Lockdown! Mit Kindern im Home-Office

Wie schaffen Sie es, sich neben den Kids im Home-Office zu konzentrieren? Welche virtuellen Lifehacks gibt es und was ist die Notfall-Box für schreiende Zwerge?

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Sind Kids mit im Spiel, werden Home-Office und Lockdown auf einem ganz anderen Level ausgetragen. Sind die Schulen zu, geht daheim die Post ab. Eine Kollegin erzählte mir letztens von erfolgreichen Playdates ihres Sechsjährigen. Jeden Tag zur selben Zeit ist er mit seinem besten Freund verabredet. Manchmal plaudern sie, manchmal spielt jeder sein Spiel oder baut LEGO, immer mit dem Freund am anderen Ende der Videoleitung. Selbst Großeltern können so in den Alltag integriert werden. Ein Bekannter lässt die Großeltern in Spanien seinem Sohn Geschichten über Skype vorlesen. Das hilft. Denn wenn Sie daneben konzentriert arbeiten müssen, wird’s schwierig.

Nickerchen-Zeit ist Konzentrationszeit

Wer kleine Kinder hat, kennt das Gefühl mit Sicherheit: Kaum ist der Zwerg am Wegdämmern, fragt sich das Gehirn in Sekundenbruchteilen, was sich jetzt alles erledigen ließe. Vor allem im Home-Office ist jetzt die beste Zeit, richtig fokussierter Arbeit nachzugehen und jene Tasks zu erledigen, die absolut keine Unterbrechung dulden wie Video-Calls oder diese Hirnschmalz fordernde Excelliste.
Hier gilt: Sie kennen Ihre Kids am besten. Planung ist im Lockdown mehr als das halbe Leben. Wenn Sie sich zehn Minuten täglich nehmen, um den Tag zu planen und zu strukturieren, kann Ihnen das Aufregung und Stress ersparen. Gleichen Sie Ihren Terminkalender mit dem Ihres Partners ab, damit Sie nicht beide zur selben Zeit in wichtigen Meetings stecken.

Stille Spielezeit

Neben der Holzeisenbahn, die mit lautem „Tütüüüüü“ ihre Runden zieht und dem kreischenden Jo-Jo gibt es Gott sei Dank auch ruhige Spielalternativen. Sind Kinder zu groß für ausgiebige Schläfchen untertags, kann auf diese Spiele zurückgegriffen werden, wenn etwas Ruhe notwendig ist. Die Verknappungsstrategie wie beim Schlussverkauf in der Modeboutique ist hier ein beliebter Lifehack von Eltern: Die Kiste mit den stillen Spielsachen (Bücher, Memorys, Puzzles, Steckspiele) wird nicht ständig hervorgeholt, sondern von den Eltern verwahrt und zu etwas Besonderem erklärt. So kann die Vorfreude geschürt werden und ein paar stille Momente zum Arbeiten sind gesichert.

Kinderarbeit

Nicht, was Sie denken … Kinder lernen durch Nachahmung und lieben es, erwachsen zu wirken. In einer meiner ersten Kindheitserinnerungen packe ich einen großen LEGO-Koffer und verkünde stolz, jetzt „zur Arbeit zu gehen“. Man sehe sich später. Kinder möchten dieselben Tasks haben wie Papa und Mama und ihnen vielleicht sogar zur Hand gehen. Machen Sie also einen Kindertisch zum zweiten Home-Office. Schreibzeug, eine alte Tastatur (gibt’s in jedem Büro, in dem ich bisher gearbeitet habe), eine Rundschere, Stempel, etwas Papier. Lassen Sie Ihre Kinder Briefe schreiben, Kuverts bekleben und Logos abmalen. Erfinden Sie „Bezahlungen“, wenn die Arbeit gut gemacht wurde: eine Erdbeere, eine Murmel zum Spielen, ein „neuer“ Buntstift. Hier tritt wieder die Verknappungsstrategie in Aktion. Halten Sie immer ein paar Extra-Legosteine und -Stifte bereit, um für das Gefühl des Neuen zu sorgen.

