Krisen: Die besten Lehrer in der Schule des Lebens

Man wächst ja bekanntlich mit seinen Herausforderungen. Deswegen sind Krisen auch so wichtige Bestandteile der Schule des Lebens. So lernen und reifen wir. Wie Sie Ihr Krisenverständnis verbessern und Krisenkompetenz aufbauen, lesen Sie in diesem Artikel.

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Stolz präsentiert eine Freundin mir ihr neues Tattoo. Es handelt sich dabei um chinesische Schriftzeichen. Mit Unverständnis starre ich auf die Linien auf ihrem Knöchel – nicht, weil sie mir nicht gefallen, sondern weil ich sie nicht deuten kann. „Schön ist’s geworden. Und was hat das für eine Bedeutung?“, sage ich schließlich, wie so fast jeder als Reaktion auf ein erstmals gesehenes Tattoo. „Krise“, lautet die erste knappe Antwort. Gefolgt von der Erklärung: „Das Wort ‚Krise‘ besteht im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen: ‚Gefahr‘ und ‚Chance‘.“ Da haben es unsere Freunde aus dem fernen Osten mal wieder auf den Punkt gebracht.

Krise = Gefahr + Chance

In unserem Sprachgebrauch ist das Wort „Krise“ recht negativ behaftet. Wirtschaftskrise, Lebenskrise, Beziehungskrise – das alles klingt nach einer ganzen Menge an Problemen, denen wir lieber aus dem Weg gehen. Für uns besteht „Krise“ aus nur einem Zeichen. Und dieses bedeutet: Gefahr! Was wir dabei übersehen, ist das, was in der chinesischen Sprache so klar zum Ausdruck kommt: Jeder Krise wohnt auch eine Chance inne.

Krise ≠ Krise

Krisen gibt es in allen Größen und Formen. Sie können klein oder groß, nebensächlich oder einschneidend, individuell oder kollektiv sein. Außerdem ist der Krisenbegriff sehr personenabhängig: Was für manche von uns eine Krise ist, ist für andere Alltag und umgekehrt.

Fakt ist aber: Wir alle werden früher oder später Krisenzeiten nach eigener Definition erleben. Viele von uns nehmen auch die aktuelle Situation als Krise wahr. Wir leben in Zeiten des Umbruchs – und Veränderung wird immer ein Stück weit auch als Gefahr empfunden. Daher ist es heute wichtiger denn je, in Krisen einen kühlen Kopf zu bewahren. Und das beginnt – wie so oft – mit der eigenen Einstellung.

Umdenken

Ein problemzentriertes Krisenverständnis führt oft dazu, sich als Opfer zu fühlen. „Warum passiert das ausgerechnet mir?“, fragen wir uns verzweifelt und warten darauf, dass die Krise, diese unglückselige Wendung des Schicksals, wieder vorbei ist. Danach sagen wir dann: „Jetzt habe ich es überstanden!“ – und verleugnen auch dadurch wieder den Mehrwert, den jede noch so harte Zeit für unsere persönliche Entwicklung liefern kann.

Wie schaffen wir es aber, unsere Perspektive auf Krisenzeiten zu ändern? Dafür ist ein Umdenken notwendig, eine Neuordnung unserer Gedanken und eine bewusste Entscheidung, unseren Fokus ein bisschen weniger auf die Gefahr und ein wenig mehr auf die Chance zu legen. 

Ein erster Schritt in diese Richtung kann es sein, anstatt „Warum passiert das?“ zu fragen: „Was kann ich aus dieser Situation lernen?“ Diese gedankliche Veränderung führt dann auch dazu, dass wir Krisen nicht nur „überstehen“, sondern an ihnen wachsen. In unserem Artikel über posttraumatisches Wachstum gehen wir näher darauf ein, wie scheinbare Schicksalsschläge zu charakterformenden Erfahrungen werden können.

Krisenkompetenz: mit Krisen umgehen können

Neben dem vorhin beschriebenen „Krisen-Mindset“ ist auch die Resilienz – das sogenannte Immunsystem der Psyche – ein wichtiger Aspekt in Krisenzeiten. Oft wird Resilienz auch als die Fähigkeit, wieder aufzustehen, benannt. Das ist besonders in und nach Krisen wichtig. Wer sich nicht unterkriegen lässt und schwere Zeiten auch als Möglichkeit sieht, sich weiterzuentwickeln, feilt an seiner Krisenkompetenz. Die gute Nachricht: Resilienz kann trainiert werden. Ein paar Tipps dafür finden Sie in diesem Artikel

Was außerdem dabei hilft, krisenresistenter zu werden: in „normalen“ Zeiten Stabilität aufzubauen. Wer mit beiden Beinen im Leben steht, kommt auch in Krisenzeiten nicht so schnell ins Wanken. Ganz besonders nützlich sind dabei Routinen, die uns im Alltag Halt und Struktur geben. Daran können wir uns dann auch in stürmischen Zeiten festhalten. Gewohnheiten geben uns das Gefühl von Kontrolle – und genau nach diesem Gefühl sehnen wir uns in Krisensituationen mehr denn je. Denn oft sind es Ereignisse von außen, auf die wir scheinbar keinen Einfluss haben, die Krisen hervorrufen. Seinen Fokus auf das zu legen, was man kontrollieren kann (z. B. Tagesablauf, Ernährung, Bewegung etc.), kann daher Wunder wirken.

Stichwort Fokus und Wunder: Auch Meditation und Achtsamkeitsübungen sind wertvolle Tools, um Krisenkompetenz aufzubauen und auch in Stresssituationen die Ruhe zu bewahren.

Nach der Krise ist vor der Krise: Learnings aus Krisenzeiten integrieren

Eine Krise kommt selten allein. Und manchmal fühlt sich das Leben tatsächlich an wie ein Computerspiel: Kaum hat man eine Herausforderung gemeistert, steht schon die nächste bevor. Das Gute an der Sache ist: Wir nehmen sämtliche Skills aus dem vorigen Level mit. Wir sind jetzt stärker, weiser, kompetenter – besser gewappnet für das, was als Nächstes kommt. 

Um bestmöglich aus Krisenzeiten zu lernen, zahlt es sich aus, regelmäßig über vergangene Krisen zu reflektieren. So hält man sich seine Learnings vor Augen und es fällt einem wieder ein Stück weit leichter, eine Krise auch als Chance zu sehen.

In diesem Sinne möchte ich Sie dazu einladen, sich ein paar Momente Zeit zu nehmen und über die folgenden Fragen nachzudenken (für einen besonders nachhaltigen Lerneffekt können Sie sich auch Zettel und Stift schnappen und Ihre Antworten aufschreiben):

  • Was haben Sie im vergangenen Jahr gelernt?
  • Welche neuen Fähigkeiten haben Sie erworben?
  • Was können Sie jetzt, das Sie vor einem Jahr noch nicht konnten?
  • Wie haben Sie sich beruflich und persönlich weiterentwickelt?
  • In welchen Bereichen sind Sie stärker geworden?
  • Was können Sie sich für zukünftige Krisen daraus mitnehmen?

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