Besser denken, besser leben mit Gedankenhygiene

Ich denke, also bin ich“, stellte der französische Philosoph René Descartes schon im 17. Jahrhundert fest. Dass wir existieren, ist seiner Ansicht nach durch das Vorhandensein unserer Gedanken bewiesen. Wie wir existieren, liegt nach modernem Verständnis zu einem großen Teil an der Qualität unserer Gedanken.

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Ein einfaches Beispiel dafür ist das morgendliche Aufstehen. Was sind die ersten Gedanken, die Ihnen in den Kopf kommen? Denken Sie etwas wie „Ich bin viel zu müde, ich mag nicht aufstehen, ich habe keine Lust, arbeiten zu gehen“ legen Sie damit den Grundstein für einen relativ mühsamen und wenig zufriedenstellenden Tag. Klingt Ihr innerer Monolog aber eher nach „Wieder ein neuer Tag – gehen wir’s an!“ fallen das Aufstehen und auch die alltäglichen Erledigungen wesentlich leichter. Was wir denken, beeinflusst, wie wir uns fühlen. Und wie wir uns fühlen, beeinflusst so ziemlich alles Weitere.

Wir sind, was wir denken

Genauso wie das, was wir essen, unsere körperliche Gesundheit beeinflusst, beeinflussen die Gedanken, mit denen wir unser Gehirn „füttern“, unsere mentale Gesundheit. Mittlerweile weiß man auch, dass diese beiden Bereiche sich nicht voneinander trennen lassen. Gesundheit beginnt also zu einem gewissen Grad im Kopf. Genauso wie wir unseren Körper gesund und sauber halten, können wir auch unsere Gedanken „reinigen“ und so zu unserem Wohlbefinden beitragen. Wie das funktioniert? Zum Beispiel mit regelmäßiger Gedankenhygiene.

Gedankenhygiene – ausmisten im Kopf

Im Grunde gilt das, was für die Wohnung, den Schreibtisch und das Geldtascherl gilt, auch für das mögliche Chaos im Kopf: Wenn man immer wieder ausmistet, sammelt sich nicht so viel an, was man eigentlich gar nicht braucht. Worin sich die Gedankenhygiene aber vom physischen Zusammenräumen unterscheidet: Einmal „schnell“ aussortieren klappt nicht – es kommt auf die Kontinuität an. Deshalb lässt sie sich am besten auch mit der körperlichen Hygiene vergleichen. Wer sich nur einmal im Monat oder dann, wenn ihm danach ist, die Zähne putzt, wird auch nicht den gewünschten Effekt erzielen. Ähnlich verhält es sich mit der Gedankenhygiene: Wir denken ständig – daher haben wir auch laufend sowohl die Möglichkeit als auch die Verantwortung, unsere Gedanken „auszusortieren“. Die gute Nachricht: Man kann Gedankenhygiene einfach in den bestehenden Alltag integrieren und immer und überall praktizieren. Sogar beim Aufräumen oder Zähneputzen.

Gedankenhygiene – von der Theorie in die Praxis

Nachdem wir jetzt geklärt haben, was Gedankenhygiene ist und warum sie nützlich sein kann, stellt sich natürlich die Frage: Wie macht man das eigentlich? Hier ein paar Tipps & Tools, die Sie dabei unterstützen können, in Ihrem Kopf aufzuräumen.

1. Bestandsaufnahme 

Nehmen Sie einfach mal wahr, was in Ihrem Kopf so vorgeht. Am besten funktioniert das in einem ruhigen Moment, in dem wenig oder keine Reize von außen auf uns einprasseln. Meditation, händisches Schreiben, Zeit alleine oder in der Natur zu verbringen sind einige Möglichkeiten, um diesen Raum zu schaffen und in sich hineinzuhören. Fragen Sie sich: Welche Gedanken tauchen immer wieder auf? Empfinden Sie diese als nützlich? Gibt es bestimmte Auslöser für wiederkehrende Gedanken? Können Sie Muster feststellen? 

2. Akzeptanz & Neugierde

Gut möglich, dass einem in der gedanklichen Bestandsaufnahme bewusst wird, dass sich ganz schön viel Müll in unserem Kopf angesammelt hat. Das ist vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Ganz wichtig ist, dass man in dieser Phase vermeidet, sich selbst für seine Gedanken zu verurteilen. Denn dadurch „füttert“ man sich nur mit noch mehr Negativität. Viel zielführender ist es, den Status quo zu akzeptieren und sich zu fragen: Wieso denke ich so? Woher kommen diese Gedanken? Wie beeinflussen Sie mein Verhalten und Leben?

3. Ersetzen & umdenken

Das Schöne ist: Sie haben jederzeit die Möglichkeit, Ihre Gedanken neu zu wählen. Das erfordert anfangs etwas Geduld und Übung. Aber wie jede Gewohnheit wird es mit der Zeit einfacher und funktioniert irgendwann fast wie automatisch. Beim bewussten Verändern von Gedanken kann das Prinzip von Crowding-out nützlich sein: Anstatt unerwünschte Gedanken zu verdrängen und sich so in einen Zustand des Widerstandes zu begeben, fügt man einfach nach und nach mehr Gedanken hinzu, die einem guttun. Dadurch wird das Denken automatisch positiver. Wenn ich mir beispielsweise jeden Tag vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen gedanklich drei Dinge aufzähle, für die ich dankbar bin, habe ich in dieser Zeit keinen Platz in meinem Kopf für Sorgen, Jammern und Angst. 

4. Ehrlichkeit & Selbstverantwortung

Ganz wichtig beim Versuch, positiv zu denken: Bleiben Sie realistisch und bleiben Sie ehrlich sich selbst gegenüber. Positives Denken hat nichts mit „Schönreden“ zu tun. Geben Sie Ihren Emotionen und Wahrnehmungen Raum. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, werden auch hundert positive Affirmationen das nicht ändern. Viel sinnvoller ist es, sich ehrlich einzugestehen, dass man mit einer Situation unzufrieden ist, und sich dann zu fragen: Was genau stört mich? Was kann ich tun, um es besser zu machen? Kann ich die Situation an sich verändern? Kann ich meine Einstellung zur Situation verändern? 

Die Schritte müssen in keiner bestimmten Reihenfolge eingehalten werden. Wählen Sie ruhig einfach das aus, was Sie am ehesten anspricht und sich für Sie am einfachsten umsetzen lässt. Wie können Sie heute noch mit Ihrer ganz persönlichen Gedankenhygiene beginnen?

UNSERE BUCHTIPPS:

  • Louise L. Hay: Das Leben lieben – heilende Gedanken für Körper und Seele. 2014
  • Joseph Murphy: Die Macht des Unterbewusstseins. 2009

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