Wenn das Herz schmerzt – Teil 2

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben wir uns angesehen, was Liebeskummer ist und was er mit unserem Körper macht. In diesem Teil setzen wir uns mit den vier Phasen der Trauer auseinander und geben Tipps, diese leichter zu überwinden.

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Falls Sie gerade unter einem gebrochenen Herzen leiden, werden Sie sich vermutlich gerade in einer dieser vier Phasen befinden. Menschen gehen unterschiedlich mit Trauerbewältigung um, daher ist es nicht selten, dass folgende vier Phasen nicht nacheinander durchlaufen werden und unterschiedlich lang ablaufen.
Aber für beinahe jeden beginnen diese Phasen mit einem Schock. Denn, wenn das Gegenüber die Trennung ausspricht, ist es in den meisten Situationen erst einmal überraschend – auch dann, wenn das Wort „Trennung“ in den vergangenen Wochen bereits öfters gefallen ist. Kaum etwas tut so weh, als wenn wir verlassen werden: der Schock, die Wut, die Enttäuschung und das Gefühl, plötzlich ganz auf sich allein gestellt zu sein. Die gute Nachricht vorweg: Sie hatten ein Leben vor der Partnerschaft, mit dem Sie wahrscheinlich ganz gut zurechtgekommen sind, und so wird es auch bald wieder sein.

Aber bevor Sie an diesen Punkt gelangen, durchlaufen Sie, wie oben bereits angeteasert, folgende vier Phasen:

Die vier Phasen einer Trennung

Bei der Recherche für diesen Artikel sind mir, je nach Autor, unterschiedlich viele Phasen (auch deren Benennung variierten) untergekommen. Sieht man sich die Phasen genauer an, so kann man folgende vier grob herunterbrechen:

Phase 1: Es-nicht-wahrhaben-wollen- oder auch Leugnungs-Phase

Der anfängliche Schock verlassen zu werden, schwenkt häufig in ein „Er/Sie testet mich ja nur“ oder in „Er/Sie wird zurückkommen, er/sie macht zurzeit einfach eine schwere Phase durch!“ um. Oder die Trennung wird nicht als diese anerkannt und so wird auch weiterhin der Kontakt zur/zum Expartner/in gesucht. Viele Verlassene stecken all ihre Kraft in den Versuch, ihre/n Ex zurückzubekommen. Bücher und Internetseiten gibt es dafür genug, erfolgreich werden Sie auf lange Sicht damit aber vermutlich nicht werden. Denn zum Ersten werden Trennungen meist aus gutem Grund ausgesprochen (und daher auch selten zurückgenommen), zum anderen ändert sich auch nach erfolgreichem Ex-Zurück nichts, wenn Sie und Ihr Partner nicht aktiv am Trennungsgrund arbeiten.

Daher haben wir für diese Phase folgende Tipps für Sie:

Tipp 1: Die Trennung annehmen
Dieser Tipp mag im ersten Moment wie ein schlechter Scherz klingen. Aber in dieser anfänglichen Phase, sollten Sie – auch wenn es schwerfällt – die Trennung als diese akzeptieren. Der/Die Partner/in hat sich getrennt. Verschwenden Sie daher nicht all Ihre Energien damit zu tüfteln, wie Sie ihn oder sie doch wieder zurückbekommen, sondern geben Sie sich erst einmal die Zeit, um Geschehenes zu verarbeiten und zu „heilen“. Das heißt: Akzeptieren Sie die Trennung und Ihre Gefühle und setzen Sie sich aktiv mit ihnen auseinander – und ganz wichtig: Gestatten Sie sich zu leiden.

Tipp 2: Ablenkung! 
Die beste Freundin hat’s Ihnen geraten, die Verwandten vermutlich auch: Ablenkung ist tatsächlich eines der hilfreichsten Mittel, um mit der Trennung halbwegs gut umgehen zu können. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, die eigenen Gefühle zu ignorieren, nein, vielmehr handelt es sich darum, nicht in einen emotionalen Sumpf zu geraten. Tun Sie jetzt nur das, worauf Sie Lust haben! Ihnen ist gerade nur nach einem Netflix-Marathon unter der warmen Kuscheldecke? Dann tun Sie das! Alles, was Ihnen guttut, ist jetzt erlaubt!

Tipp 3: Ex-Detox
Sie hören es vermutlich nicht gerne, aber: Brechen Sie den Kontakt zur/zum verflossenen Lebenspartner/in ab! Bleiben Sie, zumindest frisch nach einer Trennung, nicht weiterhin mit dieser/diesem befreundet und suchen Sie nicht aus Angst, vergessen zu werden, ständig den Kontakt. Wer schon einmal verlassen wurde, weiß, dass es sehr schwer und die Versuchung leider viel zu groß ist, die ganzen Social-Media-Kanäle der verflossenen Liebe zu analysieren. Aber Sie tun sich in dieser Phase damit keinen Gefallen. Zum einem könnten Sie etwas entdecken, dass Ihnen nicht gefällt, zum anderen könnte es sein, dass Sie sich Hoffnungen machen. All das bremst Ihre Trennungsverarbeitung ein. Sie brauchen Abstand, um zu verarbeiten, zu reflektieren und einen objektiveren Blick auf die Beziehung und Trennung zu erhalten. 

