Wundermittel Kakao – Nicht nur das, woraus Schokolade gemacht wird

Von den Olmeken zu den Azteken und Mayas über die spanischen Entdecker zu uns nach Europa: Die Kakaobohne hat eine jahrtausendelange und aufregende Reise hinter sich. Wieso wir sie mit offenen Armen begrüßen sollten, lesen Sie in diesem Artikel.

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Vor gut 3.500 Jahren haben die Olmeken als erste Hochkultur das heutige Mexiko besiedelt. Sie waren es auch, die begonnen haben, aus den Samen der dort vorzufindenden Kakaofrüchte ein einfaches Getränk zuzubereiten – eine Tradition, die von den nachfolgenden Mayas und Azteken übernommen und weiterentwickelt wurde. Dem Kakao wurden göttliche Eigenschaften zugeschrieben. Er wurde als ganzheitliche Medizin und bewusstseinsverändernde Substanz in Zeremonien eingesetzt. Mystische Wirkungen wurden der Bohne aus dem Regenwald nachgesagt. Spirituell reinigend und herzöffnend sollte sie sein, Blockaden auflösen und Ekstase hervorrufen.

Weit gereist, hochgepriesen

Dass Kakao vielleicht doch ein bisschen mehr ist als das, was Kinder zum Frühstück trinken, weil sie eben keinen Kaffee zu sich nehmen dürfen, habe ich selbst erst bei einer Kakao-Zeremonie in Mexiko erkannt. Dort wurde mir am eigenen Leib bewusst: Die Pflanze hat tatsächlich das Potenzial, unsere Stimmungen und Wahrnehmungen zu beeinflussen. Was Schamanen bereits vor mehreren Tausend Jahren wussten, belegt heute auch die Wissenschaft: Kakao ist ein natürlicher Stimulant, der anregt, reinigt und erheitert. Über 300 bisher erforschte Inhaltsstoffe sorgen für diese einzigartige Wirkung.

All the good stuff

Reich an pflanzlichem Eiweiß und Fett sowie Ballaststoffen liefert Kakao Energie und regt die Verdauung an. Aber das macht ihn noch lange nicht zum Superfood.

Die Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen ist es, die der Bohne ihre Kraft verleiht. Das enthaltene Vitamin E zum Beispiel schützt und erneuert unsere Zellen und verlangsamt so den Alterungsprozess. Ein ganzer Cocktail aus Mineralstoffen, unter anderem Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Chrom, Zink, Mangan und Phosphor, entspannen und regenerieren unsere Muskeln, sorgen für ein gesundes Herz-Kreislauf-System und unterstützen unsere Gehirn- und Nervenzellen. Sie fördern die Durchblutung des Gehirns und steigern so unsere Konzentrations- und Erinnerungsfähigkeit. Auch auf das lymphatische und hormonelle System wirken sich die enthaltenen Stoffe positiv aus.

Eine besondere Rolle spielen auch die in Kakao reichlich enthaltenen Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe halten unsere Blutgefäße elastisch und sorgen so für eine Harmonisierung unseres Blutdrucks. Dadurch wird ihnen zugeschrieben, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu verringern. Auch unser Immunsystem freut sich über die pflanzlichen Helfer: Sie lindern Entzündungen, schützen uns vor Viren und wirken antioxidativ.

Dass Kakao belebend wirkt, lässt sich durch das enthaltene Theobromin, Theophyllin und eine minimale Menge an Koffein erklären. Diese Stoffe wirken sich stimulierend auf unseren Kreislauf und das zentrale Nervensystem aus. Anders als bei Kaffee entsteht aber kein unruhiger, fast rauschähnlicher, nervöser Zustand. Kakao sorgt für ein angenehmes Gefühl von anhaltender Wachheit und gedanklicher Klarheit.

