Gut für dich, gut für mich – Random acts of kindness

„Random Acts of Kindness“ sind zufällige nette Gesten. Wir verraten, warum es sich lohnt, sie öfter in den Alltag zu integrieren – für andere und für uns selbst.

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„Vollbringe jeden Tag eine gute Tat“. Dieser Vorsatz ist nicht neu, aber seine Bedeutung wird in unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft immer größer. Ich ertappe mich selbst oft dabei, die Welt und die Menschen um mich herum gar nicht richtig wahrzunehmen. Mit Kopfhörern im Ohr und dem ständigen Blick auf’s Smartphone ist das auch kein Wunder. Kommt Ihnen das auch bekannt vor? Dabei bieten sich uns jeden Tag unzählige Möglichkeiten, das Leben eines anderen Menschen positiv zu beeinflussen – und das ganz ohne großen Aufwand. Jemandem einen Kaffee spendieren, der Nachbarin mit den Einkäufen helfen, den Sitznachbarn im Bus anlächeln oder einfach mal öfter Komplimente machen – manchmal reichen schon kleine Taten oder nette Worte, um anderen langanhaltend Freude zu bereiten.

Wer anderen eine Freude macht, profitiert selbst davon

Wer anderen gegenüber freundlich und hilfsbereit ist, tut sich damit aber auch selbst etwas Gutes. Denn beim Geben – egal, ob wir materielle Dinge, Zeit oder ein Lächeln verschenken – werden Glückshormone freigesetzt. Zusätzlich entsteht ein Gefühl von Verbundenheit und unser Selbstwertgefühl wird gesteigert. Denn wenn wir den Eindruck haben, etwas bewirken zu können, und sei es auch noch so klein, fühlen wir uns wichtiger und wertvoller. Erhält man dann auch noch Anerkennung und Dank für seine guten Taten und freundlichen Gesten, stellen sich automatisch Zufriedenheit und ein Gefühl der Verbundenheit ein. Und davon könnten wir doch alle ein bisschen mehr vertragen, oder?

Um genau das zu erreichen, wurde in den USA die Random Acts of Kindness Foundation gegründet. Jedes Jahr im Februar ruft die Organisation eine eigene Woche der Freundlichkeit aus. In dieser sollen wir uns besonders darauf konzentrieren, netter zu anderen und zu uns selbst zu sein. Wie sich das am besten umsetzen lässt, dafür gibt es auf der Website viele Anregungen. Die meisten davon lassen sich aber ganz unabhängig von einem Datum spielend leicht das ganze Jahr über in unseren Alltag integrieren.

Freude im Glas

Eine schöne Idee, um sich unscheinbare, aber wertvolle Momente bewusst zu machen und sich noch lange an sie zu erinnern, ist ein sogenanntes Freundlichkeitsglas. Was Sie dafür brauchen? Ein leeres Marmeladenglas, kleine Zettel und die Bereitschaft, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Jedes Mal, wenn Sie eine besonders freundliche Geste oder Handlung wahrnehmen – ganz egal, ob Ihnen gegenüber oder zwischen Fremden –, schreiben Sie Ihre Beobachtung auf und stecken Sie den gefalteten Zettel in das Glas. Wann immer Ihnen danach ist, holen Sie ein paar der Erinnerungen wieder heraus. Beim Lesen finden Sie nicht nur Inspiration, wie Sie vielleicht selbst wieder ein bisschen mehr Freundlichkeit in Ihr Leben bringen können. Das Wiederentdecken dieser Glücksmomente hat auch einen Soforteffekt auf unsere Psyche und sorgt im Hand- oder besser Zettelumdrehen für gute Laune.

Freundlichkeit kann man trainieren

Wie so oft trifft auch hier das alte Sprichwort „Übung macht den Meister“ voll ins Schwarze. Oft fällt es uns gar nicht so leicht, anderen und uns selbst gegenüber wohlgesonnen zu sein. Um dauerhaft zu einer positiveren Einstellung zu gelangen, kann ein kleiner Trainingsplan durchaus sinnvoll sein. Schreiben Sie sich dafür einfach fünf Aktivitäten auf, denen Sie täglich nachgehen. Auf meiner Liste stehen unter anderem Dinge wie Zähne putzen, duschen und Kaffee kochen. Im nächsten Schritt überlegen Sie sich, wie Sie jede dieser Routineaufgaben mit positiven, freundlichen Gedanken verbinden können. Ich versuche zum Beispiel, unter der Dusche darüber nachzudenken, worüber ich mich am vergangenen Tag besonders gefreut habe. Beim Zähneputzen liste ich in meinem Kopf fünf Dinge auf, für die ich dankbar bin. Und während der Kaffee kocht, überlege ich mir, wem ich an diesem Tag eine kleine Freude machen könnte.

Liebe Briefe

Meinen letzten Liebesbrief habe ich auf dem Schulhof bekommen. Seither sind mir Liebesbriefe nur noch in schwülstigen Romanen und kitschigen Hollywoodfilmen begegnet. Dabei sollten wir uns eigentlich gerade in der heutigen Zeit wieder öfter die Zeit nehmen, uns ausgerüstet mit Stift und Papier hinzusetzen. Mit der Hand zu schreiben wirkt sich nicht nur positiv auf Kreativität, Erinnerungsvermögen und Stresslevel aus – kaum jemand freut sich nicht über eine handgeschriebene Nachricht im Postkasten. Nutzen Sie doch die nächsten ruhigen Minuten und überlegen Sie, wer Ihr Leben in letzter Zeit positiv beeinflusst hat. Mit einer handgeschriebenen Dankesnachricht sorgen Sie nicht nur garantiert für eine freudige Überraschung, sondern helfen auch noch dabei, den Empfängern deutlicher bewusst zu machen, welchen positiven Einfluss ihre Handlungen auf Sie haben. 

Freundlicher sein sollten wir aber nicht nur zu anderen, sondern auch zu uns selbst. Auch wenn es sich im ersten Moment seltsam anfühlen mag, sich selbst einen Brief zu schreiben, ist es eine gute Möglichkeit, sich der eigenen Stärken und Leistungen bewusst zu werden. Was können Sie besonders gut, was haben Sie bisher erreicht und geleistet? Am besten schreiben Sie an sich selbst so, wie Sie auch einer guten Freundin oder einem Freund schreiben würden. Wann immer Sie ein bisschen Anerkennung oder Ermutigung brauchen, werden Sie die lieben Worte bestimmt wieder aufbauen. 
Statt einen Brief zu schreiben, können Sie aber auch einen Tagebucheintrag an sich selbst verfassen. Vielleicht wird ja sogar ein richtiges Glückstagebuch daraus. Wie das funktioniert, lesen Sie hier.

In unserem Alltag kommt Freundlichkeit oft zu kurz, aber mit diesen kleinen Ritualen gelingt es mir, bewusster damit umzugehen und ihr mehr Raum einzuräumen. Probieren Sie’s doch auch mal aus – Sie werden es bestimmt nicht bereuen. 


UNSERE BUCHTIPPS:

Wer noch mehr über die positiven Effekte eines freundlicheren Umgangs miteinander erfahren möchte oder weitere Inspirationen für Random Acts of Kindness sucht, dem legen wir unsere Buchtipps ans Herz: 

  • Rissa L. Wilhelmi: Random Acts of Kindness: Kleine Gesten der Freundlichkeit. 2018.
  • Tina Müller: #Menschlichkeit: Über die Kraft der Freundlichkeit. 2020.
  • Brad Aronson: HumanKind: Changing the World One Small Act at a Time. 2020.

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