Struktur fürs Gehirn

Verlieren Sie sich auch manchmal im eigenen Alltag? Struktur ins Leben zu bringen, fällt Ihnen schwer? Ihr Gehirn fühlt sich dauernd überlastet an? Dann haben wir ein paar Tipps für Sie!

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Gerade jetzt beeindrucken mich Menschen, die ihr Leben im Griff haben. Die es schaffen, auch im Lockdown auf sich zu achten und nicht auszusehen wie frisch unterm Rasenmäher hervorgezogen. Sie alle haben eines gemeinsam: eine strukturierte Art und Weise, an ihr Leben und ihre Aufgaben heranzugehen. Schauen wir uns also an, wie wir unser Hirn täglich mit ein wenig Struktur entlasten können.

Der frühe Vogel …

… hat immerhin Zeit für ein Frühstück und eine gesunde Morgenroutine. Nicht alle Menschen sind für die frühen Stunden des Tages geboren, und das ist auch gut so. Wer soll denn sonst spät abends die Pitch-Präsentation fertigmachen oder die Küche aufräumen, nachdem alle Gäste um drei Uhr morgens endlich aus dem Haus gefegt wurden? Aber – wer es schafft, rechtzeitig aus den Federn zu kommen, der gewinnt. Zum Beispiel die Chance, den Tag mit einem kleinen Morgenspaziergang zu beginnen. Frischluft, Bewegung, Energieschub – und das Marmeladebrot haben Sie sich auch schon verdient. Schaffen Sie es, zumindest an zwei oder drei Tagen die Woche die erste halbe Stunde des Tages draußen zu verbringen? Super! Das trägt nämlich maßgeblich zu einem gut gelaunten Start in einen strukturierten Tag bei.

Fehlende Struktur zerfranst den Alltag

Das Marmeladebrot ist verdrückt, die erste Kanne Tee oder Kaffee schon fast leer. Auf geht’s in den Arbeitsalltag! Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder drauflos starten und schauen, was der Tag so bringt. Oder einen Plan machen. Drauflos zu arbeiten fühlt sich zwar sehr intuitiv an, die Struktur des Arbeitsalltags leidet aber darunter. Ich merke, dass ich dann schneller fahrig werde, meine Aufgaben und Tasks „zerfransen“ sich. Das belastet mein Gehirn und das ist richtiggehend spürbar. Es ist wie ein Theaterstück. Proben und Vorbereiten kosten zwar Zeit, aber dafür sitzen die Abläufe und die einzelnen Akte greifen gut ineinander. Bei einem Impro-Stück können zwar auch echt tolle Szenen rauskommen. Die Anstrengung auf der Bühne ist dabei jedoch bis ins Publikum spürbar. Jede Handbewegung muss extra überlegt, jeder Dialog erst neu erfunden werden. Und das zehrt.

Von To-do-Listen und Arbeitsspeicher

Die Alternative zum Looping im Kopf und zerfransten Alltag? Ein feiner Plan, eine kleine To-do-Liste. Diese geben den Tagesablauf vor. Zehn bis fünfzehn Minuten täglich vor dem Starten helfen bereits, um die wichtigsten Tasks zu erfassen und niederzuschreiben. Okay, montags mehr, das gebe ich zu. Jeder Task, der schriftlich festgehalten ist, leert den Arbeitsspeicher des Gehirns. Das hat die Auswirkung, dass wir uns „trauen“, tiefer in die vor uns liegende Materie einzutauchen. Wir können uns besser konzentrieren und auf ein Thema fokussieren, weil im Hinterkopf nicht Tausende von Tasks lauern, die wir vergessen könnten. Und seien wir uns ehrlich – so ein Hakerl unter einem erledigten To-do ist sehr befriedigend und hilft uns, kleine Erfolge zu erkennen.

Multitasking den Stecker ziehen

Früher wurde viel darüber gesprochen, wie wir unsere Fähigkeiten zum Multitasking steigern können. Heute weiß man: Besser gar nicht damit anfangen! Multitasking ist das Gegenteil eines strukturierten Plans. Es frisst Arbeitsspeicher im Hirn, laugt uns aus und führt zu weniger zufriedenstellenden Ergebnissen, da wir jedes Thema nur am Rande streifen können, wenn wir uns gleichzeitig auf anderes konzentrieren. Kurz – wir sind mit unserer Arbeit weniger glücklich, denn das positive Feuerwerk im Hirn setzt erst dann ein, wenn wir uns auch mal in tiefer Konzentration einer Aufgabe widmen können. 

Alles, was elektronisch ist und nicht dazu beiträgt, die momentane Aufgabe zu lösen, führt ebenfalls zu weniger zufriedenstellenden Ergebnissen bei der Arbeit. Unsere Sucht nach dem Second Screen lässt unsere Synapsen nicht zur Ruhe kommen. Das Handy neben der Tastatur, drei Chats geöffnet und dazu noch sieben offene Tabs. Wie vorher beschrieben, kommen wir so nie in einen sogenannten Flow-Zustand. Digitale Ablenkungen sind vor allem im Home-Office ständige Zeit- und Produktivitätsfresser. Also – besser, Sie aktivieren immer wieder mal den Digital-Detox-Modus: Handy und Tablet nur zu ausgewählten Tageszeiten und mit Maß.

Stift und Zettel

Was Ihrem Gehirn noch guttut – und ganz nebenbei auch Ihrem Schlaf und Ihrer Seele –, ist das Aufschreiben der zu erledigenden Aufgaben für den nächsten Tag. Das hilft uns, nach der Arbeit wirklich in den Feierabend-Modus zu kommen. So fallen uns nicht ständig siedend heiß Themen ein, die wir ja nicht vergessen dürfen. Und das hilft nicht nur einem strukturierten Start in den nächsten Tag, es lässt uns auch leichter einschlafen. Denn das Hirn weiß – alles Wichtige ist notiert und wird morgen erledigt. Ich hab’ jetzt mal Sendepause. Und falls Sie zu denjenigen gehören, die wie ich gerne oldschool mit Stift und Zettel hantieren, haben wir gute Neuigkeiten – handschriftliches Schreiben stärkt nicht nur unsere neuronalen Autobahnen im Gehirn (wir lernen und merken uns Dinge besser), sondern erleichtert uns auch den Zugang zu unseren eigenen Emotionen, führt zum Reflektieren und dazu, uns selbst besser zu verstehen. Ein Grund mehr fürs regelmäßige Tagebuchschreiben.

Also – wenn Sie Ihrem Gehirn täglich ein wenig unter die Windungen greifen wollen, versuchen Sie sich an unseren Tipps. Geben Sie sich und Ihrem Tag die Chance auf eine gesunde Morgenroutine. Führen Sie To-do-Listen und machen Sie einen Plan, bevor Sie in den Arbeitsalltag starten. Vermeiden Sie Multitasking und Second-Screen-Aktivitäten, wo immer Sie können. Und greifen Sie regelmäßig zu Stift und Papier, um zu reflektieren, zu planen oder einfach um den Tag Revue passieren zu lassen. Sie haben es sich verdient. Und Ihre kleinen grauen Zellen auch!

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