Kombiniert wird das dann auch noch mit Glücksgefühlen. Denn Kakao ist reich an Tryptophan, einer Aminosäure, die im Gehirn in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Daher kommt übrigens auch die Annahme, dass Schokolade glücklich macht. Serotonin wirkt nämlich stimmungsaufhellend und antidepressiv.

Bei einer solchen Kombination aus Inhaltsstoffen ist es kein Wunder, dass ich mich bei dieser Kakao-Zeremonie ein bisschen high gefühlt habe. Die Olmeken, Azteken und Mayas hatten also recht: Kakao wirkt sich sowohl akut als auch langfristig positiv auf unsere körperliche und emotionale Gesundheit aus. Diese Wirkung können auch Sie nutzen, in dem Sie Kakao in Ihre Ernährung integrieren.

Kakao-Genuss für zu Hause

Kakao ist vielseitig einsetzbar, ob im Kuchen, als Getränk oder als Topping für Müsli, Smoothie Bowls & Co. Hier die geläufigsten Kakao-Produkte und einige Anwendungsmöglichkeiten:

1.    Kakaopulver
Das bei uns wohl bekannteste Produkt ist das Kakaopulver. Es entsteht aus getrockneten, fermentierten und meist auch gerösteten Kakaobohnen. Die Bohnen werden vermahlen, wodurch die sogenannte Kakaomasse entsteht. Diese Masse wird dann gepresst, wodurch das enthaltene Fett zu Kakaobutter wird. Die Rückstände in diesem Vorgang werden dann wieder vermahlen und ergeben das Kakaopulver, das wir kennen. Kakaopulver eignet sich hervorragend zum Verfeinern von Kuchen und Desserts oder zur Zubereitung eines Kakao-Getränks.

Vorsicht ist allerdings bei fertigen Trink-Kakao-Mischungen geboten. Diese enthalten häufig nur zwischen 30 und 50 Prozent echten Kakao. Der Rest besteht aus Zucker und konzentriertem Milchpulver. Die beste Option ist es, ein 100%iges Kakao-Pulver zu kaufen und sich das Getränk selbst zusammenzumischen. Dafür wird das Pulver einfach in einer heißen Flüssigkeit aufgerührt (ca. 1 EL pro 250 ml) und nach Belieben gesüßt. Gewürze wie Zimt, Gewürznelken, Chili oder Kardamom sind eine köstliche Ergänzung.

2.    Kakaobutter
Die Kakaobutter entsteht beim Pressen der gemahlenen Kakaobohnen. Ähnlich wie Butter aus Kuhmilch ist Kakaobutter im warmen Zustand flüssig und wird beim Abkühlen fest. Kakaobutter wird vor allem zur Herstellung von Schokolade verwendet. Das gelingt übrigens auch zu Hause: Für weiße Schokolade wird einfach Kakaobutter geschmolzen, nach Belieben gesüßt und mit weiteren Zutaten (Nüssen, getrockneten Beeren, Vanille etc.) verfeinert. Indem man diese Masse auf ein Backpapier aufträgt und im Kühlschrank fest werden lässt, ist die eigene Schokolade im Handumdrehen fertig. Für dunkle Schokolade fügt man der Mischung einfach Kakaopulver bei.
Außerdem ist Kakaobutter auch eine reichhaltige Pflege für trockene Haut und Haare.

3.    Kakao-Nibs
Kakao-Nibs sind gleich nach ganzen Kakaobohnen die ursprünglichste Form von Kakao. Die getrockneten, fermentierten und gerösteten Kakaobohnen werden in kleine Stücke gebrochen und sind so schon zum Verzehr geeignet. Ihr voller Geschmack und die knusprige Konsistenz machen Kakao-Nibs zu einer beliebten Zutat für Desserts und Cremen oder, als Topping, für Müsli oder Smoothies.

Sie sehen also: Nicht nur die Wirkung, sondern auch die Anwendung von Kakao ist vielfältig. Probieren Sie es aus und überzeugen Sie sich selbst.

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