Probier’s mal mit Zufriedenheit

Glücklich und zufrieden? Das geht leider nicht immer. Aber wie schaffen wir es zu mehr Akzeptanz, emotionaler Agilität und weniger negativer Bewertung?

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Wenn es stressig wird, wir in eine Lebenskrise schlittern oder einfach wieder mal in unseren eigenen kleinen Zwängen feststecken, dann gibt es Tipps und Tricks, sich selbst zu helfen. Wie wir uns von negativen Gefühlen distanzieren und wieso auch Gefühle „falsch“ sein können, haben wir uns hier genauer angesehen. Ständig nach Glück zu streben, scheint jedenfalls nicht die richtige Strategie zu sein.

Was ist Glück?

Subjektiv bedeutet Glück für jeden Menschen etwas anderes. Für den einen ist es eine lange Umarmung von der besten Freundin, für den anderen der Ausflug auf der Rennmaschine. Biologisch gesehen ist Glück Teil des Reward-Systems. Ein Belohnungszuckerl der Natur. Es ist (und das sollte uns immer bewusst sein) eine Momentaufnahme, der Gipfel der Achterbahn und für Ausnahmefälle reserviert. Und es ist flüchtig. So flüchtig, dass wir nur retrospektiv sagen können, wann wir glücklich waren. In dem Moment selbst können wir es gar nicht so recht verarbeiten.

Der Weg, nicht das Ziel

Genauso wie bei guten Angewohnheiten, die uns zu mehr Gesundheit verhelfen, gilt es auch beim Wohlbefinden, sich auf den Weg zu konzentrieren, nicht auf die Momentaufnahme. Und dieser Weg lässt sich am ehesten mit Zufriedenheit beschreiben. Ich versuche gerade, sowohl mein Schreibportfolio als auch mein kleines Catering-Unternehmen auszubauen. Bin ich gerade glücklich? Nicht wirklich. Die Arbeit wächst mir über den Kopf, ich sollte zehn Dinge gleichzeitig machen und keiner der Jobs wirft genug zum Überleben ab. Nebenbei wird die Wohnung immer kleiner (mehr Koch-Equipment) und der Hintern immer größer (weniger Zeit zum Sporteln). Aber – der Weg stimmt, der Fokus liegt auf dem Business. Zufrieden? Durchaus.

Kleiner Fehler oder großes Unglück?

Dieses auf den Weggerichtet-Sein passt nicht in die heutige Zeit. Wir sind es gewohnt, sofort Resultate zu sehen, das Reporting einen Tag nach Monatsende abzuliefern und die E-Mails sofort zu beantworten. Daher ein Tipp: Wenn es wieder mal hakt, fragen Sie sich, ob es Sie nervt, dass eines von zehn Dingen schiefgeht, oder ob Sie mit Ihrem momentanen Lebensweg unzufrieden sind. So lässt sich schnell erkennen, wie viel Zeit wir für die Lösung des Problems aufbringen sollten. Lässt sich das Ganze bei einem Glas Wein mit der besten Freundin offiziell begraben oder braucht es tiefgehende Reflexion, Gespräche mit Experten, vielleicht ein paar Sessions mit einem Coach oder einer Therapeutin?

Akzeptanztraining

Ein großes Thema sind Ablehnung und Negierung. Diese Situation gefällt mir nicht. Oder ich mag nicht, wie er/sie sich benommen hat. Ich gehe in eine ablehnende Haltung, verschließe mich. In meinem Fall kommen dann negative Gedankenkreisel, Wut, Hilflosigkeit und (ja, okay) Selbstmitleid. Was mir fehlt, ist die Fähigkeit der Akzeptanz. Das schlichte „Es ist, wie es ist“. Akzeptanz bedeutet nicht gutheißen oder schönreden. Am ehesten kann man es sich so vorstellen: Solange wir etwas ablehnen und nicht akzeptieren, sitzt das Problem auf dem Gipfel eines unerreichbar hohen Berges. Solange wir es nicht akzeptieren, können wir es auch nicht ändern. Das Akzeptieren holt das Problem langsam auf Augenhöhe. Es wird greifbarer, wir werden ruhiger. Erst durch das „Okay, das ist jetzt so“ kommen wir auch in ein Mindset, das es uns ermöglicht, nach Lösungen zu suchen.