Übung macht den Ruhe-Meister

Sie hätten gerne, dass sich Ihre Kinder still beschäftigen, wenn Sie in einem Online-Meeting sind? Dann üben Sie zuerst gemeinsam, und zwar mit Fake Calls. Erklären Sie Ihren Kindern, welches Verhalten Sie von ihnen erwarten, wenn Sie Kopfhörer aufhaben oder wenn das Handy läutet. Und dann starten Sie einen Testballon. Oder zwei. Okay, eher zehn, aber es wird besser, versprochen. Wichtig ist es, Kinder immer wieder mit Lob und Zuspruch zu belohnen und ungewolltes Verhalten sanft zu korrigieren. Als Erfolg ist es bereits dann zu werten, wenn Aufmerksamkeit nicht durch lautes Schreien, sondern durch sanftes Anstupsen seitens des Sprösslings eingefordert wird. So kriegen immerhin die Kollegen auf der anderen Seite der Leitung keinen Herzinfarkt. Wer den Luxus eines richtigen Arbeitszimmers hat, kann mit einem Ampelsystem arbeiten. Grünes Schild an der Tür: Komm rein. Gelbes Schild: Bitte klopfen. Rotes Schild: Bitte draußen bleiben. Das gibt Kindern mit ein wenig Übung Orientierung, wie sie sich verhalten sollen.

Notfall-Box

Wenn wirklich gar nichts mehr hilft, das Kind quengelt, der Spielzeugbagger „blöd“ und der Spieleteppich „fad“ ist, hilft eine Notfall-Box. Das sind kleine Behälter, die Sie mit beliebigen Utensilien und klaren Instruktionen füllen können, zum Beispiel mit Klebstoff, Wellpappe, bunten Pfeifenputzern, Holzperlen. Geben Sie Ihrem Kind die Box. Die „Roboter-Box“ soll dazu dienen, mit den Inhalten einen Roboter zu basteln. Oder einen Lastwagen oder eine Blume. Sie verstehen schon. Ein paar dieser Boxen vorzubereiten, kann helfen, das Interesse der Kinder zu wecken und die Aufmerksamkeit zu bündeln, wenn sonst nichts mehr funktioniert und alle altbekannten Spiele ausgedient haben.

Kinder vorm Bildschirm?

Ganz ehrlich – wenn es anders nicht geht, seien Sie nicht zu hart zu sich selbst. Nein, Kinder sollten nicht den ganzen Tag vorm Fernseher oder Tablet hängen. Aber manchmal ist es der letzte Ausweg, um sie zu beschäftigen. Und das ist auch okay. Solange es nicht zur Norm wird und stundenlang ist, ist es in Ordnung, Kinder auch so ein wenig „ruhigzustellen“.

Ressourcen bündeln

Wenn möglich, sollte zumindest ein befreundetes Kind in den Alltag des Sprösslings integriert werden. So können Familien einander auch gegenseitig bei der Beaufsichtigung helfen. Mal sind die Kinder beim einen, dann beim anderen Paar daheim. In Zeiten der Pandemie muss natürlich auf Kontaktreduktion geachtet werden. Hier gilt es, umsichtig vorzugehen und sich abzusprechen.

Me-Time

Keine Bevölkerungsgruppe kommt während eines Lockdowns wohl so unter Druck wie jene der berufstätigen Eltern. Umso wichtiger ist es, partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, damit das eigene Wohlbefinden nicht auf der Strecke bleibt. Das heißt: Schichtwechsel mit Spaziergängen an der frischen Luft – auch alleine wohlgemerkt! Wenn Sie Zeit für sich brauchen, können Sie auch mal mit Konventionen brechen: Sie müssen nicht jedes einzelne Essen zu einem Familienessen machen, sondern können sich auch zurückziehen, während der Spross mampft. Stellen Sie sicher, Ihrem Partner dieselbe Me-Time zuzugestehen, wenn es einmal notwendig wird. Und – leichter gesagt als getan: ausreichend Schlaf. Schlaf ist eines der wichtigsten Mittel zur Stressreduktion und unterstützt Ihr Gedächtnis in dieser aufreibenden Zeit.

Und zuletzt: Probieren Sie sich aus, testen Sie verschiedene Strategien und Arbeitsweisen. Und lassen Sie jene wieder bleiben, die Ihren Bedürfnissen nicht entsprechen. Kopf hoch – das wird. Gemeinsam schaffen wir das!

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