CrossFit – Wahn oder Wunder?

Kettlebells, Box Jumps und Co. – was kann CrossFit? Und ist es für alle geeignet?

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Wenn jemand noch schnell „in die Box“ geht, um an den „Double Unders“ oder „Muscle-Ups“ zu brechen, dann redet die Person höchstwahrscheinlich von CrossFit. Bereits vor einiger Zeit in den USA gestartet, entwickelt sich mittlerweile auch in Österreich ein CrossFit-Hype. Aber was machen CrossFitter eigentlich? Sehen die alle aus wie Hulk ohne grünen Anstrich? Und ist das überhaupt gesund?

Der Hype erklärt

CrossFit ist Fitnesstraining, das sowohl Kraft- als auch Ausdauerelemente beinhaltet. Eine Einheit dauert meist eine Stunde. Das Workout of the Day (WOD) besteht aus zwei Teilen, die von den Coaches festgelegt werden. Anfangs wird mit Gewichten trainiert und Technik geübt (z. B. Snatchen, Cleans, Jerks). Im zweiten Teil des Workouts geht es um die Cardio-Fitness, sprich: Herz-Kreislauf Training (meist) mit Körpergewicht. CrossFit gehört damit zum Bereich der „Functional Fitness“, bei der nicht nur auf Hypertrophie (Gewichtszunahme) trainiert wird, sondern in die auch funktionale Bewegungsabläufe inkorporiert werden. Jede Box (CrossFit-Sprech für den jeweiligen Gym) hat ihre Eigenheiten und so ist das Training nie dasselbe, wenn man einmal woanders trainieren geht. Die Coaches haben die Aufgabe, das Training zu gestalten, zu begleiten, auf die korrekte Durchführung zu achten und ein wenig Stimmung zu machen, damit es nicht zu fad wird.

Was kann der Hype

Jetzt haben wir mal geklärt, worum es sich beim Training eigentlich handelt. Aber wieso wird da so ein Rummel drum gemacht und wieso kommt das oft so sektenhaft rüber? Das liegt vor allem an der Community, sprich den Menschen, die gemeinsam trainieren. Anders als in großen Fitnesscentern kennen sich die Mitglieder beim CrossFit, da die Teilnehmerzahlen beschränkt sind. Und so formen sich schnell Grüppchen, die immer gemeinsam trainieren gehen. Man kennt die Stärken und Schwächen der anderen, kann einander anfeuern und unterstützen und es macht einfach mehr Spaß, gemeinsam zu schwitzen, als allein sein Programm herunterzubeten. Zudem kann man sich sicher sein, erst dann wirklich schwere Gewichte zu schupfen, wenn auch die Technik passt. Denn dafür sind die Trainer da und haben ein waches Auge darauf, vor allem auf Anfänger.

CrossFit für alle?

Ich habe letztens einen Freund zur Schnupperstunde mitgenommen, da er nach meinem Gerede über Maximalgewicht, Deadlifts und Push-Ups neugierig geworden ist. Was ein Mädel kann, kann ein g’standener Mann natürlich auch. Oder? Nach der ersten Gewichtseinheit sah er ein wenig blass aus. Beim Cardio-Teil schoss ihm die Farbe dann aber wieder recht schnell ins Gesicht, also machte ich mir keine Sorgen. Nach fünf Tagen bekam ich die Nachricht, dass er sich wieder auf seinen Bürostuhl setzen könne, ohne seinen Kollegen Lachfalten zu bescheren. Er hatte es schlichtweg übertrieben. Wie alle Sportarten verlangt auch CrossFit erst mal ein Eingrooven, Kennenlernen und das Sich-Aneignen neuer Bewegungsabläufe, bevor man zum wirklich schweren Eisen greift. Und Muskelkater gehört da nun einfach mal dazu.

Wie jetzt?

Um auf die vorher gestellte Frage zurückzukommen – ja, CrossFit eignet sich tatsächlich für alle, die gesund sind und ihre Fitness verbessern wollen. Denn jede Box bietet spezielle Einführungsstunden an, in denen Technik und Bewegungsabläufe erklärt und geübt werden. Erst nach der Absolvierung der Basic-Einheiten ist man für das richtige Training „freigeschaltet“. Anfänger brauchen also keine Angst davor zu haben, das sie etwas falsch machen oder jemand lacht. Wie schon angesprochen, geht’s sehr stark um die Community. Neulingen spricht man also Mut zu, wenn’s nicht gleich klappt.

Werde ich durch CrossFit zum Hulk?

Wenn man sich die GewinnerInnen der jährlich stattfindenden CrossFit Games (Weltmeisterschaft) ansieht, kann einem angst und bange werden. Das sind tatsächlich Muskelberge. Dabei darf man aber nicht vergessen: Es handelt sich bei diesen Athleten um Profisportler, die ihr ganzes Leben nach diesem Sport ausrichten und dementsprechend trainieren, regenerieren und essen. Das ist mit einem Hobbysportler, der dreimal die Woche zum CrossFit geht, bei Weitem nicht zu vergleichen.
Außerdem achtet man bei den Workouts auf eine gleichmäßige Beanspruchung der Muskelgruppen und beugt so einseitigem Training vor – ein Ganzkörpertraining sozusagen. Also keine Angst – Sie werden nicht zur „Mean Machine“. Man wird Ihnen lediglich ansehen, dass Sie etwas für Ihren Körper tun. Und ob Sie’s glauben oder nicht – auch Mädels brauchen Muckis.

Mut für Neues

Ich persönlich stand dem ganzen Hype anfangs etwas skeptisch gegenüber. Da ich aber seit vielen Jahren schon im Fitnesscenter war und mich mittlerweile schlichtweg gelangweilt habe, musste mal etwas Abwechslung her. Training war für mich immer Me-Time und daher mit mir allein und meditativ. So bin ich anfangs nicht so recht in die Gruppendynamik reingekommen. Miteinander reden? Beim Training? Alle Namen kennen müssen? Echt jetzt? Das hat sich mittlerweile geändert und meine CrossFit-Stunden gehören zu Fixpunkten in meinem Sozialleben. So gibt es Workout-Buddies und Freundschaften, die weit über die Trainingseinheiten hinausgehen. Außerdem schaffe ich es durch die Einheiten, eine gesunde Routine im stressigen Alltag aufzubauen und so etwas ist gar nicht so leicht.

Wenn Sie also wissen wollen, wie man richtig mit Gewichten umgeht, dabei neue Leute kennenlernt und die generelle Fitness steigert, sind Sie beim CrossFit richtig. Die meisten Boxen bieten Gratis-Schnupperstunden an. Also machen Sie sich am besten selbst ein Bild und lassen Sie sich ruhig vom Hype anstecken. Es wird Ihnen guttun!

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