Die Sinnkrise der Zwanziger

Midlife-Crisis? Viel zu früh! Zuerst kommt die Quarterlife-Crisis. Was hinter der Sinnkrise der Mittzwanziger steckt, warum Corona, Social Media & Co. die Unsicherheiten junger Menschen verstärken und warum die Quarterlife-Crisis auf keinen Fall unterschätzt werden darf? Wir klären auf!

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Quarterlife-Crises, was ist das genau?

Die Quarterlife-Crisis ist eine Sinn- und Identitätskrise, die meist im Alter von 24 bis 30 Jahren auftritt. Betroffen sind vor allem Personen kurz vor oder nach ihrem Studienabschluss sowie vor oder in den ersten Jahren ihres Berufslebens.

Für viele mag die Quarterlife-Crisis lächerlich klingen, da sie an die oft zynisch belächelte Midlife-Crisis erinnert. Doch hinter der Sinnkrise der Mittzwanziger verbirgt sich mehr als die Angst vor dem Älterwerden.

Wie häufig ist eine Quarterlife-Crisis?

In einer deutschen Umfrage gaben rund 47 Prozent an, von einer Quarterlife-Crisis betroffen zu sein oder krisenähnliche Zustände erlebt zu haben. Ihre Krise habe durchschnittlich etwa zwei Jahre angedauert und vor allem berufliche sowie existenzielle Ängste hervorgebracht. Die Umfrage zeigt auch: Nur knappe fünf Prozent sprechen offen darüber.

Wie zeigt sich eine Quarterlife-Crisis?

Eine Quarterlife-Crisis kann verschiedene Ausprägungen annehmen: Was an manchen wort- und emotionslos vorübergehen mag, kann auf andere äußerst belastend wirken. Psycholog_innen bestätigen: Vor allem sensible Menschen neigen dazu, in krisenähnliche Zustände zu verfallen. Als Anzeichen einer Quarterlife-Crisis gelten unter anderem:

Hilf-, Rat- & Orientierungslosigkeit
Ein häufig auftretendes Gefühl von Unsicherheit, Hilf- und Orientierungslosigkeit kann schon ein erstes Anzeichen einer Quarterlife-Crisis sein. Viele Betroffene berichten außerdem von der ständigen Angst, nicht genug zu sein, begleitet von Unsicherheiten im Berufs- und Privatleben, ständiger Überforderung und finanziellen Sorgen.

Ja, die Quarterlife-Crisis lässt Betroffene an ihrer Identität und dem Sinn ihres Lebens zweifeln – und das meist zu Unrecht. Der häufige Auslöser: Social Media und der toxische Vergleich mit vermeintlich perfekten Persönlichkeiten im World Wide Web.

Einsamkeit & Selbstzweifel
Sie erkennen eine Quarterlife-Crisis auch an der Einsamkeit, Unsicherheit und Unzufriedenheit mit Ihrer aktuellen Lebenssituation. Betroffene haben oft das Gefühl, das Leben anderer sei besser, schöner, organisierter und stabiler als ihr eigenes.

Verzerrte Wahrnehmungen anderer Lebensrealitäten verstärken unsere Unsicherheiten umso mehr und lassen uns nur noch leichter in Krisenzustände rutschen. Da hilft nur eines: Finger weg von Social Media! Denn der ständige Vergleich mit anderen kann bereits vorhandene Unsicherheiten verstärken, depressive Symptome verursachen und schlimmstenfalls Anpassungs- und Belastungsstörungen hervorrufen.

Zukunftsängste und Überforderung
In der Blüte des digitalen Zeitalters stehen uns, vor allem in den Mittzwanzigern, so viele Türen offen wie nie zuvor. Bei der Fülle an Möglichkeiten müssten die Gen Y und Z ja wohl die glücklichsten aller Generationen sein, nicht wahr?

Falsch gedacht! Eine Studie von Deloitte zeigt, dass junge Menschen heute pessimistischer denn je in die Zukunft blicken. Erfolgsdruck und finanzielle Unsicherheiten verstärken den negativen Zukunftsblick junger Erwachsener. Vor allem die COVID-Pandemie sowie Ängste vor gravierenden Folgen des Klimawandels haben ihre Spuren hinterlassen. Sorglos war gestern: Die harte Realität ist alles andere als rosig.

Wie komme ich aus einer Quarterlife-Crisis heraus?

So vielfältig die Ausprägungen einer Quarterlife-Crisis sein können, so vielseitig sind auch die Möglichkeiten, da wieder herauszukommen. Was können Sie tun, um Ihren Weg aus der Quarterlife-Crisis zu finden und wie können Sie Betroffenen dabei helfen?

Sport und sozialer Austausch

Psycholog_innen bestätigen: Menschen, die sehr isoliert leben, wenigen Hobbys nachgehen und sich nicht gut integriert fühlen, laufen viel eher Gefahr, in Krisenzustände zu geraten und psychische Erkrankungen zu erleiden.

Unser Tipp: Sport und ausreichend Zeit mit Freund_innen! Gehen Sie Ihren Leidenschaften nach, tragen Sie sich für einen Sport-, Tanz- oder Musikkurs ein oder organisieren Sie ein Wohlfühl-Dinner mit Ihren Liebsten. Ja, soziale Interaktion ist Balsam für unsere Seele und kann einen Ausweg aus krisenähnlichen Situationen eröffnen. Sportliche Aktivität gilt schon lange als natürliches Antidepressivum, und eine gute Zeit mit Freund_innen tut auch gut!

Mit Bezugspersonen sprechen

Häufig hilft ein Gespräch mit vertrauten Freund_innen oder Familienmitgliedern, um einen Weg aus Krisensituationen zu finden oder diese zumindest rationaler zu betrachten. Scheuen Sie also nicht davor, Ihren Liebsten Ihre Zweifel und Unsicherheiten anzuvertrauen. Wer weiß, vielleicht befindet sich Ihr Umfeld in einer ähnlichen Situation?

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Wenn weder Sport noch das Gespräch mit Freund_innen zu helfen scheinen, zögern Sie nicht und nehmen Sie psychotherapeutische Hilfe in Anspruch. Denn jede und jeder von uns hat es verdient, mit lachendem Herzen und einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein durch das Leben zu wandern! Unsere Roaring Twenties haben genug Platz für reichlich Optimismus, Selbstliebe und Lebensfreude. Man muss sie nur herauskitzeln!

Der kurvige Weg aus der Krise

Eine Quarterlife-Crisis kann viele treffen und das vor allem in unsicheren Zeiten wie diesen. Und ja, der Weg aus einer Krise kann ein langer und schwerer sein. Aber auf der anderen Seite warten eine gefestigte Persönlichkeit und eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein auf uns.

In diesem Sinne: Kopf hoch, Hand auf’s Herz und volle Kraft voraus. Der Weg aus der Krise ist zwar nicht leicht, aber definitiv wert, begangen zu werden.

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