Positive Psychologie – Lebensglück auf wissenschaftlicher Basis

Psychologie ist mehr als nur das Behandeln von psychischen Krankheiten. Das verdeutlicht vor allem der Zweig der Positiven Psychologie, die sich mit allem beschäftigt, was das Lebensglück steigert: von den Stärken des Einzelnen bis hin zur Zufriedenheit ganzer Nationen. Warum Positive Psychologie mehr als Optimismus ist und wie Sie diesen Ansatz für Ihr Leben nutzen können, erfahren Sie im folgenden Artikel.

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Einzeln betrachtet, kennen Sie diese Wörter wahrscheinlich: positiv und Psychologie. Unter „positiv“ versteht man in der Regel etwas Erfreuliches, Wünschenswertes, als „gut“ Bewertetes. „Psychologie“ ist eine umfassende Wissenschaft, die sich unter anderem mit dem Denken, Fühlen und Verhalten des Menschen auseinandersetzt.

Was ist Positive Psychologie?

Aber was bedeuten diese beiden Begriffe in Kombination? Kurz gefasst ist Positive Psychologie eine wissenschaftliche Herangehensweise an ein erfülltes Leben. Sie setzt sich mit dem auseinander, was das Leben lebenswert macht, und konzentriert sich dabei auf das „Positive“. Soll heißen: Anstatt den Fokus auf psychische Erkrankungen, Störungen, Trauma und Charakterschwächen zu legen, beschäftigt sich die Positive Psychologie damit, wie man ein glücklicheres, zufriedeneres, sinnerfülltes Leben führen und seine individuellen Stärken zum Ausdruck bringen kann.

Persönlicher Zugang

Für mich war Positive Psychologie eine dieser „Lies das!“-Entdeckungen: Eine Freundin hat mir ein Buch (siehe Buchtipp) in die Hand gedrückt und gemeint, das könnte mich interessieren. Und wie es mich interessiert hat! Ich fand die Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung und praktischer Umsetzung sehr erfrischend. Was mich aber ganz besonders fasziniert hat, ist die Anwendung im persönlichen sowie im gesellschaftlichen Rahmen. Von Interventionen mit einzelnen Klienten zu Experimenten in Schulen und staatlichen Institutionen hat Martin Seligman, „Gründervater“ der Positiven Psychologie, die Wirksamkeit dieses Ansatzes zigmal bewiesen.

Mehr als „nur“ positives Denken

Wichtig ist, dass es sich bei Positiver Psychologie nicht „nur“ um Optimismus oder Persönlichkeitsentwicklung handelt. Es geht dabei um die wissenschaftliche Erforschung und die Entwicklung von erprobten Interventionen, die Menschen nachweislich dabei helfen können, ihr Glück und Wohlbefinden zu steigern. Die Effektivität der Tools aus der Positiven Psychologie wurden in zahlreichen Experimenten bestätigt und sind wissenschaftlich fundiert.

PERMA: fünf Bausteine zum Lebensglück

Wie in unserem Artikel Happiness is homemade genauer erklärt, gibt es verschiedene Arten des Glücks. Entsprechend sind auch die Wege zum Glück verschieden und individuell. Aus den Studien in der Positiven Psychologie gehen allerdings fünf Faktoren hervor, die zu persönlichem und gesellschaftlichem Glück und Wohlbefinden beitragen. Auf Basis ihrer englischen Bezeichnungen lassen sich diese „Bausteine zum Lebensglück“ unter der Abkürzung „PERMA“ zusammenfassen:

  • P – Positive Emotions (Positive Emotionen):
    Positive Emotionen wie Genuss, Freude, Spaß und Dankbarkeit bewusst wahrzunehmen und zu kultivieren, ist einer der Grundsteine für ein glückliches Leben.
     