Emotionale Agilität

Schon wieder so ein Fachausdruck. Beginnen wir vielleicht beim Gegenteil: der emotionalen Rigidität oder Versteifung. Haben Sie Freunde, die gern an festen Glaubenssätzen, Ideen, Plänen, ja auch Gefühlen und Emotionen festhalten? Der Ex ist das Böse in Person, der Staat oder die Firma hat so und so zu funktionieren, das Leben wird komplett durchgeplant? Und wenn man erst montags fragt, haben sie samstags fix keine Zeit („Du, da musst du schon früher fragen, gell“)?

Bloß nicht unerwartet

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie schwer sich solche Menschen tun, wenn sich spontan eine Situation auftut, die ihre in Stein gemeißelten Pläne über den Haufen wirft? Anmerkung: Das kann auch etwas Positives sein – die Einladung zum gemeinsamen Abendessen, der Überraschungsbesuch einer Freundin, eine Entschuldigung vom Ex, mit der man nicht gerechnet hat. Das ist der emotionalen Rigidität geschuldet. Es war nicht so geplant, also darf es auch nicht so sein – sehr überspitzt formuliert. Das soll gar nicht abwertend klingen, es ist ganz einfach ein Persönlichkeitsmerkmal wie die Vorliebe für Erdbeereis. Aber genau wie Erdbeereis kann es zum Problem werden, wenn wir es übertreiben. Emotionale Agilität beschreibt das Gegenteil: Auf unvorhergesehene Situationen emotional und kognitiv flexibel reagieren zu können. Und das klingt einfacher, als es ist.

Funktionale Dualität zwischen Fühlen und Handeln

Emotionale Agilität setzt voraus, dass wir uns und unsere Pläne nicht über alles andere stellen und dabei trotzdem unseren Werten treu bleiben. Es heißt nicht, alles über den Haufen zu werfen, weil sich jemand sofort mit uns treffen will. Es bedeutet, Akzeptanz für Situationen aufzubringen, die wir nicht ändern können. Eine Loslösung vom inneren „Das muss so sein“, die unheimlich befreiend ist, weil sie den Weg hin zu Lösungen öffnet. Es macht uns flexibel genug, um mit Veränderungen umzugehen. Diese Dualität zwischen Fühlen und Handeln (ich bin wütend, weil ich es tun muss, aber ich tue es trotzdem und bewusst und versteife mich nicht) gelingt nur mit viel Übung, wenn man eher in die rigide Richtung tendiert. Und glauben Sie mir – ich erwische mich oft genug dabei, Teil der Ultra-Rigiden zu sein. Meine Freunde könnten Bände damit füllen.

Wertfrei lebt sich’s leichter

Der letzte Tipp für heute dreht sich um das Wertesystem, das wir alle in uns tragen. Gemeint sind nicht Werte wie Ehrlichkeit oder Gerechtigkeit, sondern Bewertungen. Wie oft am Tag denken wir uns: „furchtbare Schuhe“, „ganze schlechte Idee“ oder „so ein unguter Tonfall“? Wenn Sie bemerken, dass Sie auch sich selbst oft bewerten („Na, das hab’ ich wieder vergeigt“, „Frisur wieder nicht hingekriegt“, „Wieso bin ich dauernd so ungeduldig?“), versuchen Sie folgende Übung: Wenn Sie sich beim Urteilen erwischen, gehen Sie einen Schritt zurück. Aus hässlichen Schuhen werden Schuhe. Aus der schlechten Idee wird ein neuer Zugang. Sehen Sie die Dinge, wie Sie sind. und lassen Sie die Konnotation weg. Es klingt platt, aber seit ich das übe, ist mein Alltag weniger zugemüllt und belastet von entbehrlichen unangenehmen Gedanken.

Fazit

Wir wissen jetzt also, wieso Zufriedenheit ein stabilerer Indikator für Wohlbefinden ist als Glück, warum Akzeptanz in der Problemlösung die halbe Miete ist, was es mit emotionaler Agilität auf sich hat und wieso wertfreies Betrachten unnötigen Ballast aus dem Alltag entfernt. Ich hoffe, Sie können einige dieser Tipps anwenden, um selbst ein wenig gelassener durchs Leben zu kommen. Und nicht vergessen: Übung macht den Meister!

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