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Selbstoptimierung – wie perfekt müssen wir sein?

Eine App fürs Laufen, eine fürs Meditieren, eine fürs Kalorienzählen, eine fürs Optimierungstagebuch. Wie weit soll Selbstoptimierung gehen?

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Nach dem Aufstehen eine Runde joggen, dabei die Kilometer, Herzfrequenz und Schrittzahl gleich in die App überspielen, danach Kalorien zählen beim Smoothie-Machen und dann mitstoppen, wie schnell man es diesmal in die Arbeit geschafft hat. Sind wir noch zu retten? Oder erwarten wir uns die Rettung durch das Allheilmittel Selbstoptimierung und omnipräsente Apps?

Die Vermessung des Ich

Was die „Quantified Self“-Bewegung so alles mit sich bringt, erfahre ich täglich. Entweder am Mittagstisch mit Kollegen („Ui, heute wieder mal früher ins Bett, meine Smartwatch sagt, ich hatte nur eine halbe Stunde REM-Phase letzte Nacht.“) oder beim Crossfit mit Freunden („Können wir das Warm-up noch mal machen, ich hab vergessen, meinen Kalorienzähler zu aktivieren?“). Ist es nirgends aufgezeichnet, ist es anscheinend nie passiert.

Was es kann

Die Idee hinter dem Tracken all unserer Aktivitäten hat folgendes Ziel: besser zu werden. So können wir im Run Log mitverfolgen, wie oft wir diesen Monat gelaufen sind, was unsere Bestzeiten waren, was der längste Lauf war, ob der Pulsbereich passt und so weiter. Apps stellen so etwas auch hübsch grafisch dar. Kennt man den Weg, lässt sich auch die Richtung ablesen und ob diese die richtige ist. Halten wir uns an die Trainingsroutine? Nehmen wir genug Ballaststoffe zu uns? Üben wir uns in genügend Achtsamkeit? All das wird messbar.

Was es sollte

Messbarkeit ist spitze. Wir wissen, wo wir stehen, wie viel bereits passiert und weitergegangen ist, wie weit wir noch von unseren Mitbewerbern entfernt sind etc. Das alles sollte uns dabei helfen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Und über dieses gilt es zu Anfang nachzudenken. Meine Sportuhr hat mir anfangs eine absurde Anzahl an täglichen Schritten als Grundeinstellung vorgeschlagen. Nachdem ich zwei Wochen nie mein Ziel erreicht habe, habe ich mal nachgerechnet, ob das überhaupt Sinn macht und mir so ein neues Ziel programmiert, das meiner Lebensrealität einfach näher ist. Das bedeutet, dass Messen ohne vernünftiges Ziel einfach keinen Sinn macht. Ziele sollten realistisch, attraktiv, spezifisch und terminiert (zeitlich begrenzt) sein, und all diese Eigenschaften variieren von Person zu Person. Es gilt also, sich zu Anfang mit seinen eigenen Fähigkeiten, Wünschen und realistischen Zielvorstellungen auseinanderzusetzen, statt einer Guideline zu folgen, die vielleicht für Spitzensportler oder Super-Yogis gilt.

Was es suggeriert

Tracken kann hilfreich sein. Kalorienzählen beim Abnehmen unterstützen. Aber die Messbarkeit und die Sichtbarmachung der täglichen Leistung suggerieren vor allem eines: Wir sind nie gut genug. Denn wir können uns ständig verbessern: schneller laufen, weniger essen, mehr meditieren, effizienter arbeiten. Es ist ein Fass ohne Boden. Und so anspornend Verbesserung sein kann – wird sie zwanghaft, wird es schnell ungesund und vor allem unnatürlich.

So war meine Sport-Tracking-App in den Monaten vor meinem Halbmarathon zum Bersten voll mit Work-outs, gefüllt mit traumhaften Pulsbereichen und persönlichen Streckenrekorden. Diese App zeigt auch die sportliche Performance im monatlichen Abgleich. Das heißt, ich kann mir im Jänner ansehen, wie meine Performance im Vergleich zum Dezember war etc. Auch hier gilt es, den Überblick zu bewahren. Klar, dass ich nach der Erreichung meines Halbmarathon-Ziels vielleicht mal einen Gang zurückschalte. Und logisch, dass der September mehr Lauftage bringt als der August, weil der Sommer einfach vielen zu heiß für die Langstrecke ist. Hier heißt es also, den Kontext zu beachten und die Perspektive richtig zu legen, um unnötige Frustration zu vermeiden und stattdessen kleine Erfolge zu feiern.

Was es nicht sollte

Apps sollen uns unterstützen – unseren Alltag erleichtern und Dinge für uns erledigen, die wir nicht selbst tun können. Was sie nicht sollten, ist, unseren Alltag zu dominieren, sich in jede noch so intime Nische unseres Lebens zu drängen und uns mit dem Wahn zur Selbstoptimierung anzustecken. Es wird immer Bereiche geben, in denen wir uns verbessern können. Nur so lernen und wachsen wir. Auch kleine Erfolge gilt es zu feiern und es ist schön, wenn einem Apps diese aufzeigen. Aber Extreme sind selten gesund und nachhaltig. Und ständig im Kopf zu haben, es reiche nicht, wir reichten nicht, ist keine schöne Vorstellung vom Leben.

Wie es Spaß macht

Vor allem im Sportbereich gibt es Apps, die Messbarkeit nicht nur praktisch, sondern auch unterhaltsam gestalten. Gemeinsam mit einer guten Freundin verwende ich eine Sport-App, die Läufe und Work-outs aufzeichnet und außerdem Partnerwork-outs anzeigt. Macht man also von einem besonders anstrengenden Lauf oder einer super schönen Bergwanderung ein paar Fotos und verlinkt den Trainingspartner, kann man Jahre später noch zurückblicken und sich an die gemeinsame Zeit erinnern. Hier rückt Messbarkeit in den Hintergrund und macht Platz für Spaß und Freude an der gemeinsamen Bewegung.

Wenn perfekt nicht wünschenswert ist

Oft erwische ich mich dabei, mich aufgrund all der gemessenen Daten nicht perfekt zu fühlen – da zu langsam gelaufen, da zu wenig meditiert, da zu viel Zucker genascht. Aber jetzt mal halblang. Perfekt sein allein sollte nie unser Anspruch werden. Es ist schließlich die Schussligkeit der besten Freundin, die sie so liebenswert macht. Es ist der Sprung im Kaffeehäferl, der uns an den schönen Familienbrunch erinnert und an den zweijährigen Neffen, der mit energischen Kinderhänden die Tasse vom Tisch gefegt hat. Und es ist das Durschnaufen und auch mal auf der Couch-Liegen, das den Supersportler menschlich macht.

Was es braucht

Salopp gesagt – ein wenig Hausverstand. Wir wissen, was uns guttut, weil wir es fühlen. Nach dem Laufen sind die Lungen herrlich frisch, nach der Yogaeinheit fühlen sich Beine und Rücken locker und gedehnt an und nach einer leichten, gesunden Mahlzeit sind wir voller Energie. Statt unseren Kalender noch mehr vollzustopfen und noch drei Podiumsdiskussionen und vier Ernährungsseminare einzubauen, sollten wir mal durchatmen, die Katze streicheln und uns entspannen. Dafür gibt’s auch sicher eine App …

UNSER BUCHTIPP:

  • Isabell Prophet: Wie gut soll ich denn noch werden?, 2019

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