Anleitung zum Glücklichsein – das Einmaleins des Glücks

Oft sind wir in puncto Wohlfühlen bloß Spielball unserer Hormone. Vor allem bei Glückshormonen gilt: Je mehr man weiß, desto leichter ist man happy. Spoiler – es geht (auch) um gutes Essen und Sex.

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Glücksdiäten, Happiness Fruits, Stimmungsaufheller in Tablettenform – kein Weg ist dem Menschen zu steinig, um ein bisschen mehr Glückseligkeit in sein Leben zu bringen. Vier Arten von Glückshormonen sind bekannt und erforscht. Aber was tun die eigentlich? Und kann man die essen?

Kleine Hormon-Kunde

Hormone sind Botenstoffe, die von unterschiedlichen Organen im Körper produziert werden und wiederum anderen Stellen sagen, was sie tun oder lassen sollen. So schütten z. B. Magenschleimhaut und Bauchspeicheldrüse das „Hungerhormon“ Ghrelin aus. Das wiederum meldet dem Gehirn, dass wir uns doch bitte möglichst bald auf Nahrungssuche begeben sollen. Nach dem Essen sinkt der Ghrelinspiegel wieder ab. Aber zurück zum Thema. Was sind eigentlich Glückshormone?

Glückshormone

Es gibt verschiedene Arten von Glückshormonen. Alle wirken ein wenig unterschiedlich auf uns. Es lohnt sich also, mal von allen gehört zu haben, um zu wissen, wie wir sie boosten können.

Dopamin gilt als das Glückshormon schlechthin. Dopamin ist ein wichtiger Bestandteil unseres Belohnungssystems im Hirn und reguliert Appetit, Motivation und Antrieb. Dopamin macht aufgekratzt, euphorisch und erregbar.

Serotonin
Wie Dopamin ist Serotonin maßgeblich an unserer Stimmung und innerem Antrieb beteiligt. Allerdings wirkt es eher als Glückseligkeits-Vermittler. Es macht gelassen, zufrieden und ruhig. Ein Mangel führt zu Angst, übermäßigen Sorgen und Kummer.

Endorphin
Dieses Hormon wird unter anderem beim Sport aktiv. Das sogenannte Runner’s High entsteht durch Endorphinausschüttung. Endorphine sind außerdem natürliche Schmerzkiller und helfen uns, Extremsituationen wie eine Geburt oder einen schweren Unfall gut zu überstehen.

Oxytocin
Als Liebes-Hormon verstärkt Oxytocin die Bindung zwischen Mutter und Kind und sorgt für das Gefühl von Glück, Geborgenheit und „Nestwärme“. Aber auch Verliebte erwischt beim Küssen, Kuscheln oder Sex eine Oxytocin-Welle.

Wie kriege ich mehr davon?

Jedes der Hormone wird durch unterschiedliches Verhalten getriggert. Ein universeller Happiness-Booster ist allerdings Sport. So wird die Bildung von Dopamin, Serotonin und Endorphin durch sportliche Betätigung begünstigt. Wollen Sie den Output maximieren, gehen Sie dazu einfach an die frische Luft. Sonnenlicht trägt erheblich zur Stimmungsregulierung bei. Das erfahren wir jedes Jahr schmerzhaft, wenn wir im Winter nicht genug davon abbekommen und sich der Winterblues in Form von Niedergeschlagenheit und Stimmungstief einstellt. Wollen Sie sogar da noch eins draufsetzen, schnappen Sie sich die beste Freundin und fügen Sie dem Feel-Good-Mix noch ein wenig Oxytocin hinzu. Denn gemeinsame Erlebnisse verbinden.

Lachen ist die beste Medizin

Dass das kein Mythos ist, beweisen nicht nur die Rote Nasen Clowndoctors mit ihrer großartigen Arbeit in Kinderstationen. Lachen bewirkt nämlich die Ausschüttung einer ganzen Reihe von Glücksgefühlen. So wird während eines gesunden Schenkelklopfers nicht nur Endorphin ausgeschüttet, was schmerzlindernd und angstlösend wirkt. Wenn es Sie gemeinsam mit Ihrem Partner oder Ihrer besten Freundin so richtig durchbeutelt vor Lachen, steigt auch der Oxytocinwert im Blut. Wir fühlen uns verbunden und dem anderen näher. Das berühmte „Er bringt mich zum Lachen“ dürfte also für die Partnersuche tatsächlich nicht unerheblich sein.

Kochen Sie sich glücklich

Geben Sie’s zu, darauf haben wir doch alle gewartet: eine Liste von Happy Foods. Nun, hier ist ein Auszug, inklusive Kochanleitung.

