Sex trotz Liebe – Teil 2

Ihr Bett ist nach einigen Jahren Beziehung zur verkehrsberuhigten Zone geworden? Und das sollte sich ändern? Dann sind Sie hier richtig. Bettlektüre mit Praxistipps.

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Wir haben uns im letzten Artikel damit auseinandergesetzt, wieso es in langen Partnerschaften oft zum Versiegen der Lust kommt. Heute wollen wir herausfinden, was man dagegen tun kann. Spoiler – allein auf Urlaub fahren und gesunder Abstand helfen enorm.

Kein Feuerwerk hält ewig

Vom Gedanken der spontanen, eruptiven Urgewalt der sexuellen Energie und andauernden Lust zwischen Langzeitpartnern sollten wir uns allmählich verabschieden. Es ist normal, dass die Lust mit der Zeit zurückgeht. Das Problem dabei: Wir erinnern uns an den „guten Sex“ am Anfang der Beziehung, als alles noch neu und aufregend war. Als uns selbst beim gemeinsamen Karottenschälen in der Küche heiß wurde und sogar der ausgeleierte Snoopy-Pyjama wie Reizwäsche anmutete. Nun – surprise! – das ändert sich mit der Zeit.

Abstand, meine Lieben(den)!

Achten Sie auf Abgrenzung und das Weiterbestehen Ihrer eigenen Persönlichkeit, Interessen und Selbstständigkeit. Wir alle verbiegen uns in Partnerschaften, aber je mehr Sie sich selbst treu bleiben und für sich einstehen – natürlich mit Empathie und Verständnis für den anderen – desto eher bleiben Sie auch mit Ihrem eigenen Körper, Ihrer Lust auf Sex und Ihrem Selbstverständnis als sexuelles Wesen im Einklang. Geht das verloren, hilft oft eine zweiwöchige Crashkur im Alleinsein. Fahren Sie allein auf Urlaub, gehen Sie zwei Wochen nur Ihren eigenen Interessen nach und versuchen Sie, bewusst bei sich und Ihren eigenen Bedürfnissen anzukommen. Hier geht es viel um Selbstbewusstsein in seiner wörtlichen Bedeutung. Was macht Sie aus? Wer sind Sie? Was turnt Sie an? Wie müssen Sie drauf sein, um sich selbst als sexy, begehrenswert und begehrend zu erleben?

Date Night

Im Alltag vergessen wir oft schlichtweg auf Beziehungen und Sex. Es ist schon bemerkenswert, dass es ganz natürlich ist, an einer Karriere oder einer akademischen Fortbildung zu arbeiten, dass wir Beziehungen und Sex aber oft als selbstverständlich betrachten. Oft begegnen wir diesen fundamentalen Bestandteilen unseres Lebens nicht mit genug Zuwendung. Deshalb: Legen Sie Wert auf Quality time mit dem Partner. Ein Abend pro Woche, an dem es nur um Sie beide geht. Und was immer Ihrer Verbindung guttut – Kino, kochen, kuscheln. Machen Sie sich bewusst, dass alles andere Pause hat und nur Sie beide zählen. Das verleiht der Zweisamkeit Bedeutung und lenkt den Fokus auch mal richtig unanständig unter die Gürtellinie. Denn auch unser Bedürfnis nach Sex braucht in Langzeitbeziehungen einen bewussten Schubs, um am Leben erhalten zu werden.

„Sex ist keine Sache, die man tut …

… sondern ein Ort, an den man sich begibt.“ So beschreibt es die wunderbare Paartherapeutin Esther Perel. Und meint damit, dass nicht nur der Akt an sich unsere Sexualität ausmacht. Das Vorspiel beginnt beim Frühstück. Oder beim bewussten Tippen einer andeutungsvollen Nachricht an den Partner. Oder beim gemütlichen Zusammensitzen am Esstisch nach der Arbeit. Es geht darum, auch mental und emotional wieder Platz für Sex zu schaffen.

Oben entspannt, unten spannend

Gerade Frauen sind nicht nur Körper, die auf Knopfdruck reagieren, sprichwörtlich die Schleusen öffnen und auf Sex gepolt sind. Frauen (aber auch viele Männer) möchten sich auch im Kopf einstimmen können. Ist der Kopf nicht bereit, macht das untere Stockwerk einfach nicht mit. Also versuchen Sie, Sex auch wieder Teil des Alltags werden zu lassen. Nicht in Form von Routinen, sondern in Form von bewusstem Greifbarmachen sexueller Energie. Die hat nämlich im Alltagsstress oft keinen Platz.

Sex und Stress

Wenn uns Stress im Griff hält, wird alles andere Nebensache. Denn Stress im Tierreich bedeutet immer: Fight, flight oder freeze. Keine dieser Verhaltensweisen hilft, um im Bett mal wieder ordentlich Gas zu geben, wenn Sie mich verstehen. Und wenn Sie denken: „Wir sind doch keine Tiere!“, muss ich Sie enttäuschen. Wir sind tief drin Tier genug, um bei Stress immer noch dieselben Mechanismen auszugraben wie unsere Vorgänger, die beim Anblick eines Säbelzahntigers hurtig das Weite gesucht haben. Die Krux ist nämlich: Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen einem cholerischen Chef, einer näher rückenden Deadline oder dem säbelbezahnten Kätzchen. Stress ist Stress. Und was können wir so gar nicht brauchen, wenn wir so richtig Stress haben? Richtig. Sex. Mit runtergelassenem Lendenschurz läuft sich’s nämlich wesentlich langsamer.

Reden bringt’s

Machen Sie sich also bewusst, was Stress mit Ihnen macht und kommunizieren Sie das Ihrem Partner ganz offen. Zeigen Sie Ihrer besseren Hälfte aber nicht die kalte Schulter à la „Stress und Migräne, keine Lust“, sondern interessieren Sie sich auch für das Befinden Ihres Gegenübers. Vielleicht gehört gerade Ihr Partner zu jenen Menschen, denen Sex als Ventil zur Stressbewältigung und zum Abschalten dient. Wenn dem so ist, führt an einem verständnisvollen Gespräch kein Weg vorbei, denn das würde auf lange Sicht zu Reibereien führen. Und damit sind nicht jene gemeint, die sich so unerhört gut anfühlen.

Sexy Fazit

Nähe bringt nicht immer guten Sex. Beziehungen und Sex brauchen genauso bewusste Zuwendung und Arbeit wie andere Bereiche im Leben. Sich selbst treu zu bleiben und Grenzen zu wahren, wirkt anziehend, selbstbestimmt und attraktiv. Lassen Sie das erst mal sickern und üben Sie sich in Date Night und gesunder Distanz. Denn das nächste Mal geht’s ans Eingemachte: Welche Fragen müssen Sie sich und Ihrem Partner stellen, damit sie wieder öfter gemeinsam unter einer Decke stecken?

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