Alles bio oder was?

Ist bio wirklich „besser“ oder doch einfach nur teurer? Wo liegen die Unterschiede? Worauf sollten Sie als Konsument achten? Wir gehen dem Bio-Boom auf die Spur.

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Nachdem ich selbst in einem zuckerfreien Bio-Vollkorn-Haushalt aufgewachsen bin und der Naturkostladen quasi als zweites Zuhause fungiert hat, war für mich von klein auf und recht unreflektiert klar: Bio ist besser.

Bio: Besser oder doch nur teuer?

Irgendwann war ich dann nicht mehr ganz so klein und die Öko-Familie wurde gegen eine Studenten-WG getauscht. Da war es dann auch an der Zeit, das eigene Haushaltsbudget zu verwalten und die Lebensmitteleinkäufe nicht nur selbst zu erledigen, sondern auch zu bezahlen. Und so stellte sich nach und nach heraus: Bio ist auch echt teu(r)er.

Dann kamen Fragen auf. Was heißt „bio“ eigentlich? Und warum kostet es mehr? Ist bio automatisch gesünder? Kann und möchte ich mir das leisten? Muss alles immer „bio“ sein? Über die Jahre habe ich Antworten gefunden, die ich jetzt hier mit Ihnen teilen möchte.

Was heißt „bio“ eigentlich?

„Bio“ steht kurz für „biologisch“ und auch oft als Synonym für „ökologisch“. Bio-Produkte werden nach ganz bestimmten Kriterien hergestellt. Allgemein gilt, dass auf Gentechnik verzichtet wird und regelmäßige Qualitätskontrollen durchgeführt werden.

Bei pflanzlichen Lebensmitteln heißt „bio“, dass Kunstdünger und chemische Spritzmittel tabu sind. Daraus ergibt sich, dass der Anbau im Einklang mit umliegenden Ökosystemen erfolgt: Es kann nur das angebaut werden, für das die natürlichen Rahmenbedingungen gegeben sind. Die Böden werden regelmäßig auf Schwermetallbelastung untersucht, durch Fruchtwechselwirtschaft geschont und nicht in Monokulturen ausgebeutet. Dadurch wird auch die lokale Biodiversität gesichert und nachhaltiges Wirtschaften mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen gefördert.

In der Herstellung von tierischen Produkten heißt „bio“, dass auf den Einsatz von Antibiotika und Hormonen verzichtet wird. Artgerechte Tierhaltung ist eine weitere Grundvoraussetzung. Und auch das Futter muss „bio“ sein und den vorhin beschriebenen Kriterien der biologischen Landwirtschaft entsprechen.

Warum kostet „bio“ mehr?

Warum Bio-Produkte teurer sind also konventionelle, liegt auf der Hand: Die Art ihrer Herstellung ist aufwendiger und bringt weniger Ertrag. Auf Massentierhaltung wird genauso verzichtet wie auf chemische Schädlingsbekämpfung. Auch die regelmäßigen Kontrollen und Zertifizierungen kosten Zeit und Geld. 

Das ist auch der Grund, warum so mancher Kleinbauer nach biologischen Standards arbeitet, ohne seine Produkte zertifizieren zu lassen. Bio-Labels geben uns als Konsument Gewissheit, stellen aber eine Markteintrittsbarriere für kleine Produzenten und Direktvermarkter dar. Deshalb: Falls Sie direkt beim Bauern einkaufen, fragen Sie einfach mal nach.

Ist „bio“ automatisch gesünder?

Jein. Bio-Zucker ist immer noch Zucker. Bio-Fertigprodukte sind immer noch Fertigprodukte. Wenn ich zu Fasching zehn Bio-Krapfen esse, sind das immer noch zehn Krapfen und unzählige Kalorien. 

Was Bio-Produkte allerdings sehr wohl gesünder macht: Die Belastung an schädlichen Stoffen wie Pestiziden, Hormonen oder Antibiotika ist wesentlich geringer. Außerdem weist biologisch angebautes Obst und Gemüse einen höheren Gehalt an Antioxidantien auf. Diese pflanzlichen Immunbooster beugen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Zellalterung vor.

Neben diesen Vorteilen für die menschliche Gesundheit wirkt sich eine biologische Produktion auch positiv auf die Umwelt und das Tierwohl aus.

Kann und möchte ich mir „bio“ leisten?

Ich denke, das ist eine Frage der Prioritäten, die jeder für sich selbst beantworten darf. Für mich gilt grundsätzlich das Credo: Jede Investition in sich selbst und die eigene Gesundheit zahlt sich aus. Ich persönlich versuche, Qualität über Quantität zu stellen. Soll heißen: Ich kaufe statt drei verschiedenen Joghurt-Geschmacksrichtungen im Billigformat einen Becher Bio-Joghurt und genieße diesen in vollen Zügen. Weniger soll ja angeblich sowieso mehr sein. Außerdem haben ja mittlerweile die meisten Supermärkte auch Bio-Eigenmarken, die gar nicht mehr sooo viel teurer sind.

Im Zweifelsfall: einfach ausprobieren. Ernähren Sie sich doch mal ein paar Wochen vorwiegend von Bio-Produkten und beobachten Sie, ob sich etwas verändert. Fühlen Sie sich anders? Schmecken Sie einen Unterschied? Verändern sich diverse Gesundheitsparameter (z. B. Gewicht, Blutdruck, …)?

Muss alles immer „bio“ sein?

Kurz gefasst: Nein. Im Zusammenhang mit „bio“, Ernährungsgewohnheiten und dem Leben generell muss man ja nicht dem „Ganz oder gar nicht!“-Ansatz verfallen. Vielleicht können Sie einfach mal damit beginnen, tierische Produkte (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte) vorwiegend in Bio-Qualität zu kaufen. Damit tun Sie sich selbst und den Tieren etwas Gutes. 

Für Obst und Gemüse gilt: Alles, was man roh isst, sollte bevorzugterweise „bio“ sein. Was auch als Orientierungshilfe dient: das „Dirty Dozen“ („Dreckige Dutzend“). Das ist die Liste jener pflanzlichen Lebensmittel, die aus konventionellem Anbau die höchste Pestizid-Belastung aufweisen. 2020 waren das: 

  1. Erdbeeren 
  2. Spinat 
  3. Grünkohl 
  4. Nektarinen 
  5. Äpfel 
  6. Trauben 
  7. Pfirsiche 
  8. Kirschen 
  9. Birnen 
  10. Tomaten 
  11. Stangensellerie
  12. Kartoffeln 

Bei diesen Produkten zahlt es sich auf jeden Fall aus, in Bio-Qualität zu investieren. 

Wie immer laden wir Sie ein, sich Ihre eigene Meinung zu bilden und Ihren individuellen Weg zu finden. Im Folgenden finden Sie ein paar Literaturempfehlungen, die Ihnen dabei helfen, weiter in das Thema „bio oder konventionell“ einzutauchen. Viel Freude und Gesundheit!

Weiterführende Quellen:

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