Ich bin dann mal weg!

Freunde sollten mit uns durch dick und dünn gehen, für uns da sein und uns Kraft geben. Was aber, wenn sie einem auf lange Sicht nur Energie kosten? Lohnt es sich für diese Freundschaften zu kämpfen oder sollte man irgendwann doch lieber getrennte Wege gehen?

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Den Anstoß für diesen Artikel gab mir meine liebe Schwester. In einer Sprachnachricht beschwerte sie sich einmal mehr über diese eine Freundin, die sich immer nur dann meldet, wenn sie etwas braucht.

Dieses Thema ist schon seit vielen Jahren ein fixer Bestandteil ihrer Freundschaft. Zahlreiche Streitigkeiten und Gespräche später scheinen die beiden immer noch keinen Konsens gefunden zu haben. Betrübt erzählt mir meine Schwester, dass sie sich im Kontakt mit ihr „wertlos“ und schuldig fühlt. Ich stellte ihr folgende Frage und versuchte insgeheim selbst eine Antwort darauf zu finden: Warum umgeben wir uns mit Menschen, die uns nicht guttun?

Wann ist eine Freundschaft toxisch?

Der Begriff „toxisch“ fällt meist in Zusammenhang mit Beziehungen romantischer Natur. Doch auch wenn nicht oft über toxische Freundschaften gesprochen wird, gibt es sie.

Nach Vasia Toxavidi, Beraterin und Mitglied der British Association for Counselling and Psychotherapy (BACP), führt eine toxische Freundschaft dazu, dass sich Personen schuldig, unsicher, verwirrt, wütend und unerfüllt fühlen. Weiters beschreibt sie toxische Freundschaften folgendermaßen:

  • Das "T" in „TOXIC“ steht für „tiring“, was zu Deutsch „ermüdend“ bedeutet. Toxische Freundschaften kosten Kraft.
  • Das "O" leitet sich vom englischen Wort „obstructive“, also hinderlich ab, da es nicht selten vorkommt, dass toxische Freunde die persönliche Weiterentwicklung behindern.
  • Das „X“ kommt im englischen Wort „exhausting“ vor. Zu Deutsch übersetzt bedeutet es „erschöpfend“. Toxische Freunde stellen viele Forderungen, geben aber oftmals nichts oder nur sehr wenig zurück. 
  • Das "I" steht für „intimidation“ = Einschüchterung. Viele toxische Beziehungen schüchtern ihr Gegenüber mit häufiger Kritik ein und geben ihnen gleichzeitig das Gefühl, unzulänglich zu sein.
  • Das "C" steht für „conditional“ (bedingt), da ihre Zuneigung oft nicht von langer Dauer ist und auch nur dann geschenkt wird, wenn sie selbst einen Nutzen daraus ziehen können.

Geringes Selbstwertgefühl als Ursache

Gründe, warum sich manche Menschen toxisch verhalten, sind vielfältig. Oft fällt ihnen ihr eigenes toxisches Verhalten gar nicht auf. Allgemein kann man aber sagen, dass dieses Verhalten häufig die Folge von einem geringen Selbstwertgefühl ist.

Ausbrechen aus toxischen Beziehungen

Aber was können Sie tun, wenn Sie gerade erkannt haben, dass Sie in einer solchen Freundschaft stecken?
Nun ja, ein Patentrezept dafür gibt es leider nicht. Sie müssen das tun, was Ihnen guttut. Vielleicht stellen Sie sich die gleiche Frage, die ich auch meiner Schwester stellte: Warum tun Sie sich die emotionale Achterbahnfahrt an? Oder anders gefragt: Aus welchem Grund halten Sie an dieser Freundschaft fest? Meine Schwester beantwortete diese Frage mit „Ich weiß auch nicht so recht, wir kennen uns halt schon so lange.“ Und mit dieser Aussage fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: Eine Freundschaft, die einem nicht guttut, nur deshalb aufrechtzuerhalten, weil man sich schon so lange kennt, macht keinen Sinn. 

Fazit

Sie sehen also, der erste Schritt ist wie so oft: das Bewusstmachen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie Freundschaften leichtfertig aufgeben sollten. In vielen Fällen weiß das Gegenüber gar nicht, dass er oder sie sich toxisch verhält. Suchen Sie das Gespräch und teilen Sie Ihrem Gesprächpartner mit, was dieses Verhalten mit Ihnen macht.

Wenn diese Gespräche nicht zu einer Besserung führen, sollten Sie sich bewusst machen, ob die positiven oder die negativen Momente überwiegen. Fühlen Sie sich mit dieser Person vorwiegend schuldig und unzulänglich? Gibt Ihnen Ihr Gegenüber immer die Schuld und kritisiert Sie? Oder gibt Ihnen diese Freundschaft Kraft und Sie fühlen sich in ihrer/seiner Nähe wohl? Wenn Ersteres überwiegt, ist es vielleicht an der Zeit, darüber nachzudenken, ob man getrennte Wege gehen sollte. Denn wenn Ihr Gegenüber Ihr Wohlbefinden längerfristig negativ beeinflusst, obwohl Sie das Thema bereits offen angesprochen haben, sollten Sie für sich eine Konsequenz ziehen.

Wie Sie sich auch entscheiden: Achten Sie auf sich und hören Sie tief in sich hinein und tun Sie nur das, was Ihnen guttut.

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