Man nehme

  • den Lieblingsmenschen,
  • ein scharfes Curry-Rezept,
  • gute Musik,
  • eine gute Flasche Wein (wer mag)
  • und Schokolade zum Dessert.

Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Lieblingsmenschen ein scharf-würziges Curry mit cremiger Joghurt-Sauce und etwas Naan-Brot machen, dazu eine fantastische Flasche Wein trinken, gute Musik hören und sich am Ende mit Schokolade verwöhnen, werden höchstwahrscheinlich diese Dinge passieren:

  • Sie werden gemeinsam Spaß haben (Wein und Oxytocin).
  • Sie werden vom scharfen Chili nicht nur rote Wangen, sondern auch Lachfalten bekommen (Endorphin).
  • Die probiotischen Eigenschaften vom Joghurt werden nicht nur Ihrem Bauch guttun (Dopamin).
  • Sie werden gemeinsam in lustigen Erinnerungen schwelgen (Serotonin und Oxytocin).
  • War das nicht genug, wird die Schokolade am Ende noch einen Wohlfühlmoment draufsetzen (Tryptophan, Vorstufe von Serotonin).

Aber es wird noch besser. Wenn Sie statt der Tisch- die Bettdecke bevorzugen oder den Esstisch auch mal gegen den Massagetisch tauschen wollen, wird’s jetzt noch mal spannend.

You can leave your hat on

Sex! Die schönste Nebensache der Welt macht nicht nur Babys, sondern auch Erwachsene glücklich. Hierfür besser keine Anleitung in Bulletpoints. Nur so viel – tun Sie’s. Und tun Sie’s oft. Sex wirkt erwiesenermaßen stresslösend. Haben wir viel Stress, setzt sich leider ein Teufelskreis in Gang. Wir sind zu gestresst, müde, schlecht gelaunt für Sex. Wir haben weniger Sex oder gar keinen. Und je weniger wir haben, desto weniger wollen ihn viele von uns. Dabei hilft uns gerade Sex, Stress abzubauen. Einerseits über das Ausschütten von Serotonin, was uns entspannt macht und Angst, Kummer und Schmerz dämmt. Andererseits über Oxytocin, was uns dem Partner näherbringt und uns so helfen kann, uns verstanden und geborgen zu fühlen. Let’s get it on!

Schlechte Stimmung wegkneten

Die gute Nachricht zum Schluss: Man kann sich Glück(lichsein) tatsächlich kaufen. Vorausgesetzt, Sie kennen einen guten Masseur. Massagen sind nicht nur großartig für die Durchblutung und für die Elastizität unserer Faszien und Muskeln – sie machen auch glücklich. Zumindest theoretisch. Denn während einer Massage sinkt nicht nur das Stresshormon Cortisol um bis zu 30 Prozent, auch die Ausschüttung von Dopamin und Endorphin wird begünstigt.

Nicht vor der Arbeit

Als ich meine erste professionelle Massage bekam, ging ich den Rest des Tages wie auf Wolken. Alles war leicht, meine Stimmung war unglaublich positiv und ausgeglichen. Wichtig: Es handelte sich dabei um eine reine Entspannungsmassage: keine Trigger-Punkte, keine Sport-Akupressur. Als ich dann später in meinem Fitness- und Massage-Studium regelmäßig selbst massierte und massiert wurde, musste ich irgendwann Grenzen setzen. Musste ich danach nämlich hinter der Bar arbeiten, war klar – ich massiere gerne, aber massiert werden ist nicht drin. Zu sehr hat es mich entspannt, meinen Geist in eine wohlig-warme Decke aus Watte und Wohlfühlen gehüllt. Ich war hinter der Bar des geschäftigen Clubs nicht mehr arbeitsfähig. Am besten also abends zur Massage gehen und danach nur mehr heim auf die Couch.

Happiness-Fazit

Wir halten also fest: Es gibt verschiedene Hormone, die uns glücklich stimmen. Das reicht von aufgekratzt und ausgelassen bis hin zu ruhig und glückselig. Sport, Natur und Sonne sind ein genereller Stimmungsboost und sollten so regelmäßig wie möglich in den Alltag eingebaut werden. Gemeinsam ist’s am schönsten. Ob im Bett, am Tisch oder auf der Laufstrecke – gemeinsame Aktivitäten machen Spaß und verbinden. Und wenn Sie heute mal keine Lust haben, sich Happy Food zu kochen, buchen Sie doch einfach eine Massage!

UNSER BUCHTIPP:

  • Dr. Andrea Flemmer: Mood-Food – Glücksnahrung Wie man durch Essen glücklich wird, 2011
  • Daniel Z. Liebermann, Michael E. Long: Ein Hormon regiert die Welt: Wie Dopamin unser Verhalten steuert – und das Schicksal der Menschheit bestimmt, 2018

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