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Das Mikrobiom – faszinierende Darmbakterien

Wir sind nicht allein in unserem Körper. Was schizophren klingt, ist eigentlich lebensnotwendig. Das sogenannte Mikrobiom ist ein Sammelbegriff für Kleinstlebewesen, die sich in unserem Darm tummeln und dafür sorgen, dass es am stillen Örtchen auch mal gar nicht so still zugeht. Erfahren Sie, was in uns lebt, was es mit uns macht und warum es ohne unsere Parasiten gar nicht so rosig um uns bestellt wäre.

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Was lebt in uns?

Unser Darm ist ein Wunderwerk der Natur. Mit einer Länge von bis zu sieben Metern schlängelt er sich durch unseren Körper und versorgt uns im Zuge der Verdauungstätigkeit mit Energie, Flüssigkeit, Vitaminen und Hormonen. Um seine Arbeit gut zu machen, braucht der Darm allerdings Hilfe in Form von Mikroben, Bakterien, ja oft auch Viren und Pilzen. All diese Kleinstlebewesen machen es sich in unserem Darm gemütlich. Und das ist durchaus so geplant. Denn unsere Darmwände sind so gebaut, dass sich gewisse Mikroben gut daran festhalten und es sich fein machen können. Sie brauchen nur noch ihre Fühler, Fächer, Fangarme und Münder aufzusperren und an dem, was vorbeischwimmt mitzunaschen.

Woher bekommen wir unser Mikrobiom?

Als Baby im mütterlichen Bauch sind wir erst mal steril. Richtig – wir bestehen nur aus uns, also aus menschlichen Zellen. Alles, was wir brauchen, wird von unseren Müttern vorfiltriert, damit uns keine schädlichen Stoffe oder Lebewesen erreichen. Bei der Geburt – vorausgesetzt, sie ist kein Kaiserschnitt – kriegen wir fürs Erste einmal mütterliche Mikrobenstämme aus dem Geburtskanal mit und werden so erstbesiedelt.

Das erklärt auch, wieso viele Mediziner daran festhalten, dass Frauen wenn möglich auf natürlichem Wege Kinder gebären und danach stillen sollen. Das mütterliche Mikrobiom ist extrem förderlich für den Aufbau eines ersten Schutzwalls des Säuglings und hilft bei der Immunisierung. Es konnte außerdem gezeigt werden, dass gewisse Zucker in der Muttermilch vom Baby gar nicht aufgespalten werden können. Sie dürften also rein dazu dienen, gesunde Mikrobenstämme im Darm des Neugeborenen zu füttern. Im Laufe unseres Lebens kommen noch ganz viele andere Bakterienstämme hinzu, je nachdem, woran wir als Kleinkinder lutschen, saugen und knabbern.

Haben wir alle dasselbe Mikrobiom?

Nein, ganz und gar nicht. Ihr Nachbar von gegenüber wird andere Bakterienstämme in seinem Darm haben als Sie. Das merkt man am plakativsten am stillen Örtchen. Selbst wenn wir genau dasselbe gegessen haben, wird das Endprodukt unserer Verdauung anders beschaffen sein, aussehen und, naja, riechen. Je nachdem, welche Flora bzw. Fauna sich in uns tummelt.
Wir wissen heute auch, dass Darmbakterien hochgradig anpassungsfähig sind. Ein japanisches Mikrobiom sieht anders aus als ein europäisches, was auf die unterschiedliche Ernährungsweise zurückzuführen ist.

Depression aus dem Dünndarm

Es ist bekannt, dass sich psychische Faktoren nicht nur auf den Magen, sondern auch auf den Darm auswirken: Verstopfung bei Angespanntheit, Durchfall als Stressreaktion. Spannend ist allerdings, dass es auch umgekehrt zu funktionieren scheint.

Zytokine sind Proteine, die der Signalübertragung im Körper dienen. Eine vermehrte Ausschüttung von Zytokinen infolge einer Entzündung im Darm steht im Verdacht, Depressionen zu begünstigen. Dies kann unter anderem durch anhaltenden Stress hervorgerufen werden, der unsere Darmwände durchlässig macht und dadurch zu Entzündungen führt.

Tests an Mäusen zeigen außerdem, dass wir zum Spielball unserer darmeigenen Hormone werden können. Fehlt den Mäusen ein bestimmtes Hormon (Peptid YY) im Darm, sind sie lethargisch, antriebslos, mutlos und zeigen zudem geringere Stressresistenz und soziales Interesse.

Von Kot-Sharing und fremdelnden Bakterien

Fettleibigkeit und Diabetes haben eines gemeinsam: eine kleine Artenvielfalt im Darm. Die Mischung macht’s, wie es aussieht. Auch bei Morbus Crohn, einer entzündlichen Darmkrankheit, fehlen allem Anschein nach die „guten“ Mikroben. Wenn Sie eher zart besaitet sind, sollten sie den kommenden Absatz überspringen. Es gibt nämlich eine Möglichkeit, sich mit funktionierenden Darmbakterien zu besiedeln. Und zwar von hinten.

Dabei spricht man von der Fremdstuhltransplantation. Hierzu wird der Stuhl eines Probanden mit gesunder Darmflora einem Probanden mit Darmproblemen eingeflößt. Das Mikrobiom des gesunden Darms unterstützt daraufhin den neu besiedelten Darm. Fallstudienzahlen sind klein, geben aber Hoffnung. Das einzige Problem dabei: So gerne dürfte unser eigenes Mikrobiom die Fremdbesiedelung nicht haben. Denn schon nach einigen Wochen sind kaum mehr Spuren des gesunden Mikrobenmixes in uns zu finden. Unser eigener Bakterienmix bzw. unser Immunsystem dürfte den Neuankömmlingen schnell den Garaus machen. Was fremd ist, muss weg. Deshalb wird momentan daran geforscht, wie es zu einer nachhaltigen Darmbesiedelung mit gesunden Bakterien von außen kommen kann, z. B. über regelmäßig eingenommene Kapseln.

Was schadet unserem Mikrobiom?

Zum einen Medikamente, allen voran Antibiotika. Denn diese töten Bakterien. Sie machen dabei leider keinen Unterschied zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien. Quasi Kahlschlag.

Zum anderen ist ständiges Zuführen von Nahrung Gift für unsere lebende Darmflora. Denn es sind vor allem die Ruhezeiten, die den Bakterien Zeit geben, sich zu erholen und zu vermehren. Bei vollem Haus ist das schwieriger!

Auch übermäßiger Fleischkonsum kann zu Problemen führen. Erstens ist der Mensch evolutionär eher zur Aufnahme von Pflanzen geschaffen (siehe Gebiss und Darmlänge wie bei Pflanzenfressern), und zweitens treiben wir die Tiermast seit Jahrzehnten auf die Spitze, was den Einsatz von Medikamenten betrifft. Das heißt, auch sekundär aufgenommene Antibiotika können unseren Helferlein im Darm zusetzen.

Das macht unsere blinden Passagiere glücklich

Wenn Sie Ihrem Bakterienzoo etwas Gutes tun wollen, greifen Sie zu vielen Ballaststoffen. Das ist die beste Nahrung für unser Mikrobiom und hält die Verdauung intakt. Intervallfasten ist auch förderlich. Hier wird regelmäßig über einen längeren Zeitraum am Tag nichts gegessen, z. B. beim Dinner-Cancelling. Außerdem hilft eine Reduktion von Weizen, Zucker, Hefe und Milch dabei, unseren Mikroben keine zusätzliche Arbeit zu verschaffen. Regelmäßige Zufuhr von fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut oder Kimchi ist ebenso ratsam.

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