Peace, love & Pflanzenkost

Friedlicher leben mit der „richtigen“ Ernährung? Laut Anhängern der „Peace Food“-Bewegung ist das möglich. Wir sehen uns an, warum diese Idee Sinn macht und wo sie an ihre Grenzen stößt.

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Der Begriff mag vielleicht neu sein, die grundsätzliche Idee ist aber weitgehend bekannt: „Peace Food“ ist im Grunde genommen nichts anderes als eine Ernährungsform, bei der auf vollwertige Pflanzenkost gesetzt wird. Soll heißen: Auf tierische Produkte (Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte) wird genauso verzichtet wie auf industriell Verarbeitetes. „Peace Food“ ist also sozusagen ein Upgrade zur veganen Ernährung, bei der zwar ebenso auf Tierisches verzichtet wird, die aber Junkfood nicht ausschließt und nicht selten auf stark verarbeitete Ersatzprodukte setzt.

Peace Food – was ist es?

Das durch die Produktion tierischer Nahrungsmittel erzeugte Leid sowie die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile einer vorwiegend pflanzlichen Ernährung wurde in den letzten Jahren unter anderem auch durch Dokumentationsfilme wie „Cowspiracy“ „Seaspiracy“, „The Game Changers“, „What the Health“ oder „Gabel statt Skalpell“ ins öffentliche Bewusstsein gerufen. 

Diesem gesellschaftlichen Trend folgt auch die „Peace Food“-Bewegung, die die verschiedenen aufgegriffenen Aspekte vereint: Der Erhalt der eigenen Gesundheit, ein friedliches Miteinander im Einklang mit der Natur und natürlich das Tierwohl stehen im Zentrum dieser Ernährungs- und Lebensweise. Geprägt und an die Öffentlichkeit gebracht wurde der Begriff von Dr. Rüdiger Dahlke, einem deutsch-österreichischen Humanmediziner und Autor, der sich seit Jahrzehnten mit ganzheitlichen und alternativen Heilansätzen beschäftigt. Seiner Definition nach bietet Peace Food die „Chance auf Frieden für die Einzelnen und die Menschheit auf unserem einzigen Heimat-Planeten“ (zitiert von https://www.dahlke.at/expertise).

Ist der Mensch ein Allesfresser?

Fragt man Rüdiger Dahlke, Gesundheitsmediziner und „Erfinder“ von Peace Food, ist diese Frage mit einem klaren Nein zu beantworten. Laut Dahlke hat der Mensch keinen natürlichen angeborenen Impuls, Fleisch zu essen. Er argumentiert das folgendermaßen: Wenn wir in der Natur spazieren gehen und beispielsweise ein Reh oder einen Hasen sehen, möchten wir das Tier in erster Linie beobachten, eventuell auch streicheln – allerdings nicht töten oder essen. Ganz anders verhält es sich mit pflanzlichen Nahrungsmitteln. Finden wir zum Beispiel auf einem Spaziergang wilde Beeren, ist es unsere natürliche Reaktion, diese zu pflücken und zu genießen. 

Auf Basis dieser Beispiele behauptet Dahlke, dass es uns nicht angeboren, sondern vielmehr anerzogen ist, Fleisch und andere tierische Produkte zu essen. In weiterer Folge vertritt er die Ansicht, dass uns der Konsum tierischer Lebensmittel nicht guttut – weder auf körperlicher noch auf geistiger oder seelischer Ebene.

Pflanzenkost: gut für Körper, Geist und Seele

Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen eines erhöhten Fleischkonsums sind mittlerweile in zahlreichen Studien bestätigt. Viele Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebs werden mit einem Zuviel an tierischem Eiweiß und Fett – insbesondere aus Massentierhaltung – in Verbindung gebracht. 

Dass eine vorwiegend pflanzliche Ernährung aber auch enorme Vorteile für unsere geistige und emotionale Gesundheit bringt, ist vielleicht weniger bekannt. Dennoch ist mittlerweile vielfach erwiesen, dass vollwertige Pflanzenkost nicht nur unserem Körper, sondern auch unserem Gedächtnis guttut (siehe auch in unserem Artikel zum Thema Brain Food). Laut Dahlke wird aber auch unser emotionaler und psychischer Zustand stark von dem beeinflusst, was wir essen. Als Hauptargument dafür führt er die Angst an, die in Form von Hormonen in tierischen Produkten enthalten ist und beim Verzehr auf den Menschen übergeht. Auch in diesem Zusammenhang beruft Dahlke sich auf mehrere wissenschaftliche Studien, die auf einen zeitgleichen Anstieg von Panikattacken, Depression und weiteren psychischen Erkrankungen mit der sich verbreitenden Massentierhaltung hindeuten. Es scheint also auf mehreren Ebenen Sinn zu machen, auf „friedlicheres“ Essen zu setzen.

Mehr als nur Essen

Dass die Art, wie wir essen, auch darauf hindeutet, wie wir leben, haben wir bereits in unserem Artikel „Spieglein, Spieglein auf dem Tisch“ besprochen. Unter diesem Aspekt macht auch die Idee von „Peace Food“ Sinn. Natürliches, qualitativ hochwertiges, „friedlich“ erzeugtes Essen bringt diese Qualitäten auch vermehrt in unser Leben und Umfeld.

Allerdings ist die Ernährung nicht der einzige Bereich, durch den wir Harmonie erzeugen können. Auch regelmäßige ausgleichende Bewegung sowie psychische und mentale Aspekte spielen eine entscheidende Rolle. Gedankenhygiene, Meditation & Co. können genauso ihren Beitrag zum inneren und äußeren Frieden leisten wie das Umsteigen auf Pflanzenkost. 

Zwar werden diese Bereiche in Dahlkes Ansätzen zur Psychosomatik und integralen Medizin durchaus berücksichtigt. Dennoch wird gerade im Bereich „Peace Food“ eine teils sehr einseitige Ansicht vertreten, die wenig Raum für die Individualität des Einzelnen lässt und gelegentlich auch ein bisschen mehr nach erhobenem Zeigefinger als nach tatsächlichem Frieden klingt. 

Dennoch ist das Konzept ein interessantes und lädt zum Experimentieren und Nachdenken ein. Falls Sie also gerne die eine oder andere Mahlzeit „veganisieren“ möchten, finden Sie hier unsere Einsteigertipps in die vegane Küche und die Basics für veganes Backen.

Viel Freude beim friedlichen Kochen und Essen!


UNSERE BUCHTIPPS:

  • Ruediger Dahlke: Peace Food – Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt. 2011
  • Ruediger Dahlke: Peace Food – Das vegane Kochbuch. 2013
  • Michael Greger: How not to die. 2015

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