Aber bevor Letzteres eintritt, durchlaufen Sie vermutlich die zweite Phase:

Phase 2: Die Gefühls-Chaos- oder auch Wut-Phase

In dieser Phase erkennen die meisten nun, dass es wirklich vorbei ist. Hier fallen viele Menschen in ein emotionales tieferes Loch. Gefühle wie Wut, Trauer, Hoffnung oder Hoffnungslosigkeit sind ständige Begleiter. In der einen Minute fühlen Sie sich gut, in der nächsten entdecken Sie z. B. ein Foto der/des Ex und schon kommen Tränen, Trauer und der Schmerz erneut hoch.

Häufig kann diese Phase sich auch mit der ersten Phase vermischen oder man fällt immer wieder in Phase eins zurück. Man schwelgt in schönen Erinnerungen und neigt dazu, die/den Ex zu idealisieren und alles, was schiefgelaufen ist, zu vergessen.

Darum folgender Tipp:

Tipp 4: Schreiben Sie Ihre Gefühle auf
Machen Sie sich bewusst, dass man sich in dieser Phase oftmals nur an die schönen Dinge erinnert; die negativen Momente blendet man meist ganz unbewusst aus. Die/Der Ex werden auf einen Sockel gestellt und idealisiert. Schreiben Sie aus diesem Grund Tagebuch und eine Liste.
Machen Sie sich bewusst, was Sie an Ihrer/Ihrem Ex nicht mochten und lesen Sie sich diese Liste bei Bedarf immer mal wieder durch. Expert_innen raten in dieser Phase dazu, einen Abschiedsbrief an die/den Ex zu verfassen und alles aufzuschreiben, was Sie noch gerne gesagt hätten. Ganz wichtig: Dieser Brief wird nicht abgeschickt! Es geht dabei nur darum, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Mir hat das Tagebuchschreiben dabei geholfen, die Gedanken zu sammeln – und ganz nebenbei: Dinge, die wir niederschreiben, schwirren einem auch nicht mehr so im Kopf herum. Probieren Sie es aus!

Phase 3: Die Neuorientierungsphase

In dieser Phase geht es einem langsam immer besser. Die Gedanken an die/den Ex sind zwar da, aber sie nehmen nicht mehr überhand. Die Enttäuschung, die Wut und vielleicht sogar Verbitterung nehmen von Mal zu Mal ab. Langsam erwachen die Lebensgeister wieder. Ich persönlich habe bewusst wahrgenommen, dass ich den schwersten Teil der Trennung überstanden habe, als ich im Herbst auf die Straße ging, rund um mich lag buntes Laub, der Duft des Herbstes lag in der Luft, und ich spürte in mir: „Das Leben ist schön!“. In dieser Phase merken ganz viele auch oft, dass die vergangene Beziehung gar nicht so perfekt war und die Trennung gar nicht mal so schlecht. Aber auf ein Hoch kann leider manchmal auch ein Tief folgen.

Tipp 5: Seien Sie nicht zu streng mit sich!
In dieser Phase kommt es häufiger zu Rückfällen. Die letzten Wochen liefen prima und plötzlich brechen Sie wieder in Tränen aus? Seien Sie nicht zu streng mit sich! Rückschläge sind im Leben, aber auch bei einer Trennung ganz normal, denn jeder Mensch hat sein ganz individuelles Verarbeitungstempo. Also lassen Sie sich davon nicht verunsichern – auch nicht von Sprüchen wie: "Na, die Trennung ist aber schon eine Weile her, langsam sollte es dir doch schon besser gehen?"

Phase 4: Die-ein-neues-Leben-Phase

In dieser Phase hat man die Trennung fast oder sogar ganz verarbeitet. Das Leben macht wieder Freude, und nicht selten kommt es vor, dass wir in dieser Phase bemerken, dass die Trennung genau richtig war.

Fazit:

Egal, in welcher Phase Sie sich gerade befinden: Nehmen Sie Ihre Gefühle bewusst wahr und nehmen Sie sich alle Zeit der Welt, um die Trennung zu verarbeiten. Rückschläge sind nicht selten und gehören zur Trauerverarbeitung dazu. Aus jeder Trennung gehen wir erfahrener und stärker hervor. In diesem Sinne: Ganz viel Kraft, Sie packen das!

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