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Der digitale Drahtesel

Es ist seit 200 Jahren auf den Straßen unterwegs und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit – das Fahrrad. In den letzten Jahren hat es sogar noch an Popularität gewonnen. Radfahren ist modern.

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Dafür sorgt sowohl das Angebot an E-Bikes, die den Fahrer mittels Elektromotor beim Vorankommen unterstützen, als auch ein zunehmendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit.

Gerade auch in der Stadt ist das Zweirad ein praktischer Begleiter, der einen schnell voranbringt, langwierige Staus einfach umfährt und ohne lästige Parkplatzsuche schnell abgestellt werden kann. In Zukunft soll der Drahtesel aber noch viel mehr Vorteile bieten. Nach den Elektrofahrrädern wollen nun auch intelligente Fahrräder, sogenannte Smart Bikes, die Radwege dieser Welt erobern.

Was macht das Fahrrad zum Smart Bike?

Von einem herkömmlichen Fahrrad unterscheidet sich ein Smart Bike durch intelligente und vernetzte Assistenzsysteme, die entweder integriert sind oder angebaut werden können. Aus Autos, Traktoren etc. sind solche Systeme mittlerweile kaum noch wegzudenken, bei den Zweirädern sind sie noch nicht so weit verbreitet. Dabei gibt es schon heute viele nützliche Features, die sich Radler zunutze machen können.

Sicherheit, Leistung, Service

Head-up-Displays für Radfahrer? Smarte Radbrillen, gekoppelt mit einem Fahrradcomputer, machen es möglich. Navigationsdaten, die Geschwindigkeit oder auch die Herzfrequenz hat man damit im wahrsten Sinne des Wortes immer vor Augen. Dass man so nicht mehr den Blick senken muss, um auf das Display des Fahrradcomputers zu schauen, soll zur Sicherheit im Straßenverkehr beitragen. 
Außerdem sind bereits intelligente Fahrradhelme auf dem Markt. Ausgestattet mit Bremslichtern, Blinkern und Kameras, die den Träger vor Fahrzeugen warnen, die sich von hinten nähern, machen sie das Radfahren auf der Straße sicherer. Integrierte Lautsprecher und Mikrofone ermöglichen einfaches Telefonieren ebenso wie Musikgenuss unterwegs.

Bereits gearbeitet wird an der automatischen Schaltung, die das Vorankommen deutlich vereinfachen soll.
Im Rahmen verbaute On-Board-Units mit GPS, SIM-Karte und Bluetooth dienen als digitale Diebstahlsicherung. Sie ermöglichen es, das Fahrrad jederzeit zu orten. Auch Sturzsituationen erkennt das Smart Bike und setzt selbstständig einen Notruf ab. Durch die ständige Vernetzung sollen auch Serviceleistungen verbessert werden.

Das intelligente Fahrrad erkennt Verschleißerscheinungen selbstständig und bestellt Ersatzteile automatisch. Fahrradschlösser, die sich per Smartphone verriegeln lassen, tragen nicht nur zur Sicherheit bei. Mittels App zum Entsperren wird so auch das private Bike-Sharing einfacher, indem die Berechtigung zum Öffnen des Fahrradschlosses mit anderen Nutzern geteilt werden kann.

Und sogar die Terminkoordination könnte der Drahtesel dank Digitalisierung übernehmen, indem er den Lenker an Verabredungen erinnert.

Hürden auf dem Radweg in die Zukunft

Doch die Entwicklungen der smarten Fahrräder halten auch einige Herausforderungen bereit. An erster Stelle steht dabei die Stromversorgung. Die intelligenten Anwendungen sind nicht nur nützlich, sondern wollen auch mit ausreichend Energie gespeist werden. Viele Funktionen laufen außerdem in Verbindung mit einem Smartphone.

Ist der Handyakku leer, wird das Aufschließen des smarten Fahrradschlosses zum Beispiel schnell zum Problem. Aus diesem Grund stehen Batterien mit einer möglichst langen Laufzeit in der Produktentwicklung an erster Stelle. Es gibt auf dem Markt außerdem bereits USB-Ladegeräte, die am Fahrradrahmen befestigt werden und das Drehmoment der Achse in Strom umwandeln.

Auch was die Navigation betrifft, gibt es einiges zu beachten. Während es für Autobahnen und Bundesstraßen ausreichend Daten gibt, sieht es bei Feld- und Fahrradwegen noch ganz anders aus. Zwar gibt es bereits Smartphone-Apps mit weltweitem Kartenmaterial für Radfahrer; die Genauigkeit, die wir vom Auto gewohnt sind, ist aber noch nicht erreicht.

Nicht nur in diesem Fall bietet die Aufzeichnung anonymisierter Daten durch Smart Bikes Vorteile. Die gesammelten Streckendaten zeigen auch auf, welchen Stellenwert der Radverkehr vor allem in Städten hat. Experten befürchten nämlich, dass der Einzug vollautonomer Autos das Fahrrad wieder zurückdrängen könnte.

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