Character (Sammelband), 2019
  • Twin-Study: Bouchard, Lykken, McGue, Segal, Tellegen: Sources of Human Psychological Differences: The Minnesota Study of Twins Reared Apart, Science, New Series, Vol. 250, 1990, 223-228
  • Norman Doidge: Neustart im Kopf. Wie sich unser Gehirn selbst repariert. Campus Verlag
  • Eric Kandel: Was ist der Mensch? Störungen des Gehirns und was sie über die menschliche Natur verraten. Pantheon Verlag

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