  • E – Engagement:
    Dieser Baustein ist sehr eng mit dem „Flow“-Konzept verknüpft – ein tranceartiger Zustand, in dem wir uns befinden, wenn wir uns voll und ganz einer Sache hingeben und uns in einer Tätigkeit verlieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist auch die Anwendung unserer persönlichen Stärken.
     
  • R – Relationships (Positive Beziehungen):
    Wenn uns die Pandemie eins gelehrt hat, dann ist es dies, dass wir viel sozialere Wesen sind, als uns bisher vielleicht bewusst war. Wir brauchen einander. Wir brauchen Austausch, Nähe, gegenseitige Unterstützung. Wir brauchen positive, nährende, aufbauende Beziehungen für ein erfülltes Leben.
     
  • M – Meaning (Sinnhaftigkeit):
    Laut Seligman kommt anhaltendes tiefes Lebensglück nicht nur von kurzfristigen Freuden (positiven Emotionen), Flow-Momenten (Engagement) oder positiven Beziehungen. Einen Sinn in einer Existenz und Arbeit zu sehen, das Gefühl zu haben, zu einem großen Ganzen beizutragen, ist ein weiterer essenzieller Baustein für ein glückliches Leben.
     
  • A – Accomplishment/Achievement (Erfolg):
    Auf etwas hinzuarbeiten und Ziele zu erreichen, erfüllt uns mit Motivation, Selbstbewusstsein und Zufriedenheit. Wir wachsen an unseren Herausforderungen und lernen durch regelmäßige Erfolgserlebnisse, an uns selbst zu glauben. Daher sind Erfolge – nach eigener individueller Definition – laut Positiver Psychologie wichtig für persönliches Glück.

Positive Psychologie für Sie: Fragen zur Selbstreflexion

Wie bereits erwähnt, geht es in der Positiven Psychologie neben der wissenschaftlich-theoretischen Fundierung auch sehr stark um die Umsetzung im Alltag. Nachdem wir uns jetzt die Theorie angeschaut haben, ist es also Zeit für die Umsetzung: Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, die oben beschriebenen Bausteine zum Lebensglück Stück für Stück in Ihr Leben zu integrieren.

  • Positive Emotionen:
    Was bereitet Ihnen Freude? Was tut Ihnen gut? Und wie können Sie mehr davon in Ihr Leben bringen?  
     
  • Engagement:
    Was tun Sie so richtig gerne? Worin sind Sie gut? Wobei scheint die Zeit für Sie stillzustehen? Wie können Sie mehr Platz für diese Tätigkeit(en) schaffen? 
     
  • Positive Beziehungen:
    Wer tut Ihnen gut? Wie können Sie Ihre bestehenden Beziehungen verbessern oder kräftigen?
     
  • Sinnhaftigkeit:
    Was empfinden Sie als sinnvoll? Wo können Sie einen Beitrag leisten? 
     
  • Erfolg:
    Welche Ziele haben Sie in letzter Zeit erreicht? Welche Erfolgserlebnisse (und wenn auch noch so klein) können Sie anerkennen? Worauf möchten Sie in Zukunft hinarbeiten? 

Und zum Abschluss die Frage aller Fragen: Welchen Schritt können Sie heute noch setzen, um einen dieser Punkte umzusetzen?

Eines meiner persönlichen Lieblingstools aus der Positiven Psychologie, das viele dieser Fragen in einem beantwortet, ist der sogenannte „Positive Tagesrückblick“. Dabei schreibt man jeden Abend auf, was an diesem Tag gut gelaufen ist und warum bzw. was man selbst dazu beigetragen hat. Heute werde ich unter anderem Folgendes aufschreiben: Ich habe heute einen Artikel über Positive Psychologie fertiggestellt. Es hat gut funktioniert, weil ich rechtzeitig damit angefangen habe und bereits gut in das Thema eingelesen war.

UNSER BUCHTIPP:

  • Martin Seligman: Flourish – Wie Menschen aufblühen: Die Positive Psychologie des gelingenden Lebens. 